21.
04.
2016
NLA Frauen | Autor: "Thuner Tagblatt"

Eglis Abschied mit Abstieg

Am Samstag ist die Karriere von Monika Egli zu Ende gegangen. Nach 21 Saisons Klubtreue. Und mit dem Abstieg von Unihockey Berner Oberland aus der NLA.

Eglis Abschied mit Abstieg Der letzte Tango: Monika Egli beendete die NLA-Karriere gegen Frauenfeld (Bild Cedric de Silvestro)

Nein, so hat sich Monika Egli ihren Abschied nicht vorgestellt. Das letzte Spiel ihrer Karriere endet in einer Niederlage, die gleichbedeutend mit dem Abstieg von Unihockey Berner Oberland aus der Nationalliga A ist. Dass ihre Karriere nun zu Ende sei, habe sie noch gar nicht richtig realisiert, «die Enttäuschung über den Abstieg überwiegt im Moment». Gegen aussen lässt sich Egli nicht viel anmerken. Aber das war schon immer so. «Ich bin eher introvertiert», sagt die 39-Jährige.

Eine klassische Spätzünderin
Tore bleiben einem wohl eher in Erinnerung, wenn man nicht viele erzielt, antwortet Monika Egli auf die Frage, ob ihr denn ein Tor speziell in Erinnerung geblieben sei. Und da sie in ihrer Karriere Tore am Laufmeter erzielt hat...

Dabei deutete lange nichts auf eine Unihockeykarriere hin. «Mö», wie Egli von ihren Teamkolleginnen genannt wird, war eine klassische Spätzünderin. Angefangen hatte alles 1994. Die damals 17-Jährige wohnte in Bleiken und absolvierte gerade eine Lehre in der Munitionsfabrik Thun - wie auch Daniel Studer, einer der Gründerväter der Unihockeybewegung in Höfen. Er überredete seine Arbeitskollegin («Ich mochte Ballsportarten, spielte aber eigentlich lieber Fussball») zu einem Trainingsbesuch - schon waren Egli und Unihockey (die erste Mannschaft spielte damals in der 2. Liga) ein Herz und eine Seele. Und einige Jahre später auch Monika Egli und Daniel Studer. Seit 1998 sind die beiden ein Paar.

Zuverlässigkeit in Person
In den 21 Saisons bestritt Monika Egli für den TV Höfen, den UHC Höfen und seit zwei Jahren für Unihockey Berner Oberland rund 500 Meisterschaftsspiele - und war in dieser Zeitspanne die Zuverlässigkeit in Person. Nur zwei Partien bestritt sie nicht. «Einmal war ich krank - und eine Partie musste ich aussetzen wegen eines gebrochenen Fingers.»

Noch viel wichtiger: ihre Klubtreue. «Es gab schon die eine oder andere Anfrage», erzählt sie. «Aber für mich ist Unihockey mehr als nur ein Sport, es geht mir auch um das Umfeld, die Kollegschaft.» Ein Wechsel sei für sie deshalb nie ein Thema gewesen. Das bewundert auch ihr diesjähriger Trainer, Neil Anderes: «Ihre Loyalität zum Klub ist in der heutigen Zeit aussergewöhnlich.»

Von der 2. Liga in die NLA
Zu Beginn ihrer Karriere sei es stets vorwärtsgegangen, erinnert sich Egli an die Anfänge zurück. Kontinuierlich arbeitete sich der TV Höfen, ab 1995 der UHC Höfen, von der 2. Liga nach oben. 2000 folgte der erstmalige Aufstieg in die NLB, 2005 jener in die NLA. In der Folge machte sich Höfen, später Unihockey Berner Oberland, vor allem einen Namen als Liftmannschaft. Das Team war zu gut für die NLB, aber zu schlecht für die NLA. Dreimal ist Egli aus dem Oberhaus abgestiegen, zum letzten Mal am Samstagabend. Nur einen einzigen Sieg konnte das Team in der abgelaufenen Meisterschaft verbuchen, trotzdem zieht Egli eine NLA-Saison mit fast nur Niederlagen einer NLB-Saison mit vielen Siegen vor. «Ich mochte es stets, mich mit den Besten zu messen.»

Zusammen mit Egli beenden auch Regula Seiler, Sonja Thöni und Andrea Schmutz ihre Karrieren. Junge Spielerinnen werden nachrücken. Schon in dieser Saison hatte Monika Egli Teamkolleginnen - etwa Vera Meer -, die noch nicht einmal geboren waren, als Egli bereits in der ersten Mannschaft spielte. Geblieben ist Egli auch die «nie enden wollende Story» einer eigenen Sporthalle, die schliesslich 2014 in Seftigen eingeweiht wurde. Egli erinnert sich: «Es gab Zeiten, da trainierten wir im Winter in der ungeheizten Rollhockeyhalle in Wimmis, ausgestattet mit Kappe, Handschuhen, heissem Tee - und auf Betonboden.»

Zurück zu den Wurzeln
Der Rücktritt war bereits vor der Saison beschlossene Sache - obwohl Monika Egli immer noch eine Leistungsträgerin ist. Aber sie sagt: «Ich möchte nicht eines Tages mit einer Verletzung meine Karriere beenden müssen.» Und ist der Rücktritt definitiv? Egli hält kurz inne - und sagt dann: «Doch, eigentlich schon.» Sie bezeichnet sich als eher faul und glaubt, dass sie nach kurzer Zeit sowieso keine Verstärkung mehr wäre. Und so freut sich Egli, die als Elektronikerin bei der Ruag in Thun arbeitet, auf gemütliche Sommerabende ohne Trainings.

Ganz aufs Unihockeyspielen will Egli dann aber doch nicht verzichten. «Dafür liebe ich diesen Sport zu sehr.» Sie wird sich in der nächsten Saison der dritten Equipe von Unihockey Berner Oberland anschliessen. Diese spielt in der 2. Liga, dort, wo für Egli vor über 21 Jahren alles begonnen hat.

Zeitungsbericht "Thuner Tagblatt"

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Tabellen

1.UHC Thun+9756.000
2.Kloten-Dietlikon Jets+4349.000
3.Floorball Fribourg+2946.000
4.Pfannenstiel Egg+138.000
5.Ticino Unihockey+1235.000
6.UHC Grünenmatt+133.000
7.Unihockey Langenthal Aarwangen-1133.000
8.Ad Astra Obwalden-229.000
9.I. M. Davos-Klosters-4323.000
10.Regazzi Verbano UH Gordola-5619.000
11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
1.Floorball Uri+5946.000
2.Aergera Giffers+836.000
3.Nesslau Sharks+1533.000
4.Chilis Rümlang-Regensdorf+1333.000
5.UH Appenzell+1230.000
6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
9.Visper Lions-2217.000
10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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