02.
2002
Herren NLB: Kopflos in die unnötige Niederlage
Die NLB-Unihockeyaner aus dem Wynental spielten lange Zeit gefällig, insgesamt aber zu unkonstant und zu fehlerhaft, sodass es am Ende gegen ein kaltblütiges Thun eine schmerzhafte 5:8-Niederlage absetzte.
Lok Reinach verlor beim Aufsteiger aus der ersten Liga nur einige Meter neben den düsteren Kasernenanlagen von Thun auf unnötige Art und Weise. Trainer Rickenbach war nach dem ersten Drittel vorwiegend mit der Chancenauswertung nicht zufrieden. Die Berner führten 3:1, obwohl sie selber weniger aufs Tor schossen als die Gäste. Im zweiten Drittel traten dann die Oberwynentaler entschlossener auf und konnten in diesem Abschnitt drei weitere Tore buchen. Aber der Leader hielt gut dagegen und konnte seinerseits zweimal jubeln. Die Zuschauer durften sich auf ein spannendes Schlussdrittel freuen, denn Lok Reinach wollte noch einmal alles versuchen und den 4:5-Rückstand wettmachen. Beste Vorsätze wurden gefasst, aber Punkte schauten am Schluss dennoch keine heraus.<p>Auf das sechste Tor von Thun hatten die Aargauer noch eine Antwort. Hedlund war nach cleverem Vorchecking erfolgreich. Aber dann kam es wieder schlimm für Reinach. Ein Thuner entwischte, Verteidiger Marbacher setzte sich im Zweikampf sauber durch, der Gegner fiel aber geschickt und holte prompt den zweiten äusserst umstrittenen Penalty zugunsten der Hausherren heraus an diesem Abend. Zoss verwertete auch den zweiten in souveräner Art und Weise.
Danach agierte Lok Reinach zu ungestüm, zu unorganisiert. Man merkte, dass die Konzentration nachliess. Bei weiteren Powerplay-Chancen kreierte man plötzlich keine Abschlüsse mehr. Im Gegenteil: Anstelle schneller Passfolgen, wie man sie in den ersten 30 Minuten bei mehreren Überzahlgelegenheiten gesehen hatte, wurde der Ball lange hinter dem Tor gehalten, wurden die Schützen im Slot nicht mehr gesucht. So gelang es Thun schlussendlich ohne grössere Probleme, die drei Punkte in der eigenen Halle zu behalten. Unzufrieden verliessen die Oberwynentaler das Parkett. Natürlich war die Frage berechtigt, was geschehen wäre, wenn die zwei Penaltys nicht gepfiffen worden wären. Aber man muss auch sagen, dass man mit einem so schmalen Kader nicht um den Aufstieg mitspielen kann. Während des Spiels schieden noch Galli und Geiser verletzt aus. Zudem hätte man den Match selber in die richtigen Bahnen lenken können, aber an diesem Abend fällten die Reinacher insgesamt zu viele falsche Entscheide und sündigten im Abschluss auf krasse Art und Weise. Nur der dreifache Torschütze André Huser kam auf eine ordentliche Ausbeute. Last but not least passierten in der Verteidigung unverständliche Fehler, die Sicherheit fehlte und Konstanz war keine Vorhanden. „Der Gegner wurde zum Toreschiessen geradezu eingeladen“, meinte Reinachs Schwede Hedlund nach Spielende. Für Trainer Jan Rickenbach geht es nun darum, die Mannschaft bis am nächsten Samstag wieder neu zu motivieren.
UHC Thun - Lok Reinach 8:5 (3:1, 2:3, 3:1)
Thun - ??? Zuschauer
SR: keine Meldung
Lok Reinach: Cazzato; Mastropietro, Galli; Pantelic, Marbacher; Huser, Wyder, Schnidrig, Dätwyler; Hedlund, Geiser, Hafner; Ersatz: Wiederkehr, Breitenstein
Tore: 9. Reto Aeschbacher (Fantuz) 1:0, 11. Huser (Hafner; Ausschluss Bürki) 1:1, 12. Zoss (Penalty) 2:1, 13. Bürki (Zoss) 3:1, 25. Hafner (Hedlund; Ausschluss Schmocker) 3:2, 30. Wüthrich (Fantuz) 4:2, 33. (32:34) Huser (Ausschluss Bürki) 4:3, 33. (32:59) Huser (Dätwyler) 4:4, 37. Fantuz (Stubi) 5:4, 46. Bürki 6:4, 53. Hedlund 6:5, 55. Zoss (Penalty) 7:5, 60. Zoss ins leere Tor (Nussbaum)
Strafen: 8x2' UHC Thun, 6x2' Lok Reinach
Bemerkungen: Reinach ohne Mutti (verletzt), Jansen (abwesend). Galli und Geiser scheiden verletzt aus. Reinach ab 50. nur noch mit 9 Feldspielern