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Die Jagd nach Premieren
Nach einem Vierteljahrhundert finden die Cupfinals erstmals nicht mehr im Wankdorf, sondern in Kriens statt. Thurgau, die Skorps, die Iron Marmots und BEO hoffen derweil auf einen ersten Cuptitel.
Neben dem Wechsel von der Wankdorfhalle in die 4000 Zuschauer fassende Pilatus Arena in Kriens gibt es auch am Tagesprogramm eine kleine Veränderung. Eröffnet wird der Cupfinal-Tag nun wieder mit dem Ligacup der Frauen, nachdem in den letzten Jahren die Männer das frühe Spiel um 9:00 Uhr bestritten. Gleich in beiden Finalspielen auf dem Kleinfeld vertreten ist der UHC Oekingen, der auf einen historischen Erfolg hofft: Erstmals seit UHCevi Gossau im Jahr 2013 und zum erst zweiten Mal überhaupt könnten beide Titel im Ligacup an denselben Verein gehen. Oekingens Männer sind zudem Titelverteidiger, die Frauen (bestens bekannt als "Ö-Queens") gewannen zuletzt 2024. Vor einem Jahr ging die Kleinfeld-Trophäe an die Skorps, die dieses Jahr im Halbfinal scheiterten. Letztmals gelang die erfolgreiche Titelverteidigung im Ligacup im Jahr 2020, als Semsales (Frauen) und Cazis (Männer) den Erfolg vom Vorjahr wiederholten.
A propos Cazis: Während sich der Kleinfeld-Traditionsverein aus der Meisterschaft zurückzieht (wir berichteten), steht mit den Iron Marmots Davos-Klosters ein neues Bündner Team auf der ganz grossen Cup-Bühne. Im Halbfinal gewannen die Marmots das Derby gegen Cazis mit 20:17, gegen Oekingen dürfte sich die Sache mit dem Toreschiessen etwas schwieriger gestalten. Bekannte Gesichter gibt es aber auch bei den Marmots: Linard Guidon, Goalie Christian Hartmann, Adrian Marugg oder Silvan Tanner sind nur einige der Spieler mit langjähriger Nationalliga-Erfahrung, erst recht nicht mehr vorzustellen braucht man die langjährigen Malans-Teamstützen Simon Nett und Remo Buchli.
Auf dem Grossfeld nehmen die Skorps einen neuen Anlauf, endlich einen grossen Final zu gewinnen. Gelingt dies ausgerechnet in einem Jahr, in dem weder Doris Berger (wechselte an Weihnachten zu Thorengruppen in die SSL) noch Nathalie Spichiger (seit letztem Sommer bei Zug) für die Emmentalerinnen auflaufen? In der Liga hinterliessen die Skorps zuletzt keinen allzu bestechenden Eindruck und verpassten erstmals seit 2019 wieder das Playoff-Heimrecht. Anders als 2022 oder 2024 dürfte deshalb aber der Druck des "Gewinnen müssens" etwas kleiner sein. Zug dürfte dennoch als Favorit in die Partie gehen, nur schon wegen der überragenden Liga-Topskorerin Julia Croneld (40 Tore in 17 UPL-Spielen) - Isabelle Gerig hingegen, mit 38 Assists und als zweitbeste Skorerin der Liga die perfekte Ergänzung zur eiskalten Vollstreckerin Croneld, könnte den Final verpassen, da sie sich am letzten Sonntag beim Spiel in Kloten gegen die Jets verletzte.
Den genannten Druck des "Gewinnen müssens" nur allzu gut kannte bis vor einem Jahr der HC Rychenberg. Mit dem ersten Titelgewinn seit 29 Jahren und nach einigen besonders bitteren Momenten in der Wankdorhalle fiel eine tonnenschwere Last von den Winterthurer Schultern. Diese Saison, nach dem Abgang einiger langjähriger Leader und trotz der Verpflichtung des schwedischen Starstürmers Oskar Weissbach, dümpeln die Eulachstädter ziemlich unkonstant durch den Liga-Alltag. Dient der Cup als willkommenes Highlight und Initialzündung für einen erfolgreichen Playoff-Frühling? Auf der Gegenseite steht mit Thurgau ein Team, das erstmals den Cupfinal bestreitet. Erfahrung aus grossen Spielen ist dank zahlreicher Akteure aus den A- und U-Nationalteams dennoch reichlich vorhanden, und man darf auf den ersten Cupfinal von Topskorer Aaro Helin und Weltmeister-Goalie Oskari Fälden gespannt sein.
Cupfinals - Samstag, 21. Februar 2026
9:00 Uhr - Ligacup Frauen
UH Berner Oberland - UHC Oekingen
12:15 Uhr - Ligacup Männer
Iron Marmots Davos-Klosters - UHC Oekingen
16:00 Uhr - Schweizer Cup Frauen
Skorpion Emmental Zollbrück - Zug United
19:30 Uhr - Schweizer Cup Männer
HC Rychenberg Winterthur - Floorball Thurgau
85.3.240.72
21. 02. 2026