03.
2014
Viele Sieger am Final Föhr
Wie in der Schweiz wurde auch in Deutschland der Cupsieger am letzten Wochenende ausgemacht. Im Final-4-Turnier auf der idyllischen Nordsee-Insel Föhr setzten sich die beiden Weissenfelser Teams durch. Vor allem der Enthusiasmus auf der Insel tat dem deutschen Floorball gut.
Turbulente Zeiten erlebte der deutsche Floorball in den letzten Wochen. Verärgerte Präsidenten, Spieler und Trainer - der Dachverband Floorball Deutschland stand arg unter Beschuss. Nach dem nun auch - nach den Verbänden Sachsen und Sachsen-Anhalt - der Landesverband Nordrhein-Westfalen einen offenen Brief an den Dachverband aufsetzte, fehlt «nur» noch ein Landesverband, um eine ausserordentliche Delegierten-Versammlung verlangen zu können.
Auch im Vorfeld des Final-4-Turniers, also dem deutschen Pendant zu unserem Cupfinal, gab es Misstöne. Um sich die hohen Kosten des Aufenthalts auf der Insel Föhr ganz im Norden Deutschlands sparen zu können, sollen sich einige Teams im Vorfeld nicht ganz so kräftig gegen eine Niederlage gewehrt haben. Da Föhr nur via Fähre erreichbar ist, waren für die qualifizierten Teams die An- und Abreise eine logistische Herausforderung.
Das letzte Wochenende zeigte aber vor allem eines: Floorball Deutschland lebt. Der Enthusiasmus der Insulaner - aus Föhr stammen einige sehr gute Spielerinnen und Spieler - steckte die Floorballer an. Dank guten Beziehungen zum IFF und etwas Glück konnte sogar der Gerflor-Boden für die Finalspiele ausgeliehen werden. Mit Mann und Maus - auch die Vorstandsmitglieder des Dachverbands packten kräftig an, ebenso die Fans der Final-Teams - wurde die Wyker Sporthalle in eine schmucke Mini-Arena verwandelt. Über 500 Zuschauer waren am Sonntag beim Männerfinal answesend.
Sportlich hiess der Sieger Weissenfels. Zuerst gewannen die Frauen in der Verlängerung gegen Grimma, dann doppelten die Männer mit einem 9:4 gegen Wernigerode nach. Im Halbfinal kitzelte der freche Aufsteiger aus Bayern, die Red Hocks Kaufering den Favoriten aus Weissenfels, verloren aber knapp 6:8. Spektakulärer noch der erste Halbfinal. Wernigerode kehrte einen 1:5-Rückstand gegen den unterklassigen SSF Bonn (2. Bundesliga) in ein 6:5 in der Verlängerung. Mit Ablauf der Verlängerung erzielte Robert Müller das Tor zum Finaleinzug. Bitter daran: Bonn verlor bereits im Vorjahr gegen die Red Devils, ebenfalls nach einem hohen Vorsprung...
Einige Impressionen aus Föhr:
Die Storify der Kollegen vom Floorballmagazin
Video-Zusammenfassung Männerfinal
Video-Zusammenfassung Frauenfinal: