10.
2004
Damen NLB: «Wär nid gumpet, isch ke Höfer…»
Seit dem Auftaktderby gegen den UHC Thun, einem Spiel, das Höfen etwas überraschend verlor, hat die NLB-Equipe kurzen Prozess mit ihren Gegnerinnen gemacht. Seit der Erstrundenpleite waren die Höfnerinnen ungeschlagen und damit auch Tabellenleader.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch das Spiel gegen Winterthur United verwandelten sie in einen rauschenden Erfolg für sich. Der Jubel, die Freude über den Sieg vermochten an diesem Abend die gedrückte Stimmung zu lockern, die diese Woche auf den Spielerinnen gelegen hatte.
Schwarze Woche
Am Dienstag musste der in letzter Zeit von Erfolg verwöhnte Trainer Roger
Krebs seinem Team traurige Nachrichten überbringen. Ein Todesfall in der Familie
einer seiner Spielerinnen drückte die Stimmung der ganzen Gruppe. «Es war ein
schreckliches Déjà-vu. Schon letztes Jahr hatten wir einen schlimmen
Unglücksfall. Und jetzt gleich wieder einen – ich habe gehofft, dass das Team
nicht auseinander fällt, doch dieses Unglück hat uns noch mehr
zusammengeschweisst.»
«You’re simply the best!»
Im Spiel gegen den Tabellendritten Winterthur United zeigte der UHC Höfen
eindrücklich, was es heisst, als Team zu spielen.
Im ersten Drittel agierten sowohl die Winterthurerinnen
als auch die Frauen aus dem Oberland noch etwa gleich stark, die Teams gingen
mit einem 0:0 in die erste Pause. Danach hatte Winterthur jedoch immer mehr
Probleme, mit Höfen mitzuhalten. Auch die unermüdlichen «Winti, Winti»-Rufe von
Familienangehörigen halfen da nicht mehr.
Nach dem zweiten Drittel lagen die Oberländerinnen schon 3:1 in Führung.
Allfällige Hoffnungen des gegnerischen Teams, den Spielstand im letzten Drittel
noch zu seinen Gunsten zu drehen, wurden mit zwei weiteren Toren Höfens zunichte
gemacht – wobei das letzte Tor 45 Sekunden vor dem Spielende wie ein Gnadenstoss
wirkte.
Die Spielerinnenbänke hätten unterschiedlicher nicht aussehen können. Hier die
Verliererinnen mit aufgestütztem Kinn und nachdenklichem Blick. Da die jubelnden
Höfnerinnen, die ihre Bank während des letzten Drittels spontan in eine
Partyzentrale verwandelt hatten und als Cheerleader für das eigene Team
übermütig eine grossartige Stimmung verbreiteten: «Wär nid gumpet, isch ke Höfer
…»
Höfens «Torlied», Tina Turners «You’re simply the best!», war an diesem Abend
Programm für eine clever agierende Auswahl.
Was die Zukunft bringt
Trotz des momentanen Erfolges will Trainer Roger Krebs nicht abheben: «Das
Niveau der verschiedenen Teams ist extrem eng zusammen. Da kann man sich keine
Fantasien à la NLA erlauben, sonst landet man schnell auf dem harten Boden der
Realität.» Am Ende der Saison sei immer noch Zeit genug, sich über etwaige
Aufstiegsmöglichkeiten Gedanken zu machen. «Einen Schritt nach dem anderen» ist
sein Motto.
An diesem Abend jedoch wird gefeiert – wahrlich ein Lichtblick nach einer schwarzen Woche.
UHC Höfen - UHC Winterthur United 5:1 (0:0, 3:1, 2:0)
AC Zentrum, Spiez - 70 Zuschauer
SR: Krummenacher / Schmidlin
Tore: 22. Hadorn 1:0, 31. Preussinger (Frei A.) 1:1, 39. Hofer 2:1, 39. Marti (Egli) 3:1, 53. Hofer (Strafe Schneider!) 4:1, 60. Haussener (ins leere Tor) 5:1
Strafen: Höfen 2x2', Winterthur keine
UHC Höfen: Christen, Baumgartner; Haussener, Tschannen, Hofer, Egli, Seiler, Holzer, Baumann, Marti, Zahnd, Schneider, Hadorn, Wenger, Haldemann, Egger, Stübi
Winterthur United: Cattaneo, Baltensberger; Quattländer, Zacheo, Pondaco, Stüdli, Frei A., Frei D., Kunz, Bischof, Zimmermann, Sigrist, Wetzel, Rüegg, Buff, Escher, Preussinger
Best Players: Schneider / Rüegg