04.
2017
Falun zum Vierten
Im SM-Finalen der Männer setzte sich IBF Falun im Stockholmer Globen vor 12'792 Zuschauern gegen Växjö mit 5:4 durch und sicherte sich zum vierten Mal die Meisterschaft. Während für Manuel Engel die Saison mit einer grossen Enttäuschung zu Ende ging, darf sich Nicola Bischofberger als erster Schweizer Feldspieler «Schwedischer Meister» nennen.
Falun, das die Qualifikation nach Belieben dominierte, wurde als der grosse Favorit im schwedischen Final gehandelt. Doch die Angelegenheit wurde enger, als allgemein erwartet. Växjö, das die Regular Season immerhin auf dem zweiten Rang abschloss, verlangte Falun alles ab.
Die Mannschaft von Niklas Norden erwischte den besseren Start und führte nach 16 Minuten und einem Doppelschlag durch Jesper Sankell und André Andersson mit 2:0. Vor allem Sankells Tor war sehenswert, als er zuerst Johan Fahlström tunnelte und mit seinem Abschluss unters Lattenkreuz Johan Rehn keine Chance liess. Växjös 2:0-Führung nach dem ersten Drittel ging in Ordnung. Falun fand bis zu diesem Zeitpunkt nie richtig ins Spiel.
Engels Ausfall
Doch die Jungs von Thomas Brottman kamen wie verwandelt aus der Garderobe und erzielten nach nur 73 Sekunden durch Jonas Adriansson den Anschlusstreffer. Vier Minuten später kombinierten sich Palmén und Hallén zum Ausgleich. Der Schweizer Nationalspieler Manuel Engel startete bei Växjö als Steuerflügel in der ersten Formation neben Filip Kjellson und André Andersson. Nach ein paar Minuten verletzte sich der Emmentaler allerdings am Knie und konnte zwecks Behandlung eine Weile nicht mittun.
Just als Engel im Mittelabschnitt wieder auf das Spielfeld zurückkehrte, wurde seine Mannschaft wieder stärker. In der 31. Minute bediente er Andersson mit einem feinen Querpass zum 3:2. Falun trat aber im Mitteldrittel - das es mit 4:1 für sich gewann - insgesamt konsequenter auf und ging nach 39 Minuten durch Adrianssons zweitem Streich erstmals in Führung.
Das letzte Drittel war wieder ausgeglichen. Doch Växjö wurde nach dem erneuten Ausgleich etwas gar passiv - wie so oft, wenn man als Aussenseiter das Spiel bis kurz vor Schluss ausgeglichen gestalten kann. So überraschte es nicht, dass Falun in der 49. Minute der entscheidende Treffer gelang - natürlich durch Superstar Alexander Galante-Carlström.
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Manuel Engel musste im zweiten Drittel das Feld kurzzeitig verlassen. (Bild: Per Wiklund)
Bischis Emotionen
Die Mannschaft von Engel, der das Spiel mit einer +1 Bilanz (2:1) beendete, warf danach noch einmal alles in die Waagschale und kam noch zu einigen guten Chancen. Die grösste vergab 90 Sekunden vor Schluss Ludwig Persson, als er nach einer tollen Kombination aus kürzester Distanz das halbleere Tor nicht traf.
Nicola Bischofberger kam beim neuen Meister während den ganzen 60 Minuten nicht zum Einsatz. Dafür ging der Nesslauer auf der Bank voll mit seinen Teamkollegen mit und verhielt sich äusserst vorbildlich. Jede gelungene Aktion wurde von ihm in bester «Kanebjörk-Manier» gefeiert. Etwas das man vom Verteidiger sonst nicht allzu oft sieht.
Mit dem vierten Meistertitel in den letzten fünf Jahren unterstrich Falun seine Vormachtstellung im schwedischen Unihockey. Mit dem vierten Titel ist der Verein nun mit Storvreta und Warberg gleichgezogen. Nur Lockerud kann mit fünf Meistertiteln noch einen mehr aufweisen. Bischofberger ist der erste Schweizer Feldspieler bei den Männern, der in der weltbesten Liga Meister wurde. Dieses Kunststück gelang zuvor nur Torhüter Mark Wolf mit Pixbo.
Doch auch Manuel Engels Växjö gebührt für seine Entwicklung Respekt. 2013 stieg der Klub erstmals in die SSL auf. Danach folgten kontinuierliche Fortschritte mit der ersten Playoff-Qualifkation, der ersten Halbfinal- und nun der ersten Final-Teilnahme. Vielleicht folgt ja im nächsten Jahr der erste Titel...
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Zeigte Emotionen: Nicola Bischofberger geht während dem Spiel voll ab. (Bild: Per Wiklund)