23.
01.
2002
Champions Cup | Autor: Rot-Weiss Chur

Interview mit Tom Engel - All-Star am Europacup und Meistercenter

Das Webteam von Rot-Weiss Chur sprach mit Tom Engel, der sich im Moment den Europacup-Frust von der Seele scort...
Vor 2 Wochen ging der 9. Europa-Cup der Landesmeister mit dem Sieg des grossen Favoriten Haninge zu Ende. Rot-Weiss erreichte dabei, wie schon in den letzten beiden Versuchen, den undankbaren 4. Platz. Wie fällt dein Fazit aus?
Wir haben die Erwartungen einigermassen erfüllt. Ich finde wir haben abgesehen von den beiden Startdritteln gegen HIFK und Haninge sehr solide gespielt und uns gegenüber der Meisterschaft klar gesteigert. Eine Medaille wäre sicher dringelegen, aber wir haben uns im kleinen Final schlicht zu dämlich angestellt, obwohl das sog. „Momentum„ in diesem Spiel zu Beginn des letzten Drittels eindeutig auf unserer Seite lag. Die Enttäuschung hält sich aber im Vergleich zum Vorjahr in Grenzen, da wir nicht mit den gleich hohen Erwartungen wie damals ins Turnier gingen.

Was denkst du sollte im Schweizer Unihockey verbessert werden, damit beim nächsten Mal eine Medaille drinliegt?
Haninge sollte wieder Meister werden, damit nächstes Jahr nur je ein schwedisches bzw. finnisches Team dabei ist... nein Spass beiseite, die grössten Defizite bestehen meiner Meinung nach im Passspiel, welches bei uns viel zu ungenau ist und in der Ballorientiertheit der Spieler. In der Schweiz hat jeder Spieler das Gefühl, er müsse den Ball immer an der Schaufel haben. Es kann aber nur ein Spieler den Ball haben, während die Spieler ohne Ball versuchen sollten, Löcher in die gegnerische Defense zu reissen oder den ballführenden Spieler zu unterstützen. Ebenso wird auch in der Verteidigungsarbeit zu häufig auf den Ball geschaut, sodass es auf diesem Niveau immer zu Toren wegen mangelnder Deckungsarbeit kommt. Was zudem mit flachen, nicht holpernden (kein Drall!), scharfen und exakten Pässen möglich ist, hat Haninge eindrucksvoll demonstriert. Ebenfalls besteht in Sachen Effektivität ein Manko. HIFK etwa erzielte aus acht (!) Torschüssen fünf Tore... Diesem Übel kann durch vermehrte Direktschüsse und härterer Arbeit im gegnerischen Slot abgeholfen werden. Nicht zuletzt im mentalen Bereich sollten noch Fortschritte erzielt werden. Ich stelle immer wieder fest, dass Schweizer Spieler während den Spielen zu lange einer vergebenen Chance nachtrauern oder über einen begangenen Fehler nachstudieren, anstatt sich ausschliesslich auf ihren nächsten Einsatz zu konzentrieren.

Du bist am Schluss des Turniers ins All-Star-Team gewählt worden. Was bedeutet dir diese Auszeichnung?
Nun, ganz objektiv gesehen, hätte wohl Jonte Kronstrand meinen Platz einnehmen müssen. Die Wahl hat mir aber schon etwas Selbstvertrauen gegeben, obwohl ich grundsätzlich glaube, meine Leistung selbst am besten beurteilen zu können. Zugunsten einer Medaille hätte ich jedenfalls gerne auf diese Auszeichnung verzichtet.

Wie bist du mit deinen persönlichen Leistungen am Europa-Cup zufrieden?
Ich kann zufrieden sein. Vor allem in defensiver Hinsicht hatte ich nicht viele Durchhänger, hatte meine Gegenspieler meistens im Griff und konnte ziemlich viele Zweikämpfe für mich entscheiden. Offensiv wars auch ganz passabel, v.a. gegen die Norweger habe ich aber im Abschluss etwas gesündigt... Wichtig war für mich, in den schwierigen Phasen (Schlussphase Greaker-Spiel, 1. Drittel gegen Haninge) positiv zu bleiben und mich immer nur auf den nächsten Einsatz zu konzentrieren. Das ist mir ganz gut gelungen.

In den letzten beiden Meisterschaftsspielen hast du nicht weniger als 14 Scorerpunkte erzielt. Bist du nun in Topform oder gibt es noch Punkte, die du unbedingt verbessern willst?
Von Topform kann nicht die Rede sein! Körperlich, aber auch mental bin ich etwas am Anschlag. Der Europa-Cup kostet einfach sehr viel Substanz. Wir haben seit anfang Januar bereits acht Spiele absolviert. Gegen Köniz und Kloten bspw. musste ich mich anfangs richtig überwinden, mich zu bewegen. Das habe ich getan, und nach dem ersten Tor ist dann plötzlich alles von allein gegangen. Das hat mir einmal mehr gezeigt, wieviel man mit der richtigen Einstellung bewirken kann. Im Moment scheine ich einfach einen Lauf zu haben. Ich bin mir aber bewusst, dass mir vielleicht schon bald die gegnerische Kiste wieder wie vernagelt vorkommen kann. Darum mache ich mir nicht allzuviel aus diesem momentanen Höhenflug. Generell als verbesserungswürdig erachte ich in offensiver Hinsicht meine Effizienz und in der Defensive meine mangelhafte Blockarbeit bei gegnerischen Distanzschüssen. Zudem lässt auch meine Disziplin gegenüber den Schiris zuweilen etwas zu wünschen übrig...

Rot-Weiss Chur steht im Moment an der Spitze der Meisterschaft. Bist du zufrieden mit den bisherigen Leistungen des Teams?
Meine Bilanz fällt durchzogen aus. Vor Saisonbeginn hätte ich nie gedacht, dass wir während der ganzen Quali zuoberst stehen würden. Unser Tabellenrang entspricht meiner Meinung nach aber nicht unbedingt unseren gezeigten Leistungen. In der Meisterschaft haben wir vielleicht in drei, vier Spielen phasenweise angedeutet, wozu wir eigentlich fähig sind. Zudem müssen wir noch den Beweis erbringen, dass wir allenfalls auch in den Playoffs gegen die anderen Spitzenteams Wiler und Alligator gewinnen können. Wenn wir als Team (und damit meine ich alle Spieler, von der Nr. 1 bis zur Nr. 28) die gleiche oder noch bessere Spannung und Konzentration aufbauen können wie teilweise während des Europa-Cups, dann steht das für mich ausser Frage. Nur werden wir nicht einfach in den Playoffs den Hebel umlegen können und glauben, dass dann jeder wirklich bereit sein wird. Darum müssen wir endlich die zwischenzeitlichen Durchhänger in den Spielen eliminieren und bessere Trainingsqualität abliefern!

Was hat dich in dieser Saison am meisten gefreut oder überrascht?
Überrascht hat mich das Auftreten von Torpedo, denn vor Saisonbeginn hätte ich ihnen nicht zugetraut, ein ernsthafter Playoff-Kandidat zu sein. Sie zeigen aber, was mit einem guten Spirit möglich ist. Am meisten Freude hat mir bis jetzt das Zusammenspiel mit Bräggi und Fritte bereitet. Die beiden geben immer alles, und wir ergänzen uns mittlerweile sehr gut. Wenn wir genügend in Bewegung sind, dann ergeben sich die Chancen automatisch. So wie es im Moment läuft, machts Spass!

Welches sind die grössten Enttäuschungen?
Die grösste Enttäuschung war sicherlich das Cup-Out gegen Uster. Wie wir dieses Spiel vergeigt haben, war wirklich schulbubenmässig... Dabei wäre es dieses Jahr wohl so einfach wie noch nie gewesen, in den Cupfinal einzuziehen. Schade, denn dieser hat sich in den letzten Jahren zu einem bemerkenswerten Event entwickelt. Sicherlich auch nicht gerade erfreulich sind die rückläufigen Zuschauerzahlen. Wenn bei einem Spitzenkampf zwischen Rot-Weiss und Alligator nicht einmal mehr 500 Leute erscheinen, dann macht man sich schon so seine Gedanken.

Wie sieht deine persönliche Zukunft aus?
Das weiss ich noch nicht. Im Moment kann ich mir von Rücktritt über Klubwechsel bis zum Verbleib bei Rot-Weiss alles vorstellen. Darüber werde ich mir in der nächsten Zeit den Kopf zerbrechen müssen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück für den weiteren Meisterschaftsverlauf!

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1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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