26.
11.
2021
Nati Frauen A | Autor: Güngerich Etienne

Der Drang nach dem zehnten Gold

Für die Top-4-Nationen geht es in der Gruppenphase der WM primär darum, einen bis zum Ende des Turniers anhaltenden Steigerungslauf zu starten - und sich vor allem keinen Ausrutscher zu leisten. Denn ein Umweg über die Playoffs könnte fatale Folgen haben. Für Schweden kommt sowieso nur Gold in Frage.

Der Drang nach dem zehnten Gold In Neuenburg setzte sich Schweden erst in der Verlängerung gegen die Schweiz durch. (Bild: Dieter Meierhans)

In den Gruppen A und B befinden sich an der morgen beginnenden Weltmeisterschaft in Uppsala die acht besten Nationen der Welt. Um die Medaillen werden sich aber nur die ersten vier streiten. Polen, Lettland, Deutschland und die Slowakei gehen als krasse Aussenseiter in die Gruppenphase. Ein Punktgewinn oder gar ein Sieg gegen einen der Grossen, würde ihnen das direkte Ticket für den Viertelfinal bescheren.

Klapitova als Anführerin der Slowakei
Dass dies einem Wunder gleichkäme, belegt ein Blick auf die Statistik - zumal die Differenz zu den Top-4 bei den Frauen noch grösser zu sein scheint als bei den Männern. Noch nie hat seit der Modusänderung eine Top-Nation den Umweg über die Playoffs nehmen müssen. Letztmals erwischte es das Männer-Team von Tschechien (im alten Modus) bei der WM 2012 in der Schweiz nach einer Niederlage in der Gruppenphase gegen Lettland. An der letzten Frauen-WM in Neuenburg marschierten die Top-4 durch die Gruppenphase und bekundeten keine Mühe mit den «Kleinen». Die «knappsten» Resultate lieferten die Schweiz gegen Deutschland (12:1) und Polen (11:0) sowie Finnland erneut gegen Polen (14:3) mit einer jeweiligen Differenz von elf Treffern...

Von der Erfahrung und Qualität her dürfte die Slowakei als grösster Aspirant auf den fünften Rang genannt werden. Die Osteuropäerinnen haben sich seit der Heim-WM in Bratislava (2017) gesteigert, wobei das letzte grosse Turnier nach einer Niederlage gegen Polen im Spiel um Rang 5 mit einer Enttäuschung endete. Katarina Klapitova, die bei den Piranhas ihre fünfte Saison in der NLA bestreitet, wird in Uppsala trotz ihren erst 27 Jahren bereits zum sechsten Mal an einer WM teilnehmen. Auch bei Lettland, Polen und Deutschland lassen sich Spielerinnen mit Schweizer Bezug in den Kadern finden.

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Katarina Klapitova trägt beim slowakischen Team die Captain-Binde. (Bild: Dieter Meierhans)

Tschechien mit Revanchegelüsten
Die Schweiz, Tschechien, Schweden und Finnland werden die Gruppenphase im Normalfall ohne weitere Probleme überstehen. Allesamt hegen sie die Ambition, ihre Gruppen zu gewinnen, um sich eine möglichst gute Ausgangslage für die Halbfinals zu erschaffen. Dafür braucht es einen Sieg in den Direktduellen gegen das andere Top-Team. Anders als in Neuenburg heissen diese in Uppsala Schweiz - Tschechien und Schweden - Finnland. Damit ist auch klar, dass es an dieser WM zu anderen Halbfinal-Paarungen kommen wird.

Die Tschechinnen standen vor zwei Jahren so nah an einem Medaillengewinn wie noch nie. Zuerst verspielten sie im Halbfinal gegen die Schweiz innert Kürze einen Vier-Tore-Vorsprung, einen Tag später scheiterten sie im Bronzespiel an Finnland erst in der Verlängerung. Es wäre nach 2011 der erst zweite Medaillengewinn überhaupt gewesen. Trotz der grossen Enttäuschung hat das Team von Sascha Ryhner gezeigt, dass der Rückstand auf die anderen Nationen verkleinert werden konnte. Der Schweizer wird in Schweden seine zweite WM als tschechischer Nationalcoach in Angriff nehmen und kann dabei wieder auf etliche NLA-Spielerinnen zurückgreifen. Seine wichtigste Akteurin bleibt jedoch Eliska Krupnova. Die Stürmerin von Pixbo Wallenstam wurde im letzten Jahr zur besten Unihockeyspielerin der Welt ausgezeichnet und vertritt ihr Heimatland zum sechsten Mal an einer Weltmeisterschaft.

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Sascha Rhyner will mit den Tschechinnen einen Schritt vorwärts machen. (Bild: Dieter Meierhans)

Wijk die grosse Abwesende
Nach fünf Mal Silber musste sich vor zwei Jahren Finnland mit Bronze begnügen. Diesmal soll zumindest wieder die Halbfinal-Teilnahme her. Im Team von Lasse Kurronen befinden sich mit Sara Piispa (2. WM-Teilnahme), Torhüterin Krista Nieminen (2.) und Hanna Niemlä (1.) drei NLA-Söldnerinnen im Aufgebot. Die erste Geige werden aber wie gewohnt die Kauppi-Zwillinge Oona und Veera spielen. Es scheint, als ob die Beiden auch mit 24 Jahren von Jahr zu Jahr besser werden. Gemeinsam mit Verteidigungsministerin My Kiipilä (4. WM) werden die Geschwister für das gefährlichste Powerplay des Turniers sorgen.

In dieser Kategorie kann nicht mal der Rekord-Weltmeister Schweden mithalten. Trotzdem sind die Skandinavierinnen auch in diesem Jahr die Favoritinnen auf den Titel. Nach dem neunten Gold in Neuenburg hat Haupt-Trainerin Asa Karlsson einen leichten Umbruch vollzogen und um die Routiniers Emelie Wibron, Moa Tschöp, Amanda Delgado Johasson und Cornelia Fjellstedt ein jüngeres Team aufgebaut. «Es ist die Zeit gekommen, um jüngeren Spielerinnen eine Chance zu geben», meinte Karlsson bei der Bekanntgabe des Kaders.

Die grosse Abwesende beim Rekord-Weltmeister heisst Anna Wijk - die mehrmalige Spielerin des Jahres befindet sich in einer Baby-Pause. Im Gegensatz zur letzten WM wird Schweden auch nicht mehr von NLA-Spielerinnen ergänzt. Alice Granstedt hat den Stock an den Nagel gehängt und Iza Rydfjäll fand in der Equipe keinen Unterschlupf mehr. Dass der neunfache Weltmeister aber auch so der heisseste Anwärter auf den Titelgewinn ist, zeigte die letzte EFT im Oktober. Schweden gewann das Turnier mit einem Torverhältnis von 30:11. Das zehnte Gold soll her, erst recht weil die WM vor der eigenen Haustür stattfindet.

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Die grosse Abwesende: Anna Wijk hat mit Schweden sechs Mal Gold gewonnen. (Bild: Dieter Meierhans)


Gruppe A
Schweiz (2.)
Tschechien (4.)
Polen (6.)
Lettland (7.)

Gruppe B
Schweden (1.)
Finnland (3.)
Slowakei (5.)
Deutschland (8.)

 

 

 

 

 

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