02.
2014
«Das Team nicht mehr erreicht»
Seit Sonntag ist Harri Lind nicht mehr Trainer des Frauen-Meisters Piranha Chur. Vereinspräsident Thomas Handl versucht zu erklären, was zur Trennung zwischen dem Finnen und Piranha Chur führte.
Nach einem guten Saisonstart musste Piranha Chur Dietlikon und die Red Ants vorbeiziehen lassen. Vor der letzten Runde der Qualifikation ist der Rückstand auf elf (Dietlikon) respektive zehn Punkte angewachsen. Allerdings überrascht dies wenig, musste der Titelverteidiger doch vor der Saison wegen diverser Rücktritte und Abgänge eine markante Leistungseinbusse hinnehmen. Trotzdem sind die Churerinnen unter Cheftrainer Harri Lind in den Cupfinal eingezogen, wo sie am 1. März die Gelegenheit haben, sich für den Champions Cup im eigenen Land zu qualifizieren. Allein sportlicher Natur können die Gründe für die Trennung demnach nicht sein.
«Das Team nicht mehr erreicht»
Was führte dazu, dass sich der Verein mitten in der Meisterschaft vom Trainer trennt? Warum «erachtet der Vorstand diesen Schritt als notwendig»? Konkrete Antworten lieferte Piranhas Präsident Thomas Handl gestern nicht. Er erklärte bloss: «Lind hat das Team nicht mehr erreicht.» Und weiter: «Ich kann ihm nichts vorwerfen, kann nicht sagen, dass er etwas falsch gemacht hätte. Er machte Anfang Saison einen Super-Job, hat dann aber den Faden zum Team verloren.» Die Entwicklung sei zuletzt ins Stocken geraten, so Handl. Die schlechten Leistungen in den letzten Spielen - «nicht die Resultate an sich, aber das Gezeigte» - hätten gezeigt, dass der Trainer nicht mehr in der Lage war, die Spielerinnen zu Top-Leistungen zu treiben. «Deshalb waren wir uns im Vorstand einig, dass wir besser jetzt handeln als erst Ende Saison. Wir hatten Angst, dass wir uns zurückentwickeln.» Der geschasste Trainer wollte sich gestern nicht äussern. Trainer-Assistent Aldo Peng sprach von einer «Überraschung», zumal die Zusammenarbeit im Staff gestimmt habe.
Dass es Dissonanzen zwischen den Spielerinnen und dem Trainer gab, verneint Handl: «Wir handelten vom Vorstand aus, nicht von den Spielerinnen.» Gleichwohl mutet es seltsam an, wenn der Präsident sagt: «Ich bin zufrieden mit dem, was wir mit Lind erreicht haben und wo wir stehen. Der Trainer hat vieles richtig gemacht, aber das Team ist zuletzt stehen geblieben.»
Den Cupsieg im Visier
Ausser Linds Freistellung bleibt bei Piranha personell alles beim Alten. Bis zum Saisonende trägt Natalie Stadelmann die Verantwortung. An ihrer Seite stehen weiterhin Assistent Aldo Peng, Ruedi Zulauf und Marina Sprecher. Das Quartett soll Piranha am 1. März zum Cupsieg über Zug führen. «Ein Titel und die damit verbundene Teilnahme am Champions Cup im eigenen Land im September wären schön», sagt Handl. In den Play-offs bekommen es die Churerinnen ab dem 2. März im Halbfinal mit Dietlikon (aktuell 1.) oder den Red Ants (2.) zu tun.
Zeitungsbericht "Die Südostschweiz"