02.
2011
Eggiwil zittert sich in den Playoff-Halbfinal
Am Schluss lagen sie alle auf einem einzigen Haufen aus Beinen, Armen und Köpfen, die Eggiwiler Spieler. Lukas Schlüchter hatte eben vor ein paar Sekunden den entscheidenden Treffer in der Verlängerung erzielt und seine Mitspieler, Trainerstaff und die zahlreichen Zuschauer in Jubel ausbrechen lassen. Nun folgt der Playoff-Halbfinal gegen den Quali-Sieger UHC Sarganserland. Die St. Galler gewannen ihrerseits ihre Serie mit 4:2 Siegen gegen die Bern Capitals.
Déjà-vu im aus Eggiwiler Sicht im ersten Drittel
Der Beginn des sechsten Spiels glich den vorangegangenen bis aufs Haar. Auf der einen Seite Eggiwil, welches mit viel Tempo und Laufbereitschaft den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren lassen wollte, auf der anderen Seite die Thuner, welche auf ihre bewährte Kontertaktik setzten.
Zunächst sah es danach aus, als würde die Eggiwiler Taktik die erfolgreichere sein. Ralf Walther setzte sich auf der rechten Seite durch und erzielte den verdienten Führungstreffer. Dann verletzte sich Ivan Brechbühl unglücklich bei einem Zusammenprall. Die Wunde musste später im Spital genäht werden. Den Verletzten ersetzte Lukas Schlüchter.
Nur eine Minute später zappelte der Ball schon im Netz der Eggiwiler. Ein Schuss nach einem Freistoss wurde für Torhüter Schwendimann unhaltbar von einem Thuner abgelenkt.
Für die Gäste kam es gar noch besser. Nach einem hohen Ball auf Ackermann brachte die Eggiwiler Defensive diesen nicht unter Kontrolle. Burger reagierte am schnellsten und bezwang den Emmentaler Torhüter zum 2:1. Das Resultat entsprach zwar nicht unbedingt dem Spielverlauf, das Thuner Spiel zeichnete sich jedoch durch eine hohe Ausnützung der Torchancen aus.
Hoher Aufwand - wenig Ertrag
Das zweite Drittel war ungefähr vier Minuten alt, als Matthias Bieri für einen Stockschlag auf der Strafbank Platz nehmen musste. Thun nützte diese eiskalt aus und erhöhte das Skore auf 3:1. Die Gastgeber erhielten darauf zweimal(!) die Möglichkeit mit fünf gegen drei Feldspieler den Anschlusstreffer zu erzielen. Das Powerplay war an diesem Tag nicht die Stärke der Emmentaler und so schaute dabei, ausser ein paar harmlosen Schüssen, nichts Zählbares heraus.
Es war im Gegenteil Thun welches in der Offensivzone einen Ball erobern konnte und mit einem Hocheckschuss das 1:4 aus Eggiwiler Sicht erzielte. War dies schon die Entscheidung? Die Antwort gab Beat Brechbühl gut eine Minute später. Er fing einen Fehlpass der Thuner ab und bezwang Fankhauser zum 2:4.
Ausgleich in Extremis und glücklicher Sieg in der Verlängerung
Im dritten Drittel bestimmte nun wieder Eggiwil das Spielgeschehen. Lukas Schlüchter und Beat Brechbühl fanden drei Minuten nach der Pause einen Weg durch die vielen Thuner Beine und Stöcke. Schlüchter vollendete die schöne Kombination. Die Ereignisse überschlugen sich nun: das 3:5 durch Zaugg beantwortete Beat Brechbühl mit dem 4:5, dies notabene, nachdem Thun im Powerplay keinen Treffer zustande brachte. Fünf Minuten vor Schluss erhielt Thun wieder die Möglichkeit in Überzahl zu spielen. Die Gäste konzentrierten sich jedoch vor allem darauf, nicht in einen Konter zu laufen. So kreierten sie keine zwingende Torchance.
Knapp eine Minute vor Spielende nahm Trainer Markus Schneider sein Time-out und ersetzte anschliessend Torhüter Schwendimann durch einen sechsten Feldspieler. Für einmal zahlte sich das Risiko aus: Beat Berger erzielte mit einem satten Weitschuss den nicht unverdienten Ausgleich. Das Momentum lag nun wieder auf Seiten der Eggiwiler und das Publikum trieb die Gelb-Schwarzen voran. In der Verlängerung überraschte Lukas Schlüchter die Thuner mit einem „Backhand-Buebetrickli", nachdem beide Teams Chancen hatten das Spiel zu entscheiden.
Das erste Heimspiel der Eggiwiler im Playoff-Halbfinal findet statt am Sonntag, 13. März 2011 um 19.30 Uhr in der Ballsporthalle Zollbrück.
UHT Eggiwil - UHC Thun 6:5 n.V. (1:2, 1:2, 3:1, 1:0)
Ballsporthalle Oberemmental (BOE), Zollbrück. - 344 Zuschauer. - SR Sutter/Werthmüller.
Tore: 3. R. Walther (C. Reber) 1:0. 7. Graf (Winkler) 1:1. 14. Burger (Akermann) 1:2. 25. Akermann (Zaugg) 1:3. 35. Wettstein (Akermann) 1:4. 37. Brechbühl 2:4. 42. Schlüchter (Brechbühl) 3:4. 45. Zaugg (Haueter) 3:5. 55. Brechbühl (Bieri) 4:5. 60. Berger (Wilderoth/Eggiwil mit 6 Feldspielern und ohne Torhüter) 5:5. 65. Schlüchter (Brechbühl) 6:5.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen UHT Eggiwil. 4mal 2 Minuten gegen UHC Thun.
Eggiwil: Schwendimann; Berger, Röthlisberger; Wilderoth, Ch. Reber; Ritter, Ramseier; M. Reber, Bigler, Bieri; R. Walther, Hofer, Krähenbühl; Kiener, I. Brechbühl (ab 5.38 Schlüchter), B. Brechbühl; Zürcher, Schenk, Meier.
Thun: Fankhauser, Jaun; Nydegger, Haueter, Mann, Gehrig, Graf, Burkhard, Akermann, Stauffer, Kneer, Burger, Zaugg, Gerber, Nobs, Winkler, Wettstein, Saurer.
Bemerkungen: Eggiwil ohne Antener, S. Walther (nicht im Aufgebot) M. Kosewähr, Mosimann, P. Kosewähr (verletzt), 58:53 Timeout Eggiwil