08.
03.
2008
Liga Cup Männer | Autor: Keller Damian

Gossau verteidigt Titel mit Rekordsieg

Der UHCevi Gossau hat seinen Liga-Cup Titel erfolgreich verteidigt. Der 24:9 Erfolg über Sursee war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Der Cup hat seine eigenen Gesetze, sagt man. Gewisse Naturgesetze lassen sich aber nicht ignorieren. Wenn eine Mannschaft deutlich stärker ist als die andere, dann gewinnt sie auch. So geschehen im Final des Liga-Cups zwischen dem UHCevi Gossau und Zweitligist Sursee 86. Die Gossauer stellten das Team mit mehr Erfahrung, mehr Klasse, mehr Feuerkraft. Schon nach dem ersten Drittel führten sie mit 9:4. Die Zentralschweizer versuchten zwar immer wieder, Emotionen ins Spiel zu bringen und näher heran zu kommen. Aber das liess die Routine der Gossauer nicht zu. Sinnbildlich dafür eine Szene mit Verteidiger James Bücheler, der den Ball einmal eine volle Minute hinter dem eigenen Tor hielt und sich partout nicht zu einer unüberlegten Angriffsauslösung verleiten liess, Pfeifkonzert der lautstarken Surseer Fangemeinde hin oder her.

Torfestival sorgt für Verschiebung
Am Ende standen 33 Treffer auf der Anzeigetafel. Noch nie fielen in der 23-jährigen Geschichte der Unihockeycupfinals so viele Tore, noch nie gewann ein Team mit 15 Toren Differenz. Die Gossauer haben sich einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Und da jeder einzelne Treffer vom Wurf eines Sponsorengeschenks durch den Torschützen ins Publikum begleitet wurde, verschoben sich die nachfolgenden Cupfinals der Frauen und Männer um fast eine halbe Stunde, deren Fans mussten vor der Wankdorfhalle in der Kälte auf Einlass warten. Dass sich auf Gossauer Seite dafür niemand entschuldigen wollte, ist klar.

Akribische Vorbereitung
Sich auf einen unterklassigen Gegner vorzubereiten ist ein schwieriges Unterfangen. Gossau-Trainer Lukas Roth überliess dennoch nichts dem Zufall. „Wir haben Sursee gefilmt und dessen Spielweise genau analysiert", erklärt er. Was er dabei gesehen hat: Ein gradliniges, von schnellen Abschlüssen geprägtes Spiel. So schaffte es Sursee im Halbfinal, den Favoriten Stadtrose Rapperswil zu eliminieren. Roth stellte sein Team auf diese Spielweise perfekt ein. Dass der Aussenseiter nicht unterschätzt wurde, liegt auch an der Cupfinal-Niederlage von 2006. Damals verlor Favorit Gossau gegen Rapperswil. „Diese bittere Niederlage steckt uns noch immer in den Knochen. Wir waren zu überheblich und wurden dafür bestraft. Das sollte uns nie mehr passieren", blickt Roth zurück. Offenbar haben die Zürcher die Lektion gelernt - seit damals haben sie, in Cup und Meisterschaft, nur noch eine einzige Partie verloren.

Geschlossene Teamleistung
Gossau schickte drei ausgeglichene Linien in diesen Cupfinal. Alle beteiligten sich fleissig an der Torproduktion. Wie so oft stach dabei Matthias Keller (drei Tore, drei Assists) heraus, aber speziell herauszuheben braucht man keinen. Immerhin liess sich Coach Roth dazu verleiten, der Linie mit Thomas Zuppinger, Fabian Gschwend und Christian Wenger ein Sonderlob auszusprechen. Es gibt in der Schweiz kein anderes Team, das eine solche Formation, als nominell dritte Line aufs Feld schicken kann. Thomas Zuppinger, der sich über die ganze Partie mit Sursees Thomas Etterlin ein Privatduell mit viel Körperkontakt lieferte: „Ehrlich gesagt war ich von Sursee etwas enttäuscht, ich hätte mehr Gegenwehr erwartet." Aber dafür können die Gossauer ja nichts, es war ihre eigene Spielweise, die den Gegner nicht zur Entfaltung kommen liess.

