10.
2004
Herren NLB: Unerfahrene Seeländer bezahlen Lehrgeld
Beim UHC Biel-Seeland passt noch nicht viel zusammen. Im Heimspiel gegen die Bern Capitals kassierten die Bieler eine weitere Niederlage, die mit 2:7 erneut deutlich ausfiel. Nach sechs Spielen in der Nationalliga B liegt das Aushängeschild des Seeländer Unihockeys noch ohne Punkte abgeschlagen am Tabellenende. Unerwartet kommt die anhaltende Erfolglosigkeit allerdings nicht. «Wir wussten, dass es schwierig wird», erklärt Vereinspräsident Marc Ruppli. «Man kann nicht erwarten, dass die Mannschaft nach 13 Abgängen gleich von Anfang an auf die Siegesstrasse findet.»
Defizite im Bieler Team
Ende Juni hatte es noch nicht danach ausgesehen, als ob der UHC Biel-Seeland ein
NLB-Team stellen könne. Letztlich konnten aber 16 Zuzüge getätigt und ein neuer
Trainer gefunden werden. Ruppli weist darauf hin, dass der Grossteil der Spieler
allerdings noch keine NLB-Erfahrung hat. «In der Nationalliga wird einem nichts
geschenkt. Die Mannschaft ist sehr jung und bekundet noch grosse Mühe. Auf
diesem Niveau treten stocktechnische und körperliche Defizite auf. Es fehlt
zudem die Routine.»
Individuelle Fehler
Gegen die Bern Capitals wirkte sich dieses Manko einmal mehr verheerend aus. Vor
allem in der Defensive traten eklatante Schwächen auf, die zu Gegentoren
führten. Beim 0:2 in der 5. Minute stand Berns Torschütze Stefan Reusser völlig
frei vor dem Bieler Tor. Auch beim 0:3 liess man die Gäste gewähren. Als die
Seeländer zu Beginn des zweiten Drittels endlich erwachten und auf 2:3
herankamen, «schenkte» das Bieler Verteidigerpaar Schweizer/Zimmermann dem
Berner Stefan Leuenberger den Ball. Dieser vierte Gästetreffer brach den
Einheimischen das Genick. «Solche individuellen Fehler sind typisch für uns»,
ärgerte sich Biels Schwede Fredrik Artursson. «Kaum sind wir wieder dran,
erhalten wir einen Dämpfer. Danach fehlt jeweils die Kraft, um zu reagieren.
Schade, denn wir sind nicht so schlecht wie unsere Resultate.» Auch Artursson
nennt als Grund Unerfahrenheit und fehlende Routine. «Viele Spieler sind noch
nicht bereit für die NLB. Anstatt den Ball zu halten und ohne Hektik
weiterzuspielen, agieren wir oft überstürzt. Ballverluste werden in der
Nationalliga sofort bestraft. Die Erfolglosigkeit nagt am Selbstvertrauen. Dies
macht sich auch in der Offensive bemerkbar, wo wir unsere Chancen nicht nutzen.»
«Braucht noch viel Arbeit»
Nach dem Schlusspfiff machte sich bei den Seeländern einmal mehr Enttäuschung
breit. «Es braucht noch viel Arbeit», bemerkte Biels tschechischer Trainer Dusan
Prohaska. «Das Team hat erst wenig zusammen gespielt und ist noch nicht so
weit.» Assistenz-Spielertrainer Patric Martin teilte diese Meinung. «Obwohl es
noch an vielem mangelt, dürfen wir jetzt aber nicht in Panik verfallen.» Einen
kühlen Kopf bewahrt auch Klubpräsident Ruppli. «Wir lassen der Mannschaft die
nötige Zeit und stehen hinter dem Trainer. Wir sind uns aber bewusst, dass
einige Verstärkungen nötig sind. Mit Stefan Hänzi hat uns bereits ein ehemaliger
Leistungsträger zugesichert, dass er nach Weihnachten sein Comeback geben will.
Daneben suchen wir das Gespräch mit weiteren Ehemaligen.»
Biel-Seeland - Bern Capitals 2:7 (0:3, 2:1, 0:3)
BBZ, Biel - 60 Zuschauer
SR: Brechbühl/ Gmür
Tore: 4:02 Leuenberger 0:1. 4:34 Reusser (N. Galli) 0:2. 17:48 S. Galli (Reusser) 0:3. 22:42 Ritter (Rikart) 1:3. 23:31 Martin (Liniger) 2:3. 34:05 Leuenberger 2:4. 48:11 Aeschbacher (Glur/Ausschluss Martin) 2:5. 51:50 Abbühl (Leuenberger) 2:6. 57:17 Tröhler (Galli) 2:7
Strafen: Je 1x2'
Biel-Seeland: Bugmann; Martin, Cataldo; Zimmermann, Schweizer; Liniger, Artursson, Pesenti; von Arx, Neyer, Christen; Rikart, Ritter, Kämpf.
Bern Capitals: Schüpbach; Sandro Galli, Nico Galli; Moesch, Buser; Huuskonen, Dysli, Reusser; Meyer, Aeschbacher, Glur; Leuenberger, Abbühl.
Bemerkungen: Biel-Seeland ohne Azer (verletzt) und Leisi (Ersatztorhüter bei Wiler-Ersigens NLA-Team). 47. Pfostenschuss Buser. 60. Pfostenschuss Ritter. 53. Time-out Biel-Seeland
Best Players: Zimmermann / Reusser