01.
2006
Männer NLB: Finalrundenluft wird dünner
Die Gäste aus St. Gallen starteten klar besser in die für beide Teams so wichtige Partie. Mit einem dosierten Forechecking kesselten sie die Caps in der eigenen Platzhälfte ein. Dem Spielverlauf entsprechend gingen dann die Flames auch in Führung: Von Wartburg bezwang Falk bereits in der fünften Minute mit einem Volleyschuss aus nächster Distanz. Die Berner vermochten aber auf den frühen Rückstand zu reagieren. Sie kamen insbesondere nach dem Ausgleichstreffer durch Leuenberger besser ins Spiel. Der Schwede Artursson, der später in dieser intensiven Partie noch auf sich aufmerksam machen sollte, erhöhte das Skore bis kurz vor Drittelsende mit zwei sehenswerten Treffern auf 3:1. Und als erneut Leuenberger 12 Sekunden vor der Sirene auf 4:1 erhöhte, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Die Caps konnten viele Jona-Angriffe bereits im Aufbau stören und kamen so immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen.
Strafenflut bremste Spielfluss
Im Mitteldrittel schienen die Stadtberner das Spielgeschehen kontrollieren
zu wollen und überliessen den Gästen wohl etwas zu sehr das Spieldiktat. Durch
teils unnötige, teils sehr fragwürdige Strafen brachten sie sich zusätzlich ins
Hintertreffen und Jona konnte so zur Spielmitte hin durch zwei Treffer in
Überzahl auf 3:4 verkürzen. Die Partie war wieder so richtig lanciert, für beide
Teams ging es bekanntlich um eminent wichtige Punkte im Kampf um die
Finalrundenplätze. In der 38. Minute kam es dann für die Caps noch schlimmer:
Gomez glich das Skore erstmals aus und die Partie begann wieder von Null.
Aus dem Spiel gefallen
Da Jona dank einer weiteren Strafe gegen Leuenberger mit einem Mann mehr ins
Schlussdrittel starten konnte, lagen die Vorteile bei den Gästen. Diese
vermochten dank ihrem starken Powerplay den Vorteil zu nützen: Der Tscheche
Skalik brachte die Flames erstmals seit dem Startdrittel wieder in Führung. Die
Caps ihrerseits wollten diesen Rückstand wieder wettmachen und kämpften
vorbildlich. Immer wieder wurden sie allerdings in ihrem Unterfangen durch die
Unparteiischen, die einen denkbar schlechten Abend einzogen, zurück gebunden.
Statt sich aufs Spiel zu konzentrieren, haderten sie mit den teils skurrilen
Entscheidungen. Jona-Uznach liess sich dabei wenig beirren und kam durch
Faganini und wiederum Skalik zu zwei weiteren Treffern. 10 Minuten vor Spielende
hiess es also urplötzlich aus Sicht der Berner 4:7.
Matchstrafe gegen Artursson als Höhepunkt
Die Partie wurde zusehends hektischer und aggressiver. Die Schiedsrichter
konnten auch weiterhin nicht „beruhigend“ auf die Spieler einwirken und ernteten
bei fast jeder Entscheidung bissige Kommentare. Insbesondere der Caps-Schwede
Artursson, der sich an diesem Abend gleich drei Mal auf der Strafbank wieder
fand, hatte seine Nerven - verständlich oder nicht sei dahingestellt - nicht
mehr im Griff. Die Aufholjagd der Berner begann mit einem Treffer von Dysli zwei
Minuten vor Schluss. Als dann der heute beste Caps-Akteur Leuenberger nur 11
Sekunden danach zum 6:7 Anschlusstreffer einschob, war wieder Leben in den
Caps-Spielern. Die spielentscheidende Szene ereignete sich wiederum nur wenig
später. Artursson wurde im Mitteldrittel gefoult, Bebie/Stäheli liessen die
Partie laufen. Den anschliessenden Ausraster des Schweden taxierten die beiden
mit einer roten Karte. Für die Caps war damit die Aufholjagd jäh beendet, denn
während der fällig gewordene „Überzahl“ kontrollierten die Jona-Uznach Flames
den eigenen Slot und brachten den knappen Sieg über die Zeit.
Einmal mehr konnten die Caps keine konstante Leistung erbringen und haben insbesondere den Dreitorevorsprung aus dem Startdrittel nicht nutzen können. Klar haben auch die Unparteiischen, und dies wurde von jedem neutralen Beobachter klar bestätigt, eine denkbar schlechte Leistung erbracht und ihren Teil zur Berner Niederlage beigetragen, dennoch darf dies nicht als Entschuldigung genutzt werden. Wollen die Caps das Minimalziel Finalrunde noch erreichen, benötigen sie am kommenden Sonntag in Reinach einen Sieg. Sie haben es also nach wie vor selber in der Hand, auch Ende Qualifikation vor den Verfolgern Thun und Bülach zu stehen.
Bern Capitals - Jona-Uznach Flames 6:7 (4:1, 0:3, 2:3)
Moos, Gümligen - 225 Zuschauer
SR: Bebie / Stäheli
Tore: 04:02 Von Wartburg (Folta) 0:1, 05:46 Leuenberger (Luginbühl) 1:1, 13:10 Artursson (Dysli) 2:1, 18:15 Artursson (Uhlin) 3:1, 19:48 Leuenberger (Luginbühl) 4:1, 28:42 Folta (Ausschluss Artursson) 4:2, 30:37 Linder (Folta / Ausschluss N. Galli) 4:3, 37:43 Gomez (Folta) 4:4, 40:27 Skalik (Jud / Ausschluss Leuenberger) 4:5, 45:15 Fagagnini (Bischof) 4:6, 47:54 Skali (Ausschluss Artursson) 4:7, 57:45 Dysli 5:7, 57:56 Leuenberger (Salzmann) 6:7
Strafen: Bern Capitals 6x2 + 1x5' + Matchstrafe (Artursson), Jona-Uznach Flames 2x2'
Bern Capitals: Falk; Buser, Moesch; Dysli, Geiser; S. Galli, N. Galli; Leuenberger, Luginbühl, Salzmann; Abbühl, Uhlin, Artursson; Gehr, Baumann, T. Tröhler
Flames: Frank; Jud, Linder; S.Fagagnini, Kalberer; Folta, Thoma; Vollenweider, Koffler; Skalik, F.Fagagnini, Burlet; Bischof, Gomez, Santoro; Von Wartburg, Brunner, Krauer; Bänziger, Schmid, Unholz