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Ausgeträumt...
Das Pfanni-Mächen geht am Mittwoch, 19.03.2025 um 22:00 Uhr zu Ende. Die Zürcher Oberländer unterliegen Ticino Unihockey auch im dritten Spiel mit 1:3 denkbar knapp und müssen sich somit einer mehr als ausgeglichenen Serie klar mit 0:3 geschlagen geben.
Es war angerichtet in der 3-fach Kirchwies in Egg und ganze 333 Zuschauer, nur unwesentlich weniger als bei Duell des grossen Nachbarn mit dem Schweizermeister in Uster, pilgerten an einem normalen Mittwochabend in die Halle. Der UHC Pfanni änderte im Vergleich zu den vergangenen Spielen seine Aufstellung mit dem klaren Ziel die bisher spielentscheidende ausländische Fraktion der Gäste um Kainulainen, Surakka und Dahlström zu neutralisieren. Der Start ins Spiel gelang den Einheimischen gut. Bereits nach 32 Sekunden konnte Chlebda Ticino-Hüter Bechtiger ein erstes Mal prüfen, doch dieser vereitelte die Chance mit einer gekonnten Beinabwehr. Zwei Minuten später erkämpfte sich Wittig den Ball und tauchte plötzlich alleine vor dem Tessiner Tor auf, doch sein Abschluss war zu zentral auf den Torhüter. In der Folge kontrollierte Pfanni das Spiel, doch die Tessiner standen defensiv sehr solide und abgeklärt. In der 10. Minute spielte Luchsinger einen Pass aus der eigenen Zone zu Nideröst in den hohen Slot, dieser fackelte nicht lange und zog nach kurzem Bogenlauf ab und traf zum vielumjubelten 1:0-Führungstreffer für das Heimteam. Fast im Gegenzug hatte Margni den Ausgleich auf dem Stock, doch er konnte den Ball im Slot nicht wie gewünscht kontrollieren. In der 17. Minute konnten die Tessiner dann aber doch den Ausgleich bejubeln. Nach einem Ballverlust in der Offensivzone schalteten die Gäste blitzschnell um. Bazzuri auf Monighetti und dieser diagonal an den weiten Pfosten zu U19-Nationalspieler Gervasoni, welcher nur noch zum 1:1 einzuschieben brauchte. Ein äusserst ärgerliches Gegentor für Pfanni, liessen sie sich doch etwas gar einfach übertölpeln. In der Schlussphase des Drittels hatten dann Bartenstein und Nideröst innert 15 Sekunden die erneute Pfanni-Führung auf dem Stock, doch beide scheiterten am prächtig aufgelegten Bechtiger. So hiess es nach 20 gespielten Minuten 1:1 unentschieden.
Der Start ins Mitteldrittel war dann gar nicht nach dem Gusto der Zürcher Oberländer. Die Tessiner konnten sich gleich nach dem Bully in der Zone festsetzen. Surakka spielte aus der Ecke in den Slot zu Kainulainen und dieser leitete in Weltklasse-Manier weiter zu Tomatis, welcher völlig freistehend zur erstmaligen Gäste-Führung traf, gespielt waren erst 17 Sekunden. Pfanni reagierte aber postwendend und kam nur 31 Sekunden später zur Ausgleichschance von Nideröst, doch er scheiterte mit seinem Handgelenkschuss an der Schulter von Bechtiger. In der 23. Minute prüfte dann Klauenbösch mit seinem Distanzschuss die Reflexe des Tessiner Hüters, der erneut zur Stelle war. Es war ein animiertes, offenes und abwechslungsreiches Spiel. Die nächsten Chancen gehörten dann wieder den Gästen. Surakka (27.), Ciapini (28.), Gadoni (31.) und Margni (31.) hatten in kurzen Abständen die Möglichkeit die Tessiner Führung auszubauen, doch sie scheiterten allesamt an Torhüter Weber oder am eigenen Unvermögen. In der 33. Minute war Pfanni wieder am Zuge. Nach einem Gegenstoss lancierte Bartenstein den mitgelaufenen Forrer, der den Ball aber in guter Position verpasste. Wenig später hatten die Zürcher Oberländer dann erstmals die Möglichkeit in Überzahl aufzulaufen, doch das Powerplay war zu wenig zwingend und auch zu statisch. In der 37. und 38. Minute hatte das Heimteam dann durch einen Ablenker von Ferrari und einen satten Handgelenkschuss von Nideröst jeweils den Ausgleich auf dem Stock. Während der Ball von Ferrari knapp am Tor vorbeizischte, wurde der Abschluss von Nideröst ein weiteres Mal von Bechtiger mirakulös pariert. So sah sich Pfanni in der zweiten Drittelspause mit einem 1:2-Rückstand konfrontiert. Die Devise in der Zürcher Garderobe lautete: «Geduldig bleiben».
Den Start ins letzte Drittel nahm das Heimteam in Überzahl in Angriff. Das Powerplay zeigte sich nun dynamischer und auch gefährlicher. Suter hatte nach 30 Sekunden eine Grosschance, die aber nicht verwertet werden konnte und nach 44 Sekunden war es Nideröst der eine Ball ans Lattenkreuz hämmerte. Pfanni kämpfte, Pfanni rackerte und Pfanni versuchte, doch das Glück war ihnen an diesem Abend einfach nicht hold. So auch nicht in der 44. Minute als Hafner auf Nideröst ablegte, der erneut den Pfosten traf. Von der kullerte dieser der Linie entlang und konnte letztendlich von einem Tessiner wegbefördert werden. Trotz steigendem Druck der Zürcher Oberländer blieb Ticino Unihockey aber stets gefährlich. In der 48. Minute spielte Kainulainen diagonal auf die rechte Seite zu Dahlström, doch dessen Abschluss wurde mit einem Big Save von Weber zunichte gemacht. Fast im Gegenzug war es erneut Nideröst, der von der linken Seite Bechtiger zu eine Parade zwang - das Duell dieser beiden entwickelte sich langsam aber sicher zum Privatduell. In der 50. Minute führte ein Ballverlust in der Mittelzone seitens Pfanni zu einem schnellen Umschaltspiel. Nach dem weggeblockten Abschluss von Kainulainen sprang der Ball Tomatis vor die Füsse, welcher keine Mühe hatte Weber zum 3:1 zu bezwingen. Die Aufgabe wurde für Pfanni also noch schwerer. In den letzten 10 Minuten zündeten die Zürcher dann nochmals ein Feuerwerk. Bartenstein (52.), Nideröst (54. / 54.) und Hafner (54.) fanden aber ihren Meister in Torhüter Bechtiger oder scheiterten wie Hafner am Pfosten. In der Schlussphase schöpfte Pfanni mit dem Time-Out und der Herausnahme des Torhüters noch alle Mittel aus, doch es wollte einfach nicht sein. Auch die letzte Grosschance von Suter 21 Sekunden vor Schluss wurde vom überragend spielenden Bechtiger pariert und so dröhnten nach dem Schlusspfiff italienische Jubelgesänge durch die Halle und bei den Zürchern waren enttäuschte Gesichter und Tränen auszumachen.
Nach diesen drei ausgeglichenen, intensiven und emotionalen Duellen gilt es den Tessinern Respekt zu zollen und ihnen zu diesem Sieg zu gratulieren. Sie konnten das Glück in jedem Spiel durch solide Arbeit und eine grössere Effizienz im Abschluss auf ihre Seite zwingen und haben sich so den Vorstoss in die Aufstiegsspiele zur höchsten Schweizer Liga redlich verdient. Für Pfanni endet im Gegenzug eine weitere sensationelle Saison mit dem Sieg im Cup gegen Unihockey Basel Regio, einer überragenden Qualifikation mit Rang 4 und dem Vorstoss in den Halbfinal der zweithöchsten Schweizer Liga. Ein riesen grosser Dank gebührt den vielen treuen Fans, die das Team in jedem Spiel lautstark unterstützt haben und zu einem grossen Teil mitverantwortlich an dieser gelungenen Saison sind.
Das Schlusswort gebührt dem Erfolgstrainer Marc Werner: «Ich bin unglaublich stolz auf dieses Team. Wir haben nochmals alles in die Waagschale geworfen und die Sachen perfekt umgesetzt, die wir uns vornahmen. Glück und Pech hat im Sport einen Einfluss, ob man will oder nicht. Und heute und auch in den Spielen davor war das Glück definitiv nicht auf unserer Seite. In ein paar Tagen wird hoffentlich bei allen die Enttäuschung dem Stolz und der Freude über das Erreichte in dieser Saison weichen!»
Trotz der grossen Enttäuschung wird am Egger Hausberg in den nächsten Tagen und Wochen Stolz einkehren über das Geleistete. Als Aufsteiger unter die Top 4 der Nationalliga B vorzustossen ist doch aller Ehren wert. Pfanni geht nun in die verdiente Sommerpause, wie der Staff und das Team in der kommenden NLB-Saison 2025/2026 aussehen wird, wird sich in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten zeigen.
UHC Pfannenstiel - Ticino Unihockey 1:3 (1:1, 0:1, 0:1)
3-fach Kirchwies, Egg - 333 Zuschauer - SR: Dilger / Kronenberg
Tore: 10. Nideröst (Luchsinger) 1:0. 17. Gervasoni (Monighetti) 1:1. 21. A.Tomatis (Kainulainen) 1:2. 50. A.Tomatis (Kainulainen) 1:3.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen UHC Pfannenstiel, 3-mal 2 Minuten gegen Ticino Unihockey
UHC Pfannenstiel: P. Weber; Bier, Hurni, Hafner, Nideröst, Luchsinger; Heierli, Klauenbösch, Bartenstein, Suter, Chlebda; Bär, Kreienbühl, Ferrari, Schläpfer, Wittig; Gmür, Scheuner, Ushiu, Forrer.
Ticino Unihockey: Bechtiger; Giordani, M.Tomatis, Gropengiesser, A.Tomatis, Gervasoni, Gazzaniga, Margni, Bizzozero, M.Bazzuri, Ciapini, Ochsner, Dahlström, Kainulainen, Surakka, Canevascini, Gadoni, Regazzi, Andreetta, Monighetti.
Bemerkung: UHC Pfannenstiel ohne Edelmann, Bleiker, Büsser, Ernst, Hottinger, Rizzi, Schellenberg, Schüpbach und Zumkehr. 40:44 Lattenschuss UHC Pfannenstiel. 43:01 Pfostenschuss UHC Pfannenstiel. 53:48 Pfostenschuss UHC Pfannenstiel. 58:42 Time-Out UHC Pfannenstiel. 58:42-60:00 UHC Pfannenstiel ohne Torhüter. Bartenstein für sein 200. Spiel im Fanionteam geehrt. Best Player: Bartenstein (UHC Pfannenstiel) und A.Tomatis (Ticino Unihockey).