02.
2012
1. Liga KF Gruppe 2 Tagesbericht
Die Ausgangslage in der 1.Liga KF Gruppe 2 hätte vor der letzten Runde letzten Sonntag in Bäretswil wohl kaum spannender sein können. Nicht weniger als sieben Mannschaften kämpften noch um die verbliebenen drei Playoff-Plätze. Der souveräne Leader aus Gossau war die einzige Mannschaft, welche den Playoff-Platz und auch den Qualifikationssieg schon auf sicher hatte. Die Absteiger waren mit Wuppenau und Rapperswil-Jona ebenfalls schon vor der Schlussrunde bekannt.
Hinsichtlich der Qualifikation für die Playoffs besass Muotathal mit 20 Punkten die besten Karten. Mit nur zwei Punkten Rückstand folgten Nuglar, Bäretswil und Unterkulm. Aber auch Lengnau-mit einem sehr guten Torverhältnis- und Cazis hatten mit 17 Punkten noch sehr realistische Chancen auf den Sprung unter die ersten vier. Die schlechtesten Karten hinsichtlich der Playoffs, besass vor der letzen Runde Jump Dübendorf mit 15 Punkten. Doch auch für die Dübendorfer waren noch theoretische Chancen vorhanden.
Spannung pur in Bäretswil, der Austragungsstätte der letzen Runde. Wer würde sich am Ende des Tages über die Playoff Qualifikation freuen können??
DT Bäretswil - UHCevi Gossau 4:6
Der frühe Morgen begann mit einem Paukenschlag. Das Oberland-Derby stand vor der Tür. Bäretswil musste unbedingt punkten, um die Playoff-Träume aufrecht zu erhalten und Gossau wollte sich natürlich für die Niederlage in der Hinrunde revanchieren.
Das Spiel startete furios. Bäretswil zeigte enorme Laufbereitschaft und Gossau wurde immer wieder durch ihr sauberes Kombinationsspiel gefährlich. Schliesslich waren es die Bäretswiler, denen das erste Tor gelang. Doch Gossau konnte umgehend reagieren und bis zur Pause führte der Qualifikationssieger knapp mit 3:2.
Auch in der zweiten Hälfte ging es im ähnlichen Stil weiter. Das intensive, aber faire Spiel blieb bis zum Schluss spannen und sehr ausgeglichen. Schlussendlich war es dann doch die Klasse von Gossau, welche den Unterschied ausmachte. Beim Stand von 5:4 riskierte Bäretswil nochmals alles. Doch ein Ballverlust in der Mittelzone führte dazu, dass Gossau zum 6:4 Schlussstand ins leere Tor einschieben konnte. Für Bäretswil ein wohl entscheidender Rückschlag im Kampf um die Playoffplätze.
UHC Nuglar-United - Jump Dübendorf 4:4
Im zweiten Spiel trafen zwei direkte Konkurrenten im Playoff-Kampf aufeinander. Dübendorf musste unbedingt gewinnen. Nuglar würde nach der Niederlage von Bäretswil allenfalls auch ein Unentschieden reichen.
Dementsprechend vorsichtig begann die Mannschaft von Nuglar das Spiel, während Dübendorf mit viel Elan in die Partie startete. Im Laufe der Partei neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend. Nuglar stand in der Defensive grösstenteils sehr kompakt, was zu einer sehr ausgeglichenen Partie führte. So erstaunte es nicht, dass es zum Schluss 4:4 unentschieden stand. Nuglar riskierte vor allem in den letzten Minuten nicht mehr alles uns konnte somit einen wichtigen Punkt gewinnen. Die Dübendorfer ihrerseits mussten die Playoff Träume nach diesem Unentschieden endgültig begraben.
UHCevi Gossau - UHC T.S. Unterkulm 4:2
Zum zweiten Mal an diesem Tag mussten die Gossauer gegen eine Mannschaft antreten, welche direkt in den Playoff-Kampf involviert waren. Unterkulm brauchte dringend Punkte, um die Chancen aufrecht zu erhalten. Wer jetzt meinte, die Gossauer würden sich auf den schon geholten Lorbeeren ausruhen sah sich getäuscht. Bis zum letzten Spieler der Saison blieb die Mannschaft konzentriert und souverän. Schon bald konnten sich die Gossauer eine Führung erarbeiten und mit 2:1 ging es in die Halbzeitpause.
In der zweiten Hälfte probierte Unterkulm nochmals alles und kämpfte verbissen. Doch die abgeklärten Gossauer kontrollierte das Spiel über weite Strecken und konnte auf eine solide Defensive aufbauen. Schlussendlich gewannen die Gossauer das Spiel mit 4:2. Damit wurde für Unterkulm die Chance auf die Playoff Qualifikation auf ein Minimum reduziert.
DT Bäretswil - Jump Dübendorf 3:2
Zum Saisonabschluss gab es für Bäretswil noch das Spiel der allerletzten Chance. Nur mit einem Sieg gegen Dübendorf konnte man wenigstens die theoretischen Chancen auf die Playoffs wahren. Für Dübendorf war der Zug zu diesem Zeitpunkt leider schon abgefahren.
