09.
Taucher in Kloten
Die Red Ants verlieren das mit Spannung erwartete Duell gegen die Jets mit 4:5. Die Zürcher Unterländerinnen wollten den Sieg mehr, der erste Block der Winterthurerinnen zog einen rabenschwarzen Abend ein.
Neun Spielerinnen zogen im Sommer von den Jets zu den Red Ants, fünf wechselten in die andere Richtung. Wer grosse Emotionen oder gar eine Schlacht erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Vor dem Spiel gab es herzliche Umarmungen der Captains Gentiana Behluli und Sereina Zwissler, auch während der Partie immer wieder mal nette Unterhaltungen und die ganze Partie verlief im fairen Rahmen. Es ging also nur um Sport. In diesem hatten zunächst die Red Ants die Nase vorne. Ihnen gerhörten die ersten Möglichkeiten und durch Lea Suter in der 4. Minute die Führung, schön am langen Pfosten bedient von Michelle Siedenberg. Die junge Deutsche konnte sich drei Minuten später nach einem Zuspiel Behlulis auch als Torschützin feiern lassen. Die Jets waren zwar mit schnellen Gegenstössen ebenfalls gefährlich, trotzdem schien die Partie den aufgrund der sommerlichen Transferbilanz allseits erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch die Jets fanden immer besser in die Begegnung, zeigten sich wacher und schneller. In der 14. Minute verlor Ida Sundberg einen Zweikampf, Sara Piispa kam beim Backchecking zu spät - die Partie ging mit einem knappen und eher schmeichelhaften 2:1 für die Red Ants in die erste Pause.
Zwei Geschenke
Der Beginn des zweiten Abschnitts gehörte erneut den Red Ants und in der 23. Minute traf Piispa im Powerplay den Pfosten. Stattdessen kassierte die Linie um die Finnin und die Weltmeisterinnen Sundberg und Marcia Wick kurz darauf den Ausgleich - durch die letztjährige Red-Ants-Stürmerin Livia Simon. Gegen Spielhälfte sorgte der dritte Block der Winterthurerinnen erstmals für offensive Akzente und wurde sofort belohnt, Melea Brunner gelang das 2:3. Wenig später war die Führung jedoch schon wieder weg, nachdem Nadine Stadelmann den Ball hinter dem eigenen Tor vertändelt hatte. 3:3 nach 40 Minuten - keine Spur von Machtdemonstration eines Spitzenteams. Würden jetzt vor 382 Fans - so vielen wie seit Jahren nicht in Kloten - auch die Nerven eine Rolle spielen? Keine zwei Minuten des Schlussdrittels waren verstrichen, als Mia Oehri die Jets erstmals in Front schoss - diesmal nach einem Ballverlust Anna Habersatters hinter dem eigenen Gehäuse. Zwei Geschenke, zwei Gegentore - Livia Werz konnte nichts ausrichten.
Viele Fragen
Die folgende Strafe gegen Sundberg überstanden die Red Ants schadlos, aber in der 51. Minute gelang Livia Simon ihr zweiter Treffer des Abends, nachdem sich Finja Helbling durch die Gästereihen getanzt hatte. Es war der vierte Gegentreffer des vermeintlichen Paradeblocks der Gäste, der mit einer desaströsen 0:4-Bilanz vom Feld gehen sollte. Melea Brunner gelang per Abstauber nach Lea Suters Pfostenschuss noch der Anschlusstreffer und mit acht Minuten auf der Uhr wäre noch genügend Zeit geblieben, um sich zumindest in die Verlängerung zu retten. Doch der in der Schlussphase forcierten ersten Linie blieb an alter Wirkungsstätte bis zum Schluss ein Treffer versagt. Die Jets brachten den Vorsprung über die Zeit, gewannen nicht unverdient mit 5:4 und lassen auf Winterthurer Seite sehr viele Fragezeichen zurück.
Kloten-Dietlikon Jets - Red Ants Winterthur 5:4 (1:2, 2:1, 2:1)
Stiftung Sporthalle Stighag, Kloten. 382 Zuschauer. SR Brunner/Horath.
Tore: 4. L. Suter (M. Siedenberg) 0:1. 7. M. Siedenberg (G. Behluli) 0:2. 14. A. Selinummi (L. Lüthi) 1:2. 25. L. Simon (M. Oehri) 2:2. 32. M. Brunner 2:3. 35. C. Renz (A. Selinummi) 3:3. 42. M. Oehri (F. Helbling) 4:3. 51. L. Simon (F. Helbling) 5:3. 53. M. Brunner (L. Suter) 5:4.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Kloten-Dietlikon Jets. 2mal 2 Minuten gegen Red Ants Winterthur.
Jets: Rippmann; Rezacova, Zwissler; Gattiker, Eggli; Tölli, Huter; Lüthi, Renz, Selinummi; Simon, Helbling, Oehri; Kenber, Grimm, Ehrensperger.
Red Ants: Werz; Habersatter, Sundberg; Behluli, Odermatt; Hohl, Stadelmann; Piispa, Wick, Thomsen; Suter, Hangartner, Siedenberg; Kläy, Brunner, Fleischlin; Nussbaumer.