Grosse Genugtuung
Auf den Schlusspfiff im letztjährigen Cupfinal folgten Jubelstürme. Diesmal wurde der Sieg mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Zu klar war das Ergebnis, als dass man sich euphorisch darüber gefreut hatte. Noch einmal Roth: „Jeder Titel hat seine eigene Geschichte. In unserer vierten Finalteilnahme in Serie liessen wir uns durch die spezielle Atmosphäre im Wankdorf nicht mehr ablenken, konzentrierten uns auf das Sportliche." Das Bad in der Menge nach dem Finalsieg genossen die Gossauer dennoch sichtlich. Zur Routine werden Cupsiege auch bei der besten Kleinfeldmannschaft der Schweiz noch lange nicht.


UHCevi Gossau - UHC JW Sursee 86 II 24:9 (9:4, 7:3, 8:2)
Neue Wankdorfhalle, Bern - 260 Zuschauer
SR: Seelhofer
Tore: 2. Keller (Bücheler) 1:0. 4. Etterlin 1:1. 5. Cerere (Etterlin) 1:2. 5. Gschwend (Wenger) 2:2. 7. Bücheler (Keller) 3:2. 13. Ruchti (Wenger) 4:2. 14. Gschwend 5:2. 15. Leimbacher 6:2. 16. L. Widmer (Keller) 7:2. 16. B. Widmer (Leimbacher) 8:2. 16. Etterlin (Cerere) 8:3. 18. Wenger 9:3. 19. Cerere (Etterlin) 9:4. 21. Bücheler (Keller) 10:4. 26. Keller (Ruchti) 11:4. 27. Gschwend (Zuppinger) 12:4. 31. Huber (Steiner) 12:5. 32. Wenger (Zuppinger) 13:5. 33. Etterlin 13:6. 34. Bücheler (Zuppinger) 14:6. 35. Zuppinger (Gschwend) 15:6. 39. Steiner (Cerere) 15:7. 39:04. Huber (Keller) 16:7. 42. L. Widmer (Keller) 17:7. 45. Steiner 17:8. 45. L. Widmer (Keller) 18:8. 48. Ruchti (Wenger) 19:8. 49. Keller 20:8. 49. Huber (Steiner) 20:9. 53. L. Widmer (Wenger) 21:9. 53. Walther 22:9. 55. Zuppinger 23:9. 56. B. Widmer (Keller) 24:9.
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen UHCevi Gossau. 6mal 2 Minuten gegen UHC JW Sursee 86 II
Gossau: Knoll; Bücheler, L. Widmer, Keller; Ruchti, Leimbacher, B. Widmer; Zuppinger, Wenger, Gschwend
Sursee: Dolder; Hardegger, Schüpbach, Egli; Frank, Lerere, Etterlin; Stocker, Huber, Steiner; Brändler


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Tabellen

1.Grasshopper Club Zürich+6344.000
2.Floorball Köniz+3538.000
3.SV Wiler-Ersigen+2735.000
4.UHC Alligator Malans+2829.000
5.HC Rychenberg Winterthur-426.000
6.Zug United+324.000
7.Waldkirch-St. Gallen-823.000
8.UHC Uster-724.000
9.Chur Unihockey+922.000
10.Tigers Langnau-2913.000
11.UHC Thun-689.000
12.Ad Astra Sarnen-497.000
1.Kloten-Dietlikon Jets+7042.000
2.Skorpion Emmental Zollbrück+5936.000
3.piranha chur+4030.000
4.Wizards Bern Burgdorf+1822.000
5.Red Ants Winterthur-518.000
6.Zug United+119.000
7.Unihockey Berner Oberland+020.000
8.UHC Laupen ZH-2713.000
9.FB Riders DBR-4213.000
10.UH Red Lions Frauenfeld-1140.000
1.Floorball Thurgau+9350.000
2.Unihockey Basel Regio+4944.000
3.Kloten-Dietlikon Jets+2840.000
4.Ticino Unihockey-334.000
5.Regazzi Verbano UH Gordola-133.000
6.UHT Eggiwil-1331.000
7.UHC Sarganserland-2327.000
8.Floorball Fribourg-1026.000
9.UHC Grünenmatt-425.000
10.I. M. Davos-Klosters-3321.000
11.Unihockey Langenthal Aarwangen-3419.000
12.RD March-Höfe Altendorf-4910.000
1.Waldkirch-St. Gallen+6352.000
2.UH Appenzell+3541.000
3.Hot Chilis Rümlang-Regensdorf+2839.000
4.Aergera Giffers+2232.000
5.UH Lejon Zäziwil+726.000
6.Nesslau Sharks-1323.000
7.Unihockey Basel Regio-1422.000
8.UC Yverdon-2917.000
9.Floorball Uri-3610.000
10.Visper Lions-638.000

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