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1. Liga Männer | Autor: "Appenzeller Zeitung"

Dreifachhallen sind Mangelware

Viele Sportvereine haben regen Zulauf an Mitgliedern, doch die Infrastruktur für den Trainings und Spielbetrieb setzt ihnen Grenzen. Dies betrifft oft auch kleinere Unihockeyvereine. In Herisau beispielsweise bräuchte es eine zweite grosse Halle - doch wer soll sie bauen? Dieser Frage ist die «Appenzeller Zeitung» nachgegangen.

Dreifachhallen sind Mangelware Der UHC Herisau bräuchte dringend bessere Trainingsmöglichkeiten. (Bild: Damian Keller/Archiv)

Sieben Dreifachturnhallen stehen nach dem Ja zur Anlage Gerbe in Heiden frühestens ab Ende 2021 im Appenzellerland zur Verfügung. Nicht genug, finden Vertreter von Sportvereinen. Der Spielbetrieb von Sportarten wie Unihockey oder Handball braucht auf gewissen Stufen grosse Hallen. Der UHC Herisau, die Handballriege des TV Appenzell oder der TV Herisau haben regen Mitgliederzulauf. Und bei den Aktiven wird teils dreimal pro Woche trainiert. Entsprechend viel Platz benötigen die Vereine. Vielerorts ist die Hallenkapazität knapp. Einfache Hallen gibt es genügend - Mangelware sind die Dreifachturnhallen. Es bestehen zwei in Appenzell und je eine in Herisau, Teufen, Bühler, Gais. Dazu kommen je eine minim kleinere Halle in der Wies Heiden und an der Kantonsschule Trogen.

«Unsere Aktivspieler können erst ab 21 Uhr in der Dreifachhalle trainieren», das ist nicht optimal, findet Frank Huber, Sportlicher Leiter der Handballabteilung des TV Herisau. Ein anderes Thema spricht Raphael Jakob, Präsident des UH Appenzell an: «Alle Vereine müssen Kompromisse machen, um möglichst optimale Trainingsbedingungen zu schaffen.» So absolvieren die Unihockeyaner das Aufwärmen teils in den Gängen. Patrick Bacher, Leiter der Schulverwaltung Appenzell, attestiert den Vereinen hohe Kompromissbereitschaft. Optimierungsbedarf bei der Hallennutzung bestehe, daher sei es wichtig, dass die Vereine nur so viele Einheiten reservierten, wie sie benötigen.

Eine Verzichtsplanung ist nötig
Ein Blick auf die Belegungspläne der Dreifachturnhallen im Appenzellerland zeigt: Tagsüber werden sie hauptsächlich von Schulen genutzt und auch Abends sind sie sehr gut ausgelastet. Zwischen 18 und 23.30 Uhr absolvieren die Vereine Werktags Trainings, und an den Wochenenden werden Meisterschaftsspiele ausgetragen. Entsprechend anspruchsvoll ist die Planung der Belegung. «Wir bekommen das Maximum, das momentan möglich ist», sagt Paul Zähner, Präsident des UHC Herisau. Sein Verein zählt rund 220 Mitglieder. Einige Teams trainieren extern in Degersheim, wobei die Gemeinde Herisau finanzielle Unterstützung leistet. «Wenn wir sportlich vorwärts kommen wollen, müssen wir in zwei bis drei Jahren mehr Trainingseinheiten auf dem Grossfeld anbieten können», so Zähner. Bei der gegebenen Situation sei eine Verzichtsplanung nötig.

Treten an Ort in Herisau
Dem Gemeinderat sei bewusst, dass die Vereine an Grenzen stiessen, sagt Herisaus Gemeindepräsident Renzo Andreani. Aus finanzpolitischen Überlegungen komme ein Ausbau der Infrastruktur mittelfristig aber nicht in Frage. Damit tritt man in Herisau an Ort. Im März 2013 überreichte die IG Sport Region Herisau dem Gemeinderat die Petition «Neue Dreifachturnhalle für Herisau». Über 1100 Unterschriften waren damals gesammelt worden. Die IG veranstaltete im Oktober 2017 das Sportforum zum Thema Dreifachturnhalle. Damals wie heute sagt Andreani, die Gemeinde könne den Lead bei der Suche nach einer Lösung nicht übernehmen, gefordert seien die Vereine. Die Gemeinde unternehme aber alles, um die Belegungen zu optimieren. «Dazu gehört, dass Vereine, die nicht auf eine Dreifachhalle angewiesen sind, auf eine andere Halle ausweichen und dass Randzeiten besser genutzt werden.»

Vereine stossen an ihre Grenzen
Die Vereine stossen ressourcenmässig an ihre Grenzen, seien doch die Funktionäre und Trainer ehrenamtlich tätig, so UHC-Präsident Zähner. Man habe Möglichkeiten geprüft, etwa die Nutzung einer leer stehenden Industriehalle oder eine temporäre Überdachung des Hartplatzes hinter dem Sportzentrum. «Es konnte aus diversen Gründen kein geeigneter Platz gefunden werden.» Nicht zuletzt aufgrund der Betriebskosten könne sein Verein den Bau und den Unterhalt selbst einer einfachen Halle nicht alleine stemmen. Man sei auf Kooperationen angewiesen.

Viele Sportvereine verzeichnen im Nachwuchsbereich regen Zulauf. Frank Huber sagt: «Ein Aufnahmestopp beim Nachwuchs wäre eine Ohrfeige für alle, die der Jugend etwas Sinnvolles bieten.» Seine Wunschvorstellung wäre der Bau einer reinen Trainingshalle. Er sieht die Gemeinde in der Verantwortung, zumal auch die Schulen profitieren würden. Denkbar wäre für den Sportchef der Herisauer Handballer eine Halle, deren Infrastruktur auch nichtsportliche Anlässe wie Konzerte oder die Hema beherbergen könnte.

Eine Umfrage bei Vereinen habe aufgezeigt, dass das Bedürfnis nach Trainingsmöglichkeiten in einer zusätzlichen Dreifachhalle vorhanden ist, so Markus Koch, Präsident der IG Sport Region Herisau. Er sagt: «Um ein Projekt lancieren zu können, bräuchte es ein Zugpferd.» Während die Herisauer Vereine weiterhin Flexibilität beweisen müssen, entspannt sich die Lage im Vorderland. Nach dem Ja des Heidler Stimmvolkes vom letzten Wochenende wird in der Gerbe für knapp 16,2 Millionen Franken eine Dreifachturnhalle gebaut.

Quelle: "Appenzeller Zeitung", von Mea Mc Ghee

 

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