03.
2008
Männer NLB/1. Liga: Türe weit offen
Dramatik in den letzten Minuten
Der Vulkan RSA eruptierte und endlich war sie wieder da, die Sarganser Playoffstimmung. Mit Leidenschaft und Herzblut wurde wieder Unihockey gespielt. Den Schwung nutzte gleich Samuel Altherr in Unterzahl mit einem seiner gefürchteten Weitschüss zum Ausgleich (48.), ehe Fabio Linder (52.) und Hardegger (53.) nach tollen Kombinationen auf 6:4 erhöhten. Das Joner Timeout sorgte für Beruhigung. Leider aber nicht der UHCS. Mehrmals hatten die Sarganserländer die Möglichkeit die Partie vorzeitig zu entscheiden - Tom Wallimann traf von der Strafbank kommend das leere Tor ebenso wenig (57.) wie dreimal (!) seine Kollegen nach ihm. Und so brannte es nach einem Eigentor in der 59. Minute nochmals lichterloh vor Torhüter Mario Arambasic - zehn Sekunden vor Schluss lag der Ball auch tatsächlich im Tor. Das Schiedsrichterduo annullierte den Treffer aber wegen hohem Stock.
Suche nach Gründen
Das Aufatmen war gross nach dem nervenaufreibenden letzten Drittel. Noch einmal zogen die Sarganserländer den Kopf aus der Schlinge. So war die Freude über den wichtigen Startsieg zwar gross, aber nicht euphorisch. „Wir haben zwei Drittel lang schwach gespielt", war sich nicht nur Verteidiger Florian Felix bewusst. Und Assistenztrainer Marco Perisa wusste wo er sich bedanken musste: „Dank Arambasic stand es nur 2:3." Wieso die Sarganserländer nicht in Schwung kamen, war die grosse Frage nach dem Spiel. „Wenn wir es wüssten, würden wir es ändern", sagte Martin Sauter, welcher nach seinem Kreuzbandriss im Coaching mithilft. Die Antwort dürfte sich zwischen mangelnder Konzentration und mentaler Müdigkeit bewegen - immerhin war es schon die dritte „Alles-oder-Nichts" Partie innert drei Wochen. Und auch trotz durchzogener Leistung konnten die Sarganser mit dem NLB-Konkurrenten mithalten.
Folta fehlte
Die Jona-Uznach Flames verkauften sich in Sargans teuer, versuchten von Beginn weg viel Druck auf die UHCS-Verteidiger auszuüben und aus jeder Möglichkeit abzuschliessen. Dass die junge Mannschaft 20 von 24 Partien zuvor verlor, war ihr nicht anzumerken. Im Schlussdrittel mussten sie dem generösen Einsatz zuvor etwas Tribut zollen - mit leeren Tanks standen sie den endlich den vierten Gang gefundenen Sargansern gegenüber. In dieser Phase war auch das Fehlen von Daniel Folta ersichtlich. Verletzt musste sich der tschechische Nationalspieler hinter der Bande mit Coachingarbeit begnügen. Kehrt er in einer Woche aufs Feld zurück, können sich die Sarganser nicht nochmals zwei Larifari-Drittel leisten. Aber immerhin ist der erste Druck nun weg - zwei Matchbälle sind nun in den Händen der Oberländer. Zum ersten setzen sie am Sonntag um 14 Uhr in Uznach an.
Sarganserland - Jona-Uznach Flames 6:5 (1:2, 1:1, 4:2)
RSA Sargans. - 580 Zuschauer. - SR Güpfert/Servodio.
Tore: 10. Klotz 0:1. 13. (12.56) Mächler 0:2. 14. (13.27) De Coi (Stegmann) 1:2. 25. Giger (Stegmann/Ausschluss Troxler) 2:2. 34. Schläpfer (von Wartburg/Ausschluss Schmucki!) 2:3. 41. Gomez (Klotz) 2:4. 46. Britt (Hardegger) 3:4. 48. Samuel Altherr (Linder/Ausschluss Hardegger!) 4:4. 52. (51.40) Linder (Britt) 5:4. 53. (52.49) Hardegger (Linder) 6:4. 59. Eigentor 6:5.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Sarganserland, 3-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (Schmucki) gegen Jona-Uznach Flames.
Sarganserland: Arambasic; Britt, Samuel Altherr; Disch, Felix; Giger, Wallimann, Hardegger; De Coi, Pfiffner, Stegmann; Linder, Santoro (35. Terlizzi), Adrian Altherr.
Jona-Uznach Flames: Cortesi; Jurcik, Ebinger; Hürlimann, Gomez; Schlüssel, Beutler; Schmucki, Troxler, Thoma; Mächler, Klotz, Vollenweider; Muhl, von Wartburg, Schläpfer.
Bemerkungen: Sarganserland ohne Sauter (verletzt), Christian Kohler (Ausland), Nigg, Stucky, Good, Stefan Kohler (nicht eingesetzt), Jona-Uznach Flames ohne Folta (verletzt). - 12. Pfostenschuss Wallimann, 35. Giger verletzt ausgeschieden, 53. Timeout Jona-Uznach Flames.