03.
2004
Herren NLB: Plötzlich ging nichts mehr
Ein Sieg in diesem eminent wichtigen Spiel bei Basel Magic und der UHC Biel-Seeland wäre auf einmal wieder ganz nahe am sicheren Klassenerhalt gewesen. Dies vor allem, weil das bereits gesicherte Thun den Seeländern Schützenhilfe leistete, in dem es deren Konkurrenten um Platz zwei, den UHC Dietlikon, mit 8:4 bezwang. Dass den Bielern erneut keine Rehabilitation gelang, ist in erster Linie auf den Einbruch im Schlussdrittel zurückzuführen. Aber auch in der an sich gelungenen Startperiode wurden mit drei ungenutzten Überzahlsituationen wichtige Chancen zur Führung vergeben. «Im Offensivbereich ist es bei uns heute generell nicht besonders gelaufen», sagte Stefan Hänzi, im letzten Drittel sei dann auch die Defensive eingebrochen. «Plötzlich ist nichts mehr gegangen», findet auch Rickard Högberg, der nach langer Verletzungspause aus Schweden zurückgekehrt ist, gegen die Basler aber vorerst nur phasenweise zu glänzen vermochte.
Hin und Her
Anders als die Powerplay-Formation Biel-Seelands war diejenige der Basler von
Beginn an erfolgreich. Bereits in der fünften Spielminute gelang so der
Führungstreffer. Dann aber setzte der während seiner Abwesenheit schmerzlich
vermisste Högberg ein erstes wuchtiges Zeichen mit einem Gewaltskracher aus
zirka 20 Meter Distanz ins hohe Eck. Nachdem in einer erneut erfolglosen
Überzahlsituation der Bieler sogar ein Shorthander erzielt wurde, musste die
Misini-Equipe dennoch mit einem 1:2-Rückstand in die erste Pause. Der
wiederholte Ausgleich gelang in der 28. Minute Spielertrainer Luan Misini nach
einem Zuspiel Patric Martins, bevor die Gastgeber mit einem erneuten
Überzahltreffer wiederum in Front gingen. «Es war ein Hin und Her. Basel hat
jeweils einen Treffer vorgelegt, doch wir konnten in den ersten beiden Dritteln
immer wieder ausgleichen», erklärt Hänzi. Ihm selber gelang bei eigener
Unterzahl in der 42. Minute der letzte Ausgleichstreffer der Bieler zum 3:3.
Damit hatte der Schlussabschnitt noch ideal begonnen. Doch sollte er für die
Gäste aus dem Seeland einmal mehr desolat enden. So folgte nämlich auf das 4:3
der Basler nicht der Gegenschlag der Gäste, sondern drei Minuten später das
5:3. Biel-Seelands Gegenwehr war nun mehr oder weniger zerbrochen, einziger
Lichtblick ein weiterer Shorthander Hänzis, der in der 55. Minute zum 6:4
führte. Als eine Minute vor Spielende das letzte Tor zum 8:4 fiel, hatte sich
der an der Niederlage unschuldige Keeper Beat Bruderer bereits durch Matteo
Villa ersetzen lassen.
Entscheidung zum Schluss
Um den Gang in die Barrage doch noch zu verhindern, muss der UHC
Biel-Seeland die verbleibenden zwei Partien gewinnen. Zunächst gegen den UHC
Thun und dann das womöglich entscheidende Duell gegen den Rivalen aus
Dietlikon. Allerdings könnten die Seeländer, sollte Dietlikon gegen Basel
gewinnen, an ihrem Torverhältnis scheitern. Dieses präsentiert sich momentan
um zwei Treffer schlechter als das des Opponenten. Entsprechend ist in Biel die
Realität eingekehrt. Man werde sich wohl langsam «mit dem Thema Barrage
auseinandersetzen müssen», gesteht Hänzi. Überaus optimistisch bleibt
Rickard Högberg. Die Chancen auf Platz zwei seien nicht so wesentlich gesunken,
findet er, und fügt entschlossen an: «We want to get it!»