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Wiedmer: "Resultat in dem Moment zweitrangig"
Der junge Stürmer Oliver Wiedmer konnte mit Floorball Thurgau den ersten Titel der Vereinsgeschichte feiern - gleich bei der ersten Teilnahme an einem grossen Finalspiel und keine vier Jahre nach dem Thurgauer Aufstieg in die höchste Liga. Nach dem Spiel konnten wir uns mit ihm unterhalten.
Blicken wir auf dieses Spiel zurück. Die ersten 20 Minuten waren extrem wild. Hast du es auch so erlebt - und war das geplant?
Oliver Wiedmer: Wir haben versucht, unser Spiel durchzuziehen. Es gelang zwar zu Beginn noch nicht in jedem Shift gut genug, aber das Ziel war es zuerst einmal, die Arena zu "spüren", wie sich das überhaupt anfühlt, zum ersten Mal in einem Final zu stehen. Das lässt einen nicht kalt. Vielleicht sah es darum am Anfang manchmal etwas hektisch aus. Je länger das Spiel dauerte wussten wir aber: Wenn wir gewisse Sachen richtig machen, gehört uns das Spiel.
Es läuft gut, nach 40 Minuten ist 4:1. Mit welchen Gedanken habt ihr das letzte Drittel in Angriff genommen? Einfach hinten reinstehen war sicherlich keine Option.
Genau das haben wir in der Garderobe besprochen. Es hiess: Das Resultat ist nun vorerst zweitrangig. Wir müssen auf den Moment schauen, immer die nächsten 40-50 Sekunden, einen Shift nach dem anderen. Nicht gross überlegen, was war vorher oder was ist nachher, sondern im Moment bleiben. Die Sirene würde dann schon irgendwann kommen.
Ich hatte auch das Gefühl, dass ihr es clever gemacht habt, insbesondere im Spiel mit Ball. Spricht für eine gute Vorbereitung, gerade vor so einem Final, der für viele der erste auf so einer grossen Bühne war?
Ja, wir wussten dass unsere Stärken eigentlich im Spiel mit Ball liegen. So haben wir uns vorgenommen, dies auch umzusetzen. Natürlich gab es dann eine, zwei Entscheidungen in der Mittelzone, wo wir hätten cleverer agieren können. Aber sobald wir den Ball vorne hatten, lief es eigentlich gut.
Beim Weg von der Tribüne hierher erwischte ich mich bei einem kleinen "Reality Check"- vor vier Jahren war Thurgau noch in der NLB! Ist einem das manchmal noch bewusst, wenn man sieht, wie weit ihr seither gekommen seid, mit so einem jungen Team?
Das ist sicher ein Teil des Ganzen. Man darf nicht vergessen, wie jung bei uns alle noch sind und wie jung auch unsere Geschichte als Team und Verein auf diesem Level noch ist. Wir sind in diesen Jahren gewachsen, viele haben in sehr jungen Jahren schon mehrere Saisons in der höchsten Liga gespielt. Darauf können wir mit Stolz zurückblicken, und es ist uns auch diese Saison noch einmal gelungen, einen Schritt vorwärts zu machen.
Bei Thurgau denkt man immer auch an die Sportschule im Hintergrund, die in dieser Art ein Pionierwerk im Schweizer Unihockey ist. Vergibt Erlen nun Ehrenbürgerschaften?
Es sind auch sehr viele Leute in diesem Team, die nicht an der Sportschule waren und der Erfolg heute gehört allen Beteiligten gleichmässig - aber das Konzept trägt natürlich seine Früchte (lacht).