10.
2017
„Die Hälfte der Strafen ist korrekt“
Nach vier Saisons bei Zug United heuerte die Finnin Marjut Mäkelä in diesem Sommer bei den Red Ants an. Nach überstandenen Rückenproblemen kommt die 30-Jährige langsam in Fahrt. Mit dem ersten Tor hats noch nicht geklappt, aber den Weg zur Strafbank kennt sie bereits.
Wie geht es dir aktuell gesundheitlich?
Marjut Mäkelä: Ich konnte nach zwei Bandscheibenvorfällen, vielen Spritzen und Arztbesuchen ein halbes Jahr gar nichts machen. Ich schätze, dass ich jetzt bei etwa 85 Prozent angekommen bin. Im Vergleich zum Frühling fühle ich mich im Moment wie Usain Bolt...
Also keine Schmerzen mehr?
Doch, jeden Tag. Aber jetzt sind sie erträglich. Der Physio will mich nicht mehr sehen und der Arzt sagt, durch den Sport wird es nicht schlimmer. Falls sich das ändert, muss ich halt reagieren.
Warum der Wechsel von Zug nach Winterthur?
Ich war mit den Red Ants schon ein ganzes Jahr in Kontakt. Ich brauchte eine neue Challenge, fühlte mich in Zug nicht mehr wohl. Als Captain hätte ich diese Saison mit so vielen NLA-Neulingen zu viel tragen müssen. Bei den Red Ants kann ich mich mehr auf meine Leistung konzentrieren.
Dein erstes Tor lässt noch auf sich warten...
... ich hoffe, es kommt bald.
Dafür kennst du den Weg zur Strafbank bereits. Dort warst du schon in Zug regelmässig zu Gast...
... bei den Red Ants aber schon seit vier Spielen nicht mehr.
Bei Zug war es Ende Saison jeweils eine zweistellige Anzahl Strafminuten. Spielst du zu hart - oder wirkt es bei dir einfach anders, da du mit 177 cm zu dem grössten Spielerinnen der Liga gehörst?
Ich spiele hart. Das war schon immer mein Stil und diesen will ich auch nicht ändern. In wichtigen Spielen passe ich aber besser auf.
Schätzen die Refs aus deiner Sicht deinen Stil fälschlicherweise als überhart ein?
Ich würde sagen, dass etwa die Hälfte der Strafen gerechtfertigt sind. Es sollte aber nicht mein Problem sein, wenn eine 150 cm grosse Gegnerin von mir im Zweikampf über die Bande fliegt.
Das letzte Wochenende mit der klaren Niederlage bei Dietlikon und dem knappen Erfolg über Aufsteiger WaSa war nicht nach dem Geschmack der Red Ants.
Das 3:8 gegen Dietlikon ging gar nicht, da müssten wir viel näher dran sein. Es war vielleicht nicht das schlechteste Spiel der Saison, aber nahe dran. Und die Partie gegen WaSa war tatsächlich schwieriger als gedacht. Es war irgendwie ein komisches Wochenende für uns. Wir müssen vor allem die Fehler in der eigenen Zone abstellen, die sich vor allem gegen die besseren Teams rächen.