02.
2016
Red Devils unterliegen in Spiel 5
«In den entscheidenden Momenten fehlte es uns wohl an Erfahrung», mutmasste Red-Devils-Coach Marco Molinari gestern Abend nach dem fünften Play-off-Spiel, das 6:8 gegen den UHC Sarganserland verloren ging.
Diese Erfahrung machten die Altendörfler indes über weite Strecken durch ihr engagiertes Spiel wett, vermochten sie doch am Samstag die Serie auswärts mit einem 4:3-Sieg nochmals zu wenden. Fest steht nach dem packenden, aber glücklosen Finale: «Es ist unglaublich, was wir als Aufsteiger erreichten», fand Molinari tröstende Worte.
Ein bitteres Ende für die Red Devils
600 Zuschauer am Samstag in Sargans und 420 gestern in Altendorf sahen ein würdiges Finale der an Dramatik kaum zu überbietenden Serie zwischen dem UHC Sarganserland und den Red Devils. Eine Serie, in der Details entschieden - zu Ungunsten der Märchler.
Es kam, wie es kommen musste: Die Red Devils erzwangen am Samstag mit dem 4:3-Sieg in Sargans ein fünftes Spiel in diesen Play-off Viertelfinals. Diese Serie verdiente dieses Entscheidungsspiel. Sie verdiente ein Duell, in dem es für beide Mannschaften um Alles oder Nichts ging. Und dieses fünfte Spiel dieser Best-of-Five-Serie war ein diesen Umständen entsprechend würdiges. Wie schon in den vier Aufeinandertreffen zuvor war auch das fünfte spannend bis in die letzte Spielminute.
Die entscheidenden Szenen spielten sich rund zehn Minuten vor der Schlusssirene ab. Lukas Wildhaber sass eine hart gepfiffene Strafe ab, als Vojtech Skalik - einer der besten Stürmer der Liga und die offensive Lebensversicherung der Sarganser - zum 6:5 einschoss. Und als dieser Skalik in der 56. Minute mit einem weiteren Kunstschuss auf 7:5 erhöhte, ahnte man, wie diese Partie ausgehen würde. Dominik Keller brachte die Devils zwar nochmals heran. Joel Loop aber entschied die Serie Sekunden vor Schluss endgültig. Dieser Treffer ins leere Tor der Märchler sorgte dafür, dass erstmals eine Partie in dieser Serie mit mehr als einem Tor Unterschied ausging.
«Dieser Pfiff entschied die Serie»
Die Strafe gegen Lukas Wildhaber gab nach der Partie zu reden. «Man kann auf Strafe entscheiden, aber es auch bei einer Ermahnung belassen. Überdeutlich war Wildhabers Vergehen nicht», kommentierte der abtretende Devils-Trainer Marco Molinari nach der Partie. «Aber die Serie ist durch diesen Pfiff der Schiedsrichter entschieden worden. Ich glaube, dass kann man so stehen lassen.»
Molinari gab aber auch deutlich zu verstehen, dass er für das Scheitern seiner Mannschaft nicht die Unparteiischen verantwortlich macht. «In den entscheidenden Momenten fehlte es uns wohl an Erfahrung», mutmasste Molinari. «Allein in der Schlussphase waren wir mehrfach nahe am Ausgleich. Unsere jungen Stürmer verfehlen das Tor aber knapp, während ihr Ausländer (Skalik) trifft.» Der UHC Sarganserland sei in Sachen erfahrene Führungsspieler, die in solch engen Spielen wichtig seien, breiter aufgestellt gewesen.
«Es gab Tränen»
Jede Serie schreibe ihre Geschichten, so Molinari weiter. Im Duell zwischen den Roten Teufel und Sarganserland war es der Umstand, dass die Heimmannschaft nie gewinnen konnte. Auch deshalb wollte man im Hinblick auf die fünfte Partie etwas ändern. Aus Aberglaube wechselte man die Trikots. Viermal liefen die Devils in Schwarz auf, gestern Abend in Rot. Der Erfolg blieb aus.
«Bitter, sehr bitter», sei das Aus, sagte Molinari weiter. Dies habe sich auch unmittelbar nach dem Ende in der Kabine gezeigt. «Mehrere verdiente Spieler beenden ihre Karriere, das Trainertrio hört ebenfalls auf. Klar, war die Stimmung emotional. Es gab Tränen», sagte der gefasst wirkende Molinari.
Während die Spieler um Molinari die grosse Enttäuschung verdauten, lobte der Trainer seine Mannschaft in den höchsten Tönen. «Es ist unglaublich, was wir als Aufsteiger erreichten. Wir zogen klar und deutlich in die Play-offs ein und forderten nun einen starken Gegner bis aufs Äusserste.» Die Enttäuschung seiner Spieler würde noch ein paar Stunden anhalten, danach würden sie stolz auf das Erreichte zurückblicken. «Wir spielten ja ums Weiterkommen, nicht in den Play-outs. Hart wäre es, wenn wir nun gegen den Meister der 1. Liga gegen den Abstieg kämpfen müssten.»
Mehr erreicht als nur die Play-offs
Das frühe Saisonende kommt für den Verein keinem Weltuntergang gleich. Im Gegenteil. Die sehr junge Mannschaft hat in dieser Saison mehr erreicht als nur die Play-offs. Sie hat regelmässig mehrere Hundert Zuschauer an die Heimspiele gelockt. Zuschauer, die längst nicht mehr einzig aus der überschaubaren lokalen Unihockey-Szene stammen. Zuschauer, die sich von den packenden und leidenschaftlichen Auftritten der Mannschaft mitreissen liessen und in der Turnhalle in Altendorf für ohrenbetäubende Stimmung sorgten.
In den nächsten Tagen und Wochen wird sich zeigen, welche Spieler ihre Karrieren beenden werden oder wer in der nächsten Saison als Trainer an der Bande der Red Devils stehen wird. Für das Team gilt es, ohne einige langjährige Teamstützen den schwierigen Schritt vom euphorisierten Aufsteiger zur etablierten NLB-Mannschaft zu bewältigen. Dies scheint machbar. Weil viele der jungen Devils in dieser Saison zu etablierten NLB-Spielern gereift sind.
Red Devils March-Höfe Altendorf - UHC Sarganserland 6:8 (4:3, 1:1, 1:4)
Mehrzweckhalle, Altendorf. - 420 Zuschauer. - SR Scherrer/Zähnler.
Tore: 7. Skalik (Good) 0:1. 8. Dort (Steiger) 0:2. 11. Forrer (Vogt) 1:2. 12. Pfiffner (Good) 1:3. 15. Bamert (van Welie) 2:3. 16. Forrer (Mäder) 3:3. 19. Bisig (Züger) 4:3. 25. van Welie (Vogt) 5:3. 35. Steiger (Fehr) 5:4. 48. Pfiffner (Good) 5:5. 52. Skalik 5:6. 56. Skalik (Good) 5:7. 56. Keller (Forrer) 6:7. 60. Loop 6:8.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen RD March-Höfe Altendorf. 3mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland.