Sexappeal inklusive
Beide stehen mit ihren Vereinen Piranha Chur und Chur Unihockey momentan auf einem Playoff-Platz. Beide liegen in der teaminternen Skorerliste auf Rang 2 Cadisch ist damit hinter Matthias Hofbauer und Teamkollege Tom Engel der drittbeste Skorer der Liga mit Schweizer Pass. Beide sind im Cup-Halbfinal enttäuschend ausgeschieden. Vielleicht stimmt es ja wirklich, dass sich Paare im Verlauf der Zeit
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Sexappeal inklusive
Sie gelten als das Glamour-Paar der Schweizer Unihockey-Szene. Ramona Gabathuler und Andreas Cadisch machen auf und neben dem Platz eine gute Figur.
TEXT: Martin Schütz
FOTOS: Daniel Zannantonio / Erwin Keller
Beide stehen mit ihren Vereinen Piranha Chur und Chur Unihockey momentan auf einem Playoff-Platz. Beide liegen in der teaminternen Skorerliste auf Rang 2 - Cadisch ist damit hinter Matthias Hofbauer und Teamkollege Tom Engel der drittbeste Skorer der Liga mit Schweizer Pass. Beide sind im Cup-Halbfinal enttäuschend ausgeschieden. Vielleicht stimmt es ja wirklich, dass sich Paare im Verlauf der Zeit angleichen. Die Parallelen finden sich aber schon in der jüngeren Vergangenheit. «Wir sind beide sehr ehrgeizig und verdauen Niederlagen schlecht» geben sie unumwunden zu. Beide sind durch Freunde vom Eishockey zum Unihockey gestossen und haben einen steilen Aufstieg hinter sich. Und, um die sportliche Aufzählung abzuschliessen: Beide gehören dem Nationalkader an und «geniessen» somit die Doppelbelastung während der Saison.
Aufgebaut worden
Cadisch ist acht Jahre älter als seine Partnerin und verfügt nach vier Meistertiteln sowie drei Cupsiegen bereits über einen grossen sportlichen Erfahrungsschatz. Wann immer der Terminkalender es zulässt, besucht er ihre Spiele. Seine Tipps konnte Ramona in den vergangenen anderthalb Jahren gut gebrauchen. Ihr Selbstvertrauen ging nach der famosen ersten NLA-Saison, als sie von der Erstliga-Spielerin zur Nati-Stürmerin emporgeschossen war, etwas verloren. «Ich war dem Druck, im jungen Team von Piranha bereits eine Leaderfunktion übernehmen zu müssen, noch nicht ganz gewachsen» sagt sie rückblickend. Sie musste etliche Dämpfer einstecken und sich durch ihren Freund immer wieder aufbauen lassen. In der aktuellen Saison läuft es ihr wieder besser, und sie kann ihre wahre Klasse unter Beweis stellen. Umgekehrt versucht auch Gabathuler, an möglichst vielen seiner Spiele dabei zu sein - nicht selten gibt auch sie ihm Ratschläge. Cadisch ist bei Chur Unihockey einer der wenigen erfahrenen Leistungsträger und an der Seite Tom Engels für die Torproduktion verantwortlich (die beiden haben mehr als einen Drittel der Tore ihres Teams erzielt - Cadischs Highlight waren sechs Treffer gegen die Jets). Als im vergangenen Jahr die Fusion der beiden Stadtvereine bekannt gegeben wurde, war Andreas Cadisch einer der ersten, die dem neuen Verein zusagten. Er bereut diesen Schritt bis heute keinen Moment und bedauert lediglich, dass so viele Leistungsträger das Team verlassen haben.
Paralleles Saisonende?
Piranha dürfte sich für die Playoffs diese Saison souverän qualifizieren, im Halbfinal aber gegen Dietlikon oder die Red Ants einen sehr schweren Stand haben. Chur Unihockey weist eine Formkurve auf, die ebenfalls in Richtung Playoff zeigt. Dort allerdings würde man auf Wiler-Ersigen treffen. Nach dem 10:2 Debakel im Cup-Halbfinal gegen diesen Gegner müsste man annehmen, dass sich Ramona Gabathuler und Andreas Cadisch auch bezüglich Saisonende gleichen werden.
Persönliches
Vor über zwei Jahren haben sich die beiden im Churer Nachtleben kennen und lieben gelernt. Damals wie heute traf sich die Unihockeyszene in einem Insiderlokal in der Altstadt. «Dätsch», wie Andreas Cadisch von seinen Teamkollegen genannt wird, machte den ersten Schritt - und war, wie auf dem Feld, erfolgreich. Ramona schwärmt von ihrem Schatz in höchsten Tönen. «Seine Hilfsbereitschaft, seine lebensfrohe Art beeindrucken mich bis heute, und mit seinem Charme überrascht er mich immer wieder». Keine Spur vom «kaltblütigen Skorer» auf dem Feld in dieser Hinsicht also. Zwei negative Punkte findet sie dann aber doch noch. «Sein Hang zum Perfekten geht manchmal etwas zu weit. Oft ist ihm nichts gut genug. Ebenso kann er launisch sein». Seinen Charme setzt er am besten nur in ihrer Gegenwart ein, sonst kann es zu Eifersuchtsszenen kommen. «Zum Leben gehört ab und zu eine etwas heftigere Diskussion» meint Cadisch zu diesem Thema. Auf die Eigenheiten von Ramona angesprochen sagt er: «Sie ist eine sehr zärtliche, liebevolle und spontane Person. Aber auch eine Minimalistin, welche eigentlich viel mehr aus sich herausholen könnte». Eine Spontan-Aktion à la Gabathuler war zum Beispiel eine Bootsfahrt im Trainingslager in Schweden 2002 kurz vor einer Übungseinheit - das Training fand wegen Motorausfalls dann ohne sie statt.
Wellness und Shoppen
Wenn sich ein NLA-Pärchen findet, bleibt aufgrund der grossen Belastung nicht viel Freizeit. Dafür ist aber das gegenseitige Verständnis gross, und die wenigen gemeinsamen Stunden geniesst man umso mehr. Besuche im Thermalbad sorgen für die nötige Erholung. Verwöhnen lassen sich die beiden dann meist auch in den Ferien, am liebsten in einem Wellness-Hotel im benachbarten Ausland. Oder sie ziehen sich in das Maiensäss der Familie Cadisch oder das Gabathulersche Ferienhäuschen am Comersee zurück.
Auch das Durchstöbern von Kleiderläden aller Art im In- und Ausland gehört zu ihren Vorlieben. Sie legen beide viel Wert auf modisches Aussehen und guten Style. «Das war schon so, bevor wir uns kennen gelernt haben». Obwohl Cadisch einen kleinen Sponsoring-Vertrag mit Puma besitzt und sich als Model zur Verfügung stellt, kann dieses Hobby einiges kosten. Den Kleiderschrank in Ramonas kleiner Stadtwohnung teilen sie sich, auch wenn sie «offiziell» nicht zusammen wohnen.
Zukunftsträume
Dass sie in der Szene optisch auffallen und mit ihrem Auftreten zuweilen polarisieren oder auch Neider auf den Plan rufen, ist ihnen egal. Auch zwei Jahre nach ihrem ersten Kuss sind Ramona und Andreas über beide Ohren verliebt. Wenn es nach ihnen geht, soll dies auch weiterhin so bleiben. Zukunftspläne werden geschmiedet. Irgendwann ein eigenes Haus am Meer und mit den Sprösslingen Unihockey spielen, das wärs. Es empfiehlt sich das Sprichwort: «Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume!»