21.
04.
NLA Frauen | Autor: Güngerich Etienne

Ein Zwei-Linien-Spiel

Der Superfinal der Frauen hat seine klassische Affiche zwischen den Kloten-Dietlikon Jets und Piranha Chur wieder zurück. Anders als in vergangenen Jahren gehen die Zürcher Unterländerinnen aber als Favoritinnen ins Rennen um den Pott.

Ein Zwei-Linien-Spiel Der Top-Block von Piranha Chur mit Suter, Klapitova, Rüttimann, Repkova und Jirakova. (Bild: Fabrice Duc)

Fünf Mal erreichte Piranha Chur in seiner Vereinsgeschichte den Superfinal und traf dabei immer auf die Kloten-Dietlikon Jets (oder deren Vorgängerverein UHC Dietlikon). Mit 4:2 Siegen sieht die Bilanz für die