01.
2017
Rekord in Sarnen?
Pasta-Plausch, Autogrammstunde, CD-Taufe mit live vorgetragener neuer Vereinshymne - Ad Astra Sarnen rührt für das Heimspiel gegen Basel Regio von heute Sonntag (18.00 Uhr) mit der grossen Kelle an und hofft auf bis zu 1000 Fans.
Bei 650 Zuschauern steht bisher der Rekord für den höchsten Zuschaueraufmarsch während der Qualifikation - dieser soll heute Sonntag gegen Basel Regio gebrochen werden. Zur Feier des Tages daher an dieser Stelle ein Interview mit Sarnens Verteidiger-Haudegen Roger Berchtold.
Du gehörst mit deinen 27 Lenzen zu den erfahrenen Spielern im Kader und deine Worte haben im Team Gewicht. Bereits beim Aufstieg in die NLB in der Saison 2011/2012 hast du eine wichtige Rolle gespielt. War es schwierig für dich, bereits als junger Spieler diese Verantwortung zu übernehmen?
Roger Berchtold: Gleichzeitig mit mir schafften noch zwei oder drei weitere Spieler aus meiner Altersklasse den Aufstieg in die erste Mannschaft. Mit der Zeit haben wir immer mehr Verantwortung übernommen. Dies passierte nicht von einem auf den anderen Tag. Daher ist es mir nicht sehr schwierig gefallen, diese Verantwortung zu übernehmen, sondern ich bin da herein gewachsen.
Deine Leistungen sind in der Regel auf einem konstant guten Niveau, die Schwankungen sind nur gering. Was ist das Geheimnis deiner Konstanz?
„Schuster bleib bei denen Leisten", bin ich bestrebt zu sagen. Das heisst, dass ich versuche den Fokus auf meine Stärken zu legen. Meine Spielweise ist sicher nicht die spektakulärste, aber sie ist pragmatisch und zielstrebig. Das Schönspielen überlasse ich anderen Ballkünstlern, ich versuche mich in den Dienst der Mannschaft zu stellen und dem Team zu helfen.
Deine Behaarung ist berühmt berüchtigt, dein Bart hat es sogar einmal ins Magazin von unihockey.ch geschafft. Aus welchen Gründen trägst du dein Barthaar seit einigen Monaten in voller Pracht? Bist du vom Typ her eher ein Förster oder ein Hipster? Die Playoff-Zeit hat ja noch nicht begonnen...
Den Beitrag von unihockey.ch hatte ich bereits wieder vergessen. Den Bart trage ich definitiv nicht aufgrund einer verlorenen Wette. In meinen jungen Jahren war meine Haarpracht noch nicht so ausgeprägt wie heute. In den Playoffs konnte ich mir früher nur Koteletten wachsen lassen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Pierina Beroggi von unihockey.ch in der Rubrik „Ping Pong" befragt und dort hat sie meine Koteletten erwähnt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich mein Bartwuchs und in dieser männlichen Euphorie entschied ich mich, dass ich die Haare spriessen und mir einen Vollbart wachsen lasse. Als Hipster sehe ich mich deswegen nicht. Ich komme ja aus der Handwerker-Ecke und bin darum den Förstern näher (lacht). Vom Bart her ist Schwinger Benji von Ah mein Vorbild, aber da komme ich noch nicht ganz heran (seufzt).
Du bist in der 1. Mannschaft auch als Hulk bekannt. Da du unihockeytechnisch wohl längst nicht mehr grün hinter den Ohren bist, stellt sich für uns die Frage, woher dieser Spitzname kommt?
Angefangen hat dies als Jux unter Teamkollegen. Die Ursprünge von diesem Spitznamen liegen in der TV-Serie „How I met your Mother". In einer Folge wurde jemand angestiftet, sich wie Hulk das Shirt zu zerreissen, was er jedoch nicht tat. Nach einem gewonnenen Spiel hat dann einer in der Garderobe begonnen „Hulk-Hulk-Hulk" zu rufen. Als genügend mitgemacht haben, konnte ich nicht mehr widerstehen und habe mir das Unterleibchen zerrissen. Seither kommt es an speziellen Abenden und nach grossen Spielen ab und zu vor, dass mich das Team auffordert dies zu tun - was ich dann in der Regel mehr oder weniger widerwillig auch tue (lacht).
Kommen die Fans von Ad Astra Sarnen ebenfalls einmal in den Genuss von Hulk oder bleibt dies eine teaminterne Show-Einlage?
Ich will es nicht ausschliessen, aber dies wird definitiv für einen ganz speziellen Moment aufgespart.
Was sind deine Ziele mit dem Team für die letzten Spiele der Qualifikation und die bald beginnenden Playoffs?
In den verbleibenden Quali-Spielen möchten wir uns den letzten Schliff für die Playoffs geben, damit wir für die schönste Zeit des Jahres gut vorbereitet sind. Nach der letzten Saison kann das Ziel erneut nur Aufstiegsspiele lauten. Vor so einer Kulisse zu spielen ist einfach unglaublich und das Grösste für einen Amateur-Sportler. Das wollen wir wieder erleben. Wenn ich zurückdenke an die Aufstiegsfeierlichkeiten vor fast fünf Jahren, werde ich alles geben, damit ich dies noch einmal erleben darf. Feuerwerke und Sprechchöre auf dem Dorfplatz - unvergesslich (Anmerkung der Redaktion: so sah das damals aus). Einfach wird dies aber definitiv nicht.
Name: Roger Berchtold
Alter: 27
Position: Verteidiger
Rückennummer: 27
Spitznamen: Hulk, Rogo, Bärchi, Perz, Perztold, Nogo-Rogo, Röschu
Stammverein: STV Giswil Dragons