Es entwickelte sich ein intensives Spiel ohne grosses taktisches Geplänkel. Dübendorf legte los wie die Feuerwehr und nach einer schönen Kombination lag man schon nach wenigen Sekunden mit 1:0 in Front. Bäretswil konnte aber reagieren und aus den läuferischen Vorteilen Profit schlagen. Immer wieder kam man zu hochkarätigen Chancen, welche aber grösstenteils nicht verwertet werden konnten. Trotzdem führte Bäretswil bis zur Pause mit 3:1.
Auch in der zweiten Hälfte wurde munter nach vorne gespielt. Doch langsam aber sicher machte sich bei Bäretswil die harte Partie gegen Gossau bemerkbar. Nach dem Anschlusstreffer der Dübendorfer flatterten nochmals kurz die Nerven und einige starke Reflexe des Torwarts waren nötig um den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Schlussendlich beendete der Schlusspfiff die physisch harte, aber über weite Strecken faire Partie. Mit diesem Sieg schöpfte Bäretswil nochmals ein bisschen Hoffnung auf die Playoffs.
UHC Nuglar United - UHC KTV Muotathal 6:6
Im Direktduell der beiden Playoff-Kandidaten Nuglar und Muotathal war die Ausgangslage nach dem Sieg von Bäretswil klar. Nuglar brauchte mindestens einen Punkt um die Playoffs zu erreichen.
Dementsprechend motiviert startete die Mannschaft in die Partie und ging schnell einmal 3:1 in Führung. Doch auch die Muotathaler waren noch nicht sicher in den Playoffs und das schien der Mannschaft spätestens bei diesem Spielstand bewusst zu werden. Auf jeden Fall reagierte das Team umgehend, nahm das Spieldiktat immer mehr in die Hand und bis zur Pause konnte man den Rückstand in einen 4:3 Vorsprung umwandeln.
Zum Beginn der zweiten Hälfte konnte Muotathal den Vorsprung sogar noch auf zwei Tore ausbauen und auch auf den Anschlusstreffer durch Nuglar konnte man umgehend reagieren. Es begann eine hektische Schlussphase in welcher Nuglar grösstenteils mit vier Feldspielern agierte und vehement auf den so wichtigen Ausgleich drückte. Schliesslich passierte es knapp fünf Sekunden vor Schluss. Ein präziser Schuss von der Mittellinie bedeutete den vielumjubelten Ausgleich für Nuglar und, wie sich später herausstellte, die Qualifikation für die Playoffs.
UHC Zuzwil-Wuppena -UHC T.S. Unterkulm 8:7
Das Spiel gegen den Absteiger aus Wuppenau bedeutete für Unterkulm das allesentscheidende Spiel. Nur ein Sieg mit acht Treffern Unterschied hätte für die Playoffs noch reichen können. Aber die Mannschaft erwischte einen denkbar schlechten Start. Schon nach wenigen Minuten lag man gegen die clevere Truppe aus Wuppenau 3:0 in Rückstand. Nach einem frühen Time-Out konnte man immerhin halbwegs reagieren und bis zur Pause auf 3:2 herankommen.
Doch auch in der zweiten Hälfte lief es der Mannschaft aus Unterkulm nicht rund. Immer wieder konnten die Wuppenauer gefährliche Konter fahren und ihre präzisen Drehschüsse aus der Mittelzone ansetzen. In der Folge musste Unterkulm immer mehr riskieren, was natürlich wiederum zu mehr Kontermöglichkeiten seitens Wuppenau führte. Am Ende gewann Wuppenau verdient mit 8:7 und mit Unterkulm musste sich eine weitere Mannschaft definitiv aus dem Playoff Rennen verabschieden.
Blau-Gelb Cazis -White Horse Lengnau 4:5
Im sechsten Spiel des Tages kam es zum Duell der beiden 17-Punkte Teams, Lengnau und Cazis, wobei Lengnau vor der letzen Runde das klar bessere Torverhältnis aufwies. Cazis musste also unbedingt gewinnen, während für Lengnau zu diesem Zeitpunkt auch ein Unentschieden gereicht hätte, um noch aus eigener Kraft die Playoffs zu erreichen.
Lengnau erwischte den besseren Start und realisierte schon in der ersten Minute den Führungstreffer. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes und faires Spiel. Die zwingenden Torchancen blieben grösstenteils aus, bis Cazis in der 15. Minute ausgleichen konnte. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause, wobei das 3:1 für Cazis mit dem Pausenpfiff fiel, lagen die Vorteile für die zweite Halbzeit ganz auf der Seite der Bündner.
Doch Lengnau gab nicht auf und konnte mit zwei schnellen Toren bis zur 30. Minute wieder ausgleichen. Bis zum Schluss blieb das Spiel sehr eng und umkämpft. Das bessere Ende gehörte aber dann White Horse Lengnau. Trotz einem verschossenen Penalty kurz vor Schluss konnten sie das Spiel mit 5:4 gewinnen.
UHC KTV Muotathal - LC Rapperswil Jona 9:3
Die Voraussetzungen für das siebte Spiel waren klar. Muotathal wollte gegen das Schlusslicht Rapperswil nach dem ärgerlichen Unentschieden gegen Nuglar nochmals alles geben und Selbstvertrauen für die Playoffs tanken. Ausserdem brauchte die Mannschaft noch mindestens einen Punkt, um sicherlich als zweitplatzierte Mannschaft die Qualifikation abzuschliessen.
Dementsprechend konzentriert gingen die Innerschweizer ans Werk und bald einmal konnte man sich einen beruhigenden Vorsprung herausspielen. Doch Rapperswil zeigte auch in dieser Phase sehr viel Moral und gab sich nicht so einfach geschlagen. Die Mannschaft kam nach dem 0:6 Rückstand nochmals auf drei Tore heran. Für mehr reichte es dem Absteiger aber dann doch nicht. Grösstenteils mit viel Risiko ohne Torhüter agierend, musste man Muotathal doch wieder auf sechs Tore Abstand davonziehen lassen und verlor das Spiel schlussendlich mit 9:3. Muotathal erreichte somit den zweiten Schlussrang und sicherte sich das Heimrecht für die Playoffs.
UHC Zuzwil-Wuppenau - White Horse Legnau 4:6
Nachdem Wuppenau schon im ersten Spiel des Tages eine hervorragende Leistung zeigen konnte, hoffte insbesondere Bäretswil natürlich auf einen weiteren Exploit gegen Lengnau. Für Lengnau hingegen war die Devise klar. Mindestens einen Punkt musste man gegen Wuppenau holen, um die Playoffs zu erreichen.
Die Mannschaft von Wuppenau spielte auch in diesem Match wieder gross auf. Schon nach wenigen Minuten konnte man sich einen Zwei-Tore-Vorsprung herausspielen. Lengnau kam in der Folge zwar auch immer besser ins Spiel, aber Wuppenau kämpfte beherzt weiter und vor allem Einzelaktionen sorgten immer wieder für grosse Torgefahr. Bis zur Pause stand es 3:3 unentschieden.
Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Wuppenau konnte wiederum schnell in Führung gehen. Bei diesem Spielstand wäre auf einmal wieder Bäretswil in den Playoffs gestanden und ein Hitchcock Finale zeichnete sich ab. Doch Lengnau blieb auch in dieser Situation ruhig und dank dem Ausgleich zum 4:4 hatte man wieder alle Trümpfe in der Hand. Mit dem letzten Risiko nahm Wuppenau noch den Torhüter raus, aber wie so oft zahlte sich diese Taktik nicht aus. 6:4 stand es zum Schluss. Lengnau konnte sich in extremis auf den dritten Schlussrang retten.
Wuppenau muss sich leider nach einer Saison in der höchsten Kleinfeldliga wieder verabschieden. Schade, denn die Mannschaft zeigte immer wieder hochklassige Spiele und sorgte nicht nur durch die farbenfrohen Tenues für eine Bereicherung der Meisterschaft.
Blau-Gelb Cazis - LC Rapperswil-Jona 7:7
Das letzte Spiel des Tages war zugleich auch das Spiel, bei welchem es um nichts mehr ging. Für Cazis war der Playoff Zug abgefahren und Rapperswil konnte ihrerseits nur noch Punktkosmetik betreiben. So gingen die beiden Mannschaften dann auch nicht mehr mit der äussersten Ernsthaftigkeit zur Sache. Vor allem Cazis versprühte verständlicherweise nicht mehr die Motivation der vorangegangenen Spiele.
Dies bedeutete jedoch keinesfalls, dass die Höhepunkte in dieser Partie ausblieben. Obwohl Rapperswil vor dieser letzten Partie mit einem Punkt abgeschlagen am Tabellenende platziert war, bewies die Mannschaft noch einmal, dass man auch in der ersten Liga über weite Strecken mithalten konnte und man während der Meisterschaft keineswegs chancenlos war. Insbesondere in der Offensive zelebrierten die St. Galler immer wieder hohe Unihockeykunst. Zum Schluss endete die Partie mit einem gerechten 7:7 unentschieden.
Somit endete die spannende Ausgangslage vor der letzten Runde mit einer Reihe von noch spannenderen Entscheidungen. Die sehr ausgeglichene Saison widerspiegelt sich auch in der Rangliste. Nur gerade fünf Punkte liegen zwischen dem Zweiten und dem Siebten. Pech hatte in dieser Saison vor allem Bäretswil. Der Aufsteiger verpasste die Playoffs schlussendlich wegen mickrigen sechs Toren. Herzliche Gratulation an den UHCevi Gossau. Über die ganze Saison hinweg waren die Gossauer in vielen Belangen eine Spur besser und der absolut verdiente Sieger dieser Qualifikationsrunde.