02.
2010
Lok Reinach gleicht die Serie aus
Wie bereits im gewonnen Heimspiel vom Freitag starteten die Bern Capitals auch in der Pfrundmatthalle in Reinach nervös. Schon nach 30 Sekunden knallten die Aargauer den Ball an die Latte des Berner Tors. Im Gegensatz zum Freitag bemühte sich Reinach diesmal, das Spiel zu machen. Das Heimteam setzte von Anfang an mächtig Druck auf und griff den Gegner sehr früh an - manchmal sogar zu zweit hinter dessen eigenem Tor. Doch es waren die Berner, welche nach 11 Minuten den Führungstreffer durch Ming erzielen konnten. Reinach konnte allerdings bereits anderthalb Minuten später ausgleichen. Aber die Capitals kriegten das Spieldiktat nun immer besser in die Hand. Daran änderte sich nichts, dass nun auch Reinach-Routinier Hedlund aufs Feld kam.
Schwaches Mitteldrittel von Lok
Lok Reinach zog ein schwaches zweites Drittel ein. Die Oberklassigen brachten nicht einmal etwas Zählbares zustande, als gleich zwei Berner auf der Strafbank sassen. Wenn sie vollzählig waren, zeigten die Capitals phasenweise herrliche Kombinationszüge. Eine solche führte in der 22. Minuten zum 1:2: Tröhler verwertete einen Querpass von Gerber mit mustergültiger Direktabnahme. Es kam noch besser: Nach 37 Minuten , als die Aargauer in Überzahl waren, luchste Tröhler ihnen den Ball weg, kurvte vors Tor und schoss zum 1:3 ein. Nach zwei Dritteln glaubten wohl nur noch wenige Zuschauer daran, dass Lok dieses Spiel noch drehen könnte. Die Capitals hatten bisher fast mehr mit dem rutschigen Boden zu kämpfen gehabt als mit dem Gegner. Die streng pfeifenden Schiedsrichter verhängten zweimal eine Strafe wegen Bodenspiels, weil die Caps den Ball nach Ausrutschern noch berührt hatten.
Doppelschlag im letzten Drittel
Doch das letzte Drittel begann mit zwei Paukenschlägen: Durch zwei Treffer innert 66 Sekunden holte Reinach bereits nach zwei Minuten auf 3:3 auf. Die Berner, die das Spiel in den ersten zwei Dritteln nicht zuletzt dank der sicheren Verteidigung im Griff hatten, wurden nun nervös. Sie spielten Fehlpässe und verloren die Bälle unnötig. Lok dagegen erhöhte das Tempo. Als sich alle Caps-Spieler auf den hinter dem Tor kurvenden De Icco stürzten, konnte Gustafsson dessen Pass vors Tor unbedrängt zum 4:3 verwerten. Mit dem 5:3 entschied der Schwede das Spiel dann endgültig. Die Caps versuchten zwar alles, um wieder heranzukommen. Sie stellten auf zwei Linien um. Als Lok-Spieler Näf zweieinhalb Minuten vor Spielende die Strafbank aufsuchen musste, ersetzten die Berner ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Aber am Resultat änderte auch das nichts mehr.
„Angst vor dem Gewinnen"
„Wir hatten wahrscheinlich nach zwei Dritteln Angst vor dem Gewinnen", sagte Capitals-Trainer Björn Karlen. „Einen Doppelschlag wie heute haben wir schon lange nicht mehr hinnehmen müssen", sagte er weiter. „Im letzten Drittel gingen Bälle von Reinach glücklich rein, die in andern Phasen mit Pech nicht reingehen. Insgesamt musste ich drei Treffer nach abgelenkten Schüssen hinnehmen", sagte Capitals-Torhüter Thomas Falk.
UHC Lok Reinach - Bern Capitals 5:3 (1:1, 0:2, 4:0)
Pfrundmatt, Reinach AG. - 202 Zuschauer. - SR Brechbühler/Gallo.
Tore: 11. Ming (Wittwer) 0:1. 13. De Icco (Hühler) 1:1. 22. Tröhler (Gerber) 1:2. 38. Tröhler 1:3. 42. Merki (Kaufmann) 2:3. 43. Merki (Höltschi) 3:3. 49. Gustafsson (De Icco) 4:3. 54. Gustafsson (Dätwyler) 5:3.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen UHC Lok Reinach. 4mal 2 Minuten gegen Bern Capitals.