01.
2007
Männer NLB: Sieg in Extremis
Das Spiel in der Mooshalle in Gümligen begann verhalten. Die beiden Teams tasteten sich vorerst ab. Die Capitals gewannen allmählich die Oberhand. In der 6. Minute konnte Marco Gerber einen Pass von Anders Uhlin mit einer herrlichen Direktabnahme verwerten. Als in der 14. Minute ein Flames-Spieler die Strafbank aufsuchen musste, dauerte es nur gerade 24 Sekunden, bis Marco Luginbühl zum 2:0 einschoss. Als die Schiedsrichter in der 18. Minute eine Strafe gegen die Berner anzeigten, konnte der tschechische Nationalspieler Daniel Folta mit einem harten Weitschuss auf 2:1 verkürzen. Trotz dieses Anschlusstreffers schienen die Capitals das Spiel im Griff zu haben.
Im zweiten Drittel machten die Flames jedoch mehr Druck. Dies ermöglichte den Capitals zwei Konterchancen, die sie nicht verwerten konnten. Im Gegenteil: Es war Vojtech Skalik, der zweite tschechische Internationale bei den St. Gallern, der zum Ausgleich einschiessen konnte. Das Spiel wurde immer hektischer. Die Caps beklagten das Pech, dass ihre Schüsse entweder von den gegnerischen Beinen oder vom Torgestänge abprallten. Als die Flames in der 33. Minute auf 2:3 erhöhten, stellte Trainer Zingg auf zwei Linien um. Kurz vor Drittelsende konnten die Capitals zwei Minuten in Überzahl spielen. Trotz gutem Powerplay fand der Ball den Weg ins Tor nicht.
Im letzten Drittel waren es die Berner, welche nun Druck machten. Sie wollten den Rückstand unbedingt wett machen. Doch es dauerte bis in die 52. Minute, bis Marco Gerber im Powerplay den ersehnten Ausgleichstreffer erzielen konnte. Die Freude war aber von kurzer Dauer: Nur 20 Sekunden später gingen die Gäste erneut in Führung. Die Berner reagierten vehement. Sie setzten nun alles in den Angriff und erarbeiteten sich Chance um Chance. Die Bälle flogen jedoch vorerst knapp am Tor vorbei, gingen an den Pfosten oder wurden vom gegnerischen Torhüter abgefangen. Hundert Sekunden vor Schluss nahm Trainer Zingg Thomas Falk aus dem Tor und ersetzte ihn durch einen sechsten Feldspieler. Die Massnahme war von Erfolg gekrönt: Sechs Sekunden vor Schluss setzte Tobias Tröhler den Ball zum 4:4 in die rechte obere Torecke. Damit nicht genug: Nach nur 41 Sekunden in der Verlängerung erzielte Fabian Buser den Siegtreffer für die Caps.
Ausschlaggebend für den Sieg der Bern Capitals waren das sehr gute Powerplay sowie der Glaube an den Sieg bis zur letzten Sekunde. Da die Caps aber einen Punkt an den Gegner abgaben, rutschten sie vom 4. auf den 5. Rang ab. Mit einem Sieg aus den verbleibenden zwei Spielen gegen Grünenmatt und Thurgau können sich die Stadtberner den Platz unter den ersten sechs Teams und damit die Finalrundenteilnahme definitiv sichern.
Bern Capitals - Jona-Uznach Flames 5:4 n.V. (2:0, 0:3, 2:1)
Mooshalle, Gümligen - 101 Zuschauer
SR: Blatter, Brägger
Tore: 05:54 Gerber (Uhlin) 1:0, 13:14 Luginbühl (Uhlin / Ausschluss Jona) 2:0,17:24 Folta (Adank) 2:1, 27:54 Skalik (Fagagnini) 2:2, 32:32 Vollenweider 2:3, 51:08 Gerber (Uhlin / Ausschluss Jona) 3:3, 51:26 R. Furger (Folta) 3:4, 59:54 T. Tröhler (Uhlin / Bern ohne Torhüter) 4:4, 60:41 Buser (Uhlin) 5:4
Strafen: Bern Capitals keine, Jona-Uznach 3x2'
Bern Capitals: Falk; Moesch, Buser; Dysli, S. Galli; Strub, N. Galli; Leuenberger, Gerber, Uhlin; Gehr, Luginbühl, T. Tröhler; R. Tröhler, Aeschbacher, Ritter; Stettler
Bemerkungen: Bern Capitals ohne Baumann (RS), Farine (rekovaleszent), Baldinger (krank), Teuscher (U21), Schüpbach und Krenger (nicht eingesetzt)