02.
2005
Herren NLB: Die Play-Out’s rücken näher
Spätestens nach der jüngsten Niederlage sind die Chancen des UHC Biel-Seeland, sich noch auf den rettenden zweiten Rang in der Abstiegspoule zu hieven, rein rechnerischer Natur. In den noch ausstehenden fünf Partien sind exakt jene 15 Punkte zu holen, die den Seeländern derzeit auf das zweitplatzierte Jona-Uznach fehlen. Zwar beteuert Spielertrainer Yves Azer nach wie vor, dass man daran glaube, den Gang in die Barrage mit einem aufstiegswilligen 1.-Ligisten noch vermeiden zu können. Klar ist aber auch, dass die Barrage mit grosser Wahrscheinlichkeit Biel-Seelands letzter Strohhalm im Kampf um den Klassenerhalt sein wird.
Gegen Jona-Uznach sah es am Samstag zunächst danach aus, als könnten die Bieler ihren Punkterückstand verkürzen. Das Tabellenschlusslicht begann sowohl engagiert als auch konzentriert und wurde mit zwei frühen Treffern, zuerst in der vierten Minute durch André von Arx und kurz darauf durch Nicolas Christen, belohnt. Wie so oft in der aktuellen Spielzeit folgte jedoch ein vermeidbarer Gegentreffer und darauf der mittlerweile gewohnte Einbruch. «Die dummen Fehler, die zu den Gegentoren führten, kosteten natürlich Selbstvertrauen», erklärt Azer. Auffallend erfolglos agierte Biel-Seeland in der Folge in den Zweikämpfen, so dass der Gastgeber sich gegen Ende des Mitteldrittels mit 5:2 in Front sah. Erst danach kam wieder ein Lebenszeichen von den Gästen, in Form von Fredrik Arturssons Treffer zum 5:3 noch vor Drittelsende.
Strafenflut gegen Biel
Zu Beginn des Schlussdrittels war aus Bieler Sicht noch nichts verloren, doch
machte man sich mit unnötigen Strafen selber das Leben schwer. Zwar gelangen bis
zum Spielende noch zwei Shorthander, dem standen jedoch drei Überzahltore von
Jona-Uznach gegenüber. Besiegelt wurde die Niederlage schliesslich in den beiden
Schlussminuten mit den Toren acht und neun der Gastgeber. Auffallend war, dass
Biel-Seeland in der ganzen Begegnung nicht eine Überzahlsituation zugesprochen
bekam. Jona-Uznach hingegen entschied das Spiel vor allem durch seine insgesamt
fünf Powerplaytore. «Immer, wenn wir im Begriff waren, wieder etwas an den
Gegner heran zu kommen, kassierten wir eine dumme Strafe», ärgert sich Azer zu
Recht.
Moral tanken
Unter dem Strich wurde dem UHC Biel-Seeland am Samstag einmal mehr eine
Eigenschaft zum Verhängnis, die sich auch in der allfälligen Barrage fatal
auswirken könnte: Die Unerfahrenheit der jungen Seeländer Truppe. Immer dann,
wenn die Equipe im Spiel einen Rückschlag hinnehmen muss, zeigt sich das
äusserst dünne Nervenkostüm und es folgt zumeist ein eigentlich vermeidbarer
Einbruch. Nun gilt es, sich in den restlichen fünf Runden der Abstiegspoule
wenigstens noch das eine oder andere Erfolgserlebnis zu verschaffen, damit in
der eventuellen Best-of-three-Serie gegen einen 1.-Ligisten wenigstens das
Selbstvertrauen stimmt.