02.
2011
Zuger Mauer spät durchbrochen
Die dreiwöchige Pause für die Nationalmannschaften hat den Red Ants offenbar nicht sonderlich gut getan. Zwei Drittel lang wiesen sie gegen Zug United zwar geschätzte 80 Prozent Ballbesitz auf, vermochten aber die Überlegenheit nicht in Tore umzusetzen. Über weite Strecken fehlten sogar Geduld und Kreativität, sich Chancen herauszuspielen. Erfolgreich waren nur Sandra Dirksen im Powerplay und Andrea Hofstetter, 15 Sekunden nach Beginn des zweiten Abschnitts, als die Zugerinnen gedanklich wohl noch in der Kabine waren. Ansonsten igelten sich die Zentralschweizerinnen vor dem eigenen Gehäuse ein, machten die Räume eng und scheuten sich auch nicht vor der Anwendung von Härte, die von den Schiedsrichtern grosszügig toleriert wurde. Diese Spielweise war nicht schön, erwies sich aber als sehr effizient. Die Red Ants hatten zudem ihr Visier nicht optimal eingestellt, ein gutes Dutzend Abschlüsse flog am Tor Helen Birchers vorbei.
Mit der Zeit schlichen sich auch immer mehr Fehler in den Aufbau ein. Einen davon, als sich Silvana Nötzli nicht zum ersten Mal verhedderte, nutzte die Tschechin Eliska Krizova bei Spielhälfte zum Anschlusstreffer. Unglücklich war dieser Treffer für die noch kalte Red-Ants-Hüterin Jana Christianova, die erst Sekunden davor ihren Arbeitsplatz anstelle der wenig beschäftigten Linnea Lexe übernommen hatte. Als erneut Dirksen und 26 Sekunden später Simone Ryser zu Beginn des Schlussdrittels auf 4:1 erhöhten, schien die Partie doch noch den erwartet klaren Ausgang zu nehmen. Aber die Zugerinnen waren wenige Minuten später, auch dank eines Shorthanders, bereits wieder dran. In den Schlussminuten wurde Christianova noch richtig warm geschossen, hielt aber dicht - ehe Nötzli 29 Sekunden vor Schluss zum 5:3 traf, als die Zugerinnen alles auf eine Karte und ihre Torhüterin auf die Bank setzten.
Grosse und kleine Zugerinnen
Sandra Dirksen hatte am Wochenende davor das deutsche Nationalteam im Rahmen der WM-Qualifikation an die Endrunde in der Schweiz im kommenden Dezember geschossen. Sie zeigte als eine der wenigen Normalform und trug mit ihren beiden Treffern massgeblich zum Sieg bei. „Die lange Pause hat uns schon etwas aus dem Rhythmus gebracht", befand sie. „Aber es ist gegen so eine massierte Abwehr immer schwierig, zumal Bircher einen starken Tag einzog." Dass es trotz mässiger Leistung der Red Ants immer noch eine starke Torhüterin braucht, sahen auch die Spielerinnen von Zugerland. Der B-Ligist, Farmteam von Zug United oder faktisch Zug United II, wird im Cupfinal auf die Winterthurerinnen treffen und nahm auf der Tribüne schon einmal am grossen Favoriten Mass. Bis zum 5. März werden die Red Ants nach vier weiteren Finalrundenpartien bezüglich Rhythmus sicher wieder zugelegt haben. Geduld werden sie im Cupfinal jedoch ebenfalls brauchen, da auch die zweite Zuger Equipe ihr Glück in einer äusserst defensiven Spielweise suchen wird. Dass es etwas Fantasie braucht, um so einen Riegel zu knacken, haben die Red Ants gegen die „grossen" Zugerinnen nun erfahren.
Red Ants Rychenberg - Zug United 5:3 (1:0, 1:1, 3:2)
Oberseen. - 153 Zuschauer. - SR: Hohl / Keel.
Tore: 11. Dirksen (Nötzli; Ausschluss Krizova) 1:0. 21. (20.15) Hofstetter (Kunz) 2:0. 31. Krizova 2:1. 41. (40.58) Dirksen (Stettler) 3:1. 42. (41.24) Ryser (Nötzli) 4:1. 43. Von Rickenbach (Umbricht) 4:2. 47. Von Rickenbach (Ausschluss P. Kiser!) 4:3. 60. (59.31) Nötzli (ins leere Tor) 5:3.
Strafen: keine Strafen gegen Red Ants. 4-mal 2 Minuten gegen Zug United.
Red Ants: Lexe (ab 30. Christianova); Nötzli, Kunz; Eberle, Casutt; Ordell, Auer; Savolainen. Hofstetter, Stadelmann, Scheidegger; Kathriner, Dirksen, Stettler; Frick, Ryser, Meienhofer.
Zug United: Bircher; Rohrer, Limacher; Moor, P. Kiser; Parysova, Heimgartner; Arnold, Von Rickenbach, Umbricht; Zülle, Eisler, Krizova; Buholzer, Kiss, Jenal.
Bemerkungen: 18. Pfostenschuss Stadelmann. 58.51 Time-Out Zug United. Red Ants ohne Piotrowska und Suri (verletzt).