23.
10.
2004
NLB Männer | Autor: UHC Biel-Seeland

Herren NLB: Unerfahrene Seeländer bezahlen Lehrgeld

Sechs Niederlagen in sechs Spielen: Der UHC Biel-Seeland ist katastrophal in seine zweite NLB-Saison nach dem Wiederaufstieg gestartet. Auch gegen Bern mussten sich die Bieler 2:7 geschlagen geben.

Beim UHC Biel-Seeland passt noch nicht viel zusammen. Im Heimspiel gegen die Bern Capitals kassierten die Bieler eine weitere Niederlage, die mit 2:7 erneut deutlich ausfiel. Nach sechs Spielen in der Nationalliga B liegt das Aushängeschild des Seeländer Unihockeys noch ohne Punkte abgeschlagen am Tabellenende. Unerwartet kommt die anhaltende Erfolglosigkeit allerdings nicht. «Wir wussten, dass es schwierig wird», erklärt Vereinspräsident Marc Ruppli. «Man kann nicht erwarten, dass die Mannschaft nach 13 Abgängen gleich von Anfang an auf die Siegesstrasse findet.»

Defizite im Bieler Team
Ende Juni hatte es noch nicht danach ausgesehen, als ob der UHC Biel-Seeland ein NLB-Team stellen könne. Letztlich konnten aber 16 Zuzüge getätigt und ein neuer Trainer gefunden werden. Ruppli weist darauf hin, dass der Grossteil der Spieler allerdings noch keine NLB-Erfahrung hat. «In der Nationalliga wird einem nichts geschenkt. Die Mannschaft ist sehr jung und bekundet noch grosse Mühe. Auf diesem Niveau treten stocktechnische und körperliche Defizite auf. Es fehlt zudem die Routine.»

Individuelle Fehler
Gegen die Bern Capitals wirkte sich dieses Manko einmal mehr verheerend aus. Vor allem in der Defensive traten eklatante Schwächen auf, die zu Gegentoren führten. Beim 0:2 in der 5. Minute stand Berns Torschütze Stefan Reusser völlig frei vor dem Bieler Tor. Auch beim 0:3 liess man die Gäste gewähren. Als die Seeländer zu Beginn des zweiten Drittels endlich erwachten und auf 2:3 herankamen, «schenkte» das Bieler Verteidigerpaar Schweizer/Zimmermann dem Berner Stefan Leuenberger den Ball. Dieser vierte Gästetreffer brach den Einheimischen das Genick. «Solche individuellen Fehler sind typisch für uns», ärgerte sich Biels Schwede Fredrik Artursson. «Kaum sind wir wieder dran, erhalten wir einen Dämpfer. Danach fehlt jeweils die Kraft, um zu reagieren. Schade, denn wir sind nicht so schlecht wie unsere Resultate.» Auch Artursson nennt als Grund Unerfahrenheit und fehlende Routine. «Viele Spieler sind noch nicht bereit für die NLB. Anstatt den Ball zu halten und ohne Hektik weiterzuspielen, agieren wir oft überstürzt. Ballverluste werden in der Nationalliga sofort bestraft. Die Erfolglosigkeit nagt am Selbstvertrauen. Dies macht sich auch in der Offensive bemerkbar, wo wir unsere Chancen nicht nutzen.»

«Braucht noch viel Arbeit»
Nach dem Schlusspfiff machte sich bei den Seeländern einmal mehr Enttäuschung breit. «Es braucht noch viel Arbeit», bemerkte Biels tschechischer Trainer Dusan Prohaska. «Das Team hat erst wenig zusammen gespielt und ist noch nicht so weit.» Assistenz-Spielertrainer Patric Martin teilte diese Meinung. «Obwohl es noch an vielem mangelt, dürfen wir jetzt aber nicht in Panik verfallen.» Einen kühlen Kopf bewahrt auch Klubpräsident Ruppli. «Wir lassen der Mannschaft die nötige Zeit und stehen hinter dem Trainer. Wir sind uns aber bewusst, dass einige Verstärkungen nötig sind. Mit Stefan Hänzi hat uns bereits ein ehemaliger Leistungsträger zugesichert, dass er nach Weihnachten sein Comeback geben will. Daneben suchen wir das Gespräch mit weiteren Ehemaligen.»


Biel-Seeland - Bern Capitals 2:7 (0:3, 2:1, 0:3)
BBZ, Biel - 60 Zuschauer
SR: Brechbühl/ Gmür
Tore: 4:02 Leuenberger 0:1. 4:34 Reusser (N. Galli) 0:2. 17:48 S. Galli (Reusser) 0:3. 22:42 Ritter (Rikart) 1:3. 23:31 Martin (Liniger) 2:3. 34:05 Leuenberger 2:4. 48:11 Aeschbacher (Glur/Ausschluss Martin) 2:5. 51:50 Abbühl (Leuenberger) 2:6. 57:17 Tröhler (Galli) 2:7
Strafen: Je 1x2'
Biel-Seeland: Bugmann; Martin, Cataldo; Zimmermann, Schweizer; Liniger, Artursson, Pesenti; von Arx, Neyer, Christen; Rikart, Ritter, Kämpf.
Bern Capitals: Schüpbach; Sandro Galli, Nico Galli; Moesch, Buser; Huuskonen, Dysli, Reusser; Meyer, Aeschbacher, Glur; Leuenberger, Abbühl.
Bemerkungen: Biel-Seeland ohne Azer (verletzt) und Leisi (Ersatztorhüter bei Wiler-Ersigens NLA-Team). 47. Pfostenschuss Buser. 60. Pfostenschuss Ritter. 53. Time-out Biel-Seeland
Best Players: Zimmermann / Reusser
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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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