02.
2004
Herren NLB: Die Bieler Talfahrt dauert an
Nachdem der UHC Biel-Seeland letzte Woche gegen
Thun zwar mit 3:5 unterlegen war, sich gegenüber dem Spiel gegen Basel aber
gewaltig gesteigert hatte, gelang nun auch beim UHC Dietlikon kein
Befreiungsschlag. Doppelte Wichtigkeit erlangte die Partie durch die Tatsache,
dass die beiden Kontrahenten vor der Begegnung punktgleich um den rettenden
zweiten Rang in der Abstiegspoule kämpften. Doch wie zuletzt immer, versagten
den Bielern auch dieses Mal regelmässig vor dem gegnerischen Tor die Nerven.
Begonnen hatte alles noch nach dem Geschmack der Gäste aus dem Seeland. Gegen
ein aufsässig deckendes Dietlikon operierten die Seeländer entgegen ihren
üblichen Gepflogenheiten verstärkt mit weiten, hohen Bällen. Ein Rezept, das
sich auszuzahlen schien und nach knapp sechs Minuten mit Sandro Della-Rosas
Führungstreffer belohnt wurde. Auch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich
blieben die Bieler am Ball und gingen erneut, dieses Mal durch Stefan Hänzi, in
Führung.
Dietlikon kaltblütiger
Es folgte der mittlerweile übliche Einbruch. Dieses Mal allerdings keineswegs
im spielerischen Sinne. Biel-Seeland war in einer wenn auch insgesamt relativ
ausgeglichenen Begegnung weiterhin die druckvollere Mannschaft. Während die
einst so treffsicheren Angreifer um Spielertrainer Misini dann aber wieder damit
begannen, das Tor nicht zu treffen, zeigte Dietlikon die in der NLB notwendige
Kaltblütigkeit und ging bis zum Ende des Mitteldrittels mit 3:2 in Front.
Einmal mehr mit dem Rücken zur Wand, konnte der UHC Biel-Seeland auch dieses
Spiel nicht mehr wenden. Die Gäste kämpften zwar wacker weiter, mussten aber
das 4:2, und schliesslich, als die Begegnung bereits entschieden war, das 5:2
ins leere Tor hinnehmen.
Mit dieser Niederlage sind die Chancen der Bieler, sich von einer Play-out-Serie
gegen einen potenziellen Aufsteiger aus der 1. Liga zu retten, arg gesunken.
Mindestens zwei der drei verbleibenden Partien müssen nun wahrscheinlich
gewonnen werden. Die Entscheidung könnte am letzten Spieltag in Biel, wiederum
gegen Dietlikon, fallen.
«Positiv bis am Ende»
Trotz der prekären Situation versprüht Klaus Ritter weiter Optimismus. «Wir
haben jetzt noch drei Spiele vor uns und wissen, dass wir mehr können, als das
zuletzt Gebotene», gibt der Captain der Seeländer Mannschaft zu bedenken. «Es
ist doch klar, dass man bis am Ende positiv bleibt und alles versucht.» Dass
sich sein Team durch die anhaltende Talfahrt psychisch in Rücklage befindet,
gesteht er dennoch ein. Die Niederlage gegen Thun im letzten
Qualifikationsspiel, die Biel-Seelands Gang in die Abstiegsrunde besiegelte,
habe einen emotionalen Knacks verursacht. «Die Finalrunde so knapp zu verpassen
war sicher ein harter Rückschlag.»