04.
2023
Affolter: "Niemand wurde nervös"
Mit einem Tor und einem Assist, aber auch Energie und Emotionen, war Philipp Affolter Wilers Bestplayer im Superfinal. Nach dem Gewinn des Meistertitels verriet uns der Stürmer, warum zum wiederholten Mal eine Wende gelang und wem er den Sieg besonders gönnen mag.
Er ist eine der Teamstützen des SV Wiler-Ersigen und wird trotzdem immer noch häufig unterschätzt: Philipp Affolter (26). Gemeinsam mit Linienpartner Deny Känzig war er für die beiden Tore seines Teams im Superfinal zuständig. Nach 19 Sekunden im Schlussdrittel schoss er das erste Tor für den späteren Meister, in der 52. Minute bediente er Känzig mustergültig zum 2:2. Mit diesem Resultat ging es schlussendlich auch ins Penaltyschiessen.
Wir konnten uns nach dem Spiel mit dem Stürmer unterhalten, der durch seine Kampfkraft, Spielintensität und Emotionen immer wieder in wichtigen Momenten auffällt.
Herzlichen Glückwunsch zum Meistertitel. Es war weitgehend das erwartete zähe und kampfbetonte Spiel. Wie sah euer Gameplan aus, wo lag für euch der Schlüssel zum Sieg?
Philipp Affolter: Wir gingen effektiv davon aus, dass es eine etwas passivere Angelegenheit wird als zuletzt noch gegen GC, wo es doch ein ziemliches Hin und Her war. Wir wollten uns nicht anstecken lassen, ab und zu mit unserem Pressing den Rhythmus brechen, uns dem Gegner nicht zu sehr anpassen.
Trotzdem seid ihr zweimal in Rückstand geraten, das macht es gegen Köniz besonders schwierig. Wie konntet ihr das Ding noch drehen? Reine Willenssache?
Absolut, der Wille spielte in diesem Moment eine grosse Rolle. Aber schon gegen GC gelang es uns mehrfach, zurückzukommen. Der Rückstand im Final betrug ja jeweils nur ein einziges Tor, deshalb war eigentlich niemand nervös, dass es nicht klappen würde.
Am Ende wurdest du als bester Wiler-Spieler des Spiels geehrt. Du gehörst zu den Spielern, die mit ihrer Energie, Zweikampfstärke, Kampfkraft und ihren Emotionen so ein Spiel prägen. Du bist eigentlich wie gemacht für genau so ein Spiel?
Die Emotionen und die Zweikämpfe sind sicher so etwas wie "mein Ding". Ich hatte das Glück, dass mir gleich die ersten Aktionen recht gut gelungen sind. In so einem Spiel ist es wichtig, die Emotionen "aufzusaugen" - mal gelingt es besser und mal weniger. Das kann man auch nicht immer kontrollieren.
Es gab rund um den diesjährigen Final viele besondere Geschichten - Verabschiedung diverser Spieler und Trainer, die Situation rund um Joonas Pylsy seit der WM... Gibt es etwas, was für die besonders hervorsticht? Eine spezielle Herzensangelegenheit?
Ich freue mich wahnsinnig, dass Tatu Väänänen mit einem Titel abtreten kann. Besonders freue ich mich auch für Adrian "Adi" Bernasconi, unseren Teambetreuer, der so ebenfalls auf die schönste mögliche Art und Weise zurücktreten kann. Es ist enorm, was er alles für uns investiert hat, so neben Job und Familie, ich mag es ihm extrem gönnen. Und auch Tobias Känzig, der ebenfalls aufhört. Bei diesen Leuten sah ich schon die ganze Woche ein Lächeln auf dem Gesicht und wusste, es kommt gut.
Es bleiben wenige Spieler wie du, die schon 2019 im Meisterteam waren... Wie sieht dein unmittelbarer Blick in die Zukunft aus? Wiler war einst Serienmeister und ist nicht dafür bekannt, nach einem Titel "satt" zu sein.
So ein Titel macht definitiv Hunger auf mehr. Es ist so ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man das einmal erlebt hat, will man es immer wieder. Wir sind immer noch ein sehr junges Team, aber im Kern doch schon recht lang zusammen, jetzt kommt noch ein Trainer den viele schon kennen - da darf man sehr, sehr positiv in die Zukunft blicken.