10.
2010
Harmlose Berner verlieren verdient
Genau 24 Stunden nach dem Auftritt in Jona (1:6) standen die Caps bereits wieder, diese Mal in der ordentlich gefüllten Mooshalle in Gümligen, im Einsatz. Dank einer Motivations-SMS von Lüthy, welche auch von Ralph Krüger selbst hätte stammen können, erschien das ganze Kader top motiviert zum Spiel. Trainer Zubler formierte die Linien aufgrund von Verletzungen neu. Der stürmende Verteidiger Kilchenmann, der in den vergangenen Spielen stark aufspielte, musste wie der kräftige Hählen für das Spiel gegen Zug United forfait geben.
Zu Beginn des Spiels erkämpften sich die Caps einige gute Torchancen und standen in der Defensive, dirigiert durch den Torhüter Nyffeler, äusserst sicher. Trotzdem war es Zug, welches das Score nach gut 13 Minuten eröffnete. Mit der knappen Führung ging es in die erste Pause. Statistiker im Stadion ermittelten einen ausgeglichenen Ballbesitz.
Der Start ins zweite Drittel gelang beiden Mannschaften ähnlich gut und so sah man einige gute Szenen auf beiden Seiten. Als nach drei Minuten der Zuger Captain für zwei Minuten auf die Strafbank musste, erhoffte man sich auf Seiten der Berner das erste Powerplaytor der Saison. Doch es kam ganz anders als erhofft und so waren es die Zuger, welche das Tor in Unterzahl erzielten. In der Überzahlformation der Berner lief die wieder genesen Tormaschine Stettler auf. Obwohl er beinahe zwei Monate verletzungsbedingt fehlte, war sein grosses Können in einigen Situationen zu sehen. Die Tore, die in den ersten Spielen den Caps fehlten, werden sicherlich folgen. Ab der Spielmitte wurde nun auch die dritte Linie der Berner eingesetzt um die Last besser zu verteilen. Genau diese Linie war es auch, welche in ihrem zweiten Einsatz einen Bilderbuch-Angriff zelebrierte. Nico Galli passte der Seitenlinie entlang in die gegnerische Zone auf Martin Wiedmer, dieser zauberte den Ball in bester Hakan Yakin Manier mit der Schaufelspitze hinter seinem Rücken hindurch auf den Stock des heranbrausenden Lukas Widmer. Er scheiterte aber alleine vor dem Tor am herausragenden Zuger Schlussmann. Die Zuger spielten im zweiten Drittel extrem clever und brachten dadurch ihren zwei Tore-Vorsprung sicher in die Drittelspause.
Für die letzten 20 Minuten beorderte Trainer Zubler den bis dahin auf der Bank sitzende Ming aufs Feld. Dieser fügte sich hervorragend in die Sturmreihe mit dem, zu jeder Zeit, ruhig organisierenden Lussi und dem unermüdlich kämpfendem Moosmann ein. Sicherlich auch dank diesem Wechsel lief der Ball nun vermehrt in den Reihen der Berner. Daraus erspielten sie sich nun auch einige gute Möglichkeiten. Jedoch konnte davon leider keine verwertet werden und somit bewahrheitete sich die Weisheit, „Wer die Tore nicht selber erzielt, der erhält sie." Gespielt waren 52 Minuten als sich die Zuger befreien konnten und das dritte Tor erzielten. Ergänzend muss anerkannt werden, dass dieses Tor sowohl in der Entstehung als auch im Abschluss von grosser Klasse war. Dank dem guten Sommertraining von Roger Kropf und der von Clemens Strub organisierten Verpflegung nach dem Samstagsspiel, waren bei den Bernern auch kurz vor Schluss der Doppelrunde weit und breit keine müden Beine zu sehen. In der 57 Minute verhängten die souverän agierenden Spielleiter Brechbühler/Gallo gegen die Berner einen Penalty. Obwohl der Entscheid äusserst knapp war, akzeptierten die Capsler dieses Verdikt stillschweigend. Denn wenige Minuten zuvor erzielten die Zuger das vermeintliche vierte Tor. Beim diesem verkehrten Wembley-Tor, muss allerdings stark angenommen werden, dass der Ball tatsächlich kurz hinter der Linie war. Nun aber zurück zum Penalty, denn dieser wurde vom sicher aufspielenden Nyffeler pariert. Somit hielt er auch in seinem zweiten Saisonspiel die Capsler mit einem abgewehrten Penalty im Spiel. Im anschliessenden Powerplay kombinierten sich die Zuger schliesslich doch noch ihren vierten Treffer heraus. In den letzten Minuten der Partie war der Zusammenhalt der Berner wunderschön zu sehen: Obwohl die Caps zu Hause 0:4 zurücklagen, wurden die im Einsatz stehenden Spieler von der Bank, angeführt von Motivator Strub, stets unterstützt. Dieser Strub sollte eigentlich in der Werbung anstelle der Duracell-Batterie-Hasen eingesetzt werden, denn nachdem er während 60 Minuten als Coach der U21 an der Bande gestanden hatte, zeigte er mit unglaublichem Einsatz eine defensiv äusserst sichere Leistung und fand noch genügend Energie um das ganze Team immer wieder anzutreiben. Das Spiel endete schliesslich mit dem brutalen aber gerechten Score von 0:4 für Zug.
Abschliessend muss ehrlich gesagt werden, dass der Sieg von Zug klar verdient war. Die Platzierung der Berner in der Tabelle könnte schlechter nicht sein. Deshalb gesellt sich zur Grossbaustelle Wankdorfplatz nun auch das Berner Powerplay und allgemein der Torabschluss. Sind die Bauarbeiten abgeschlossen, kann die unbeliebte rote Laterne am nächsten Wochenende bereits wieder aus der Hauptstadt verabschiedet werden.
Bern Capitals - Zug United 0:4 (0:1/0:1/0:2)
Sporthalle Moos, Gümligen. - 67 Zuschauer. - SR Brechbühler/Gallo.
Tore: 14. Kozusnik (Keltanen) 0:1. 25. Ulli (Keltanen) 0:2. 53. Trinkler (Oderbolz) 0:3. 59. Grüter (Kozusnik/ Ausschluss Galli) 0:4.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Bern Capitals; 1-mal 2 Minuten gegen Zug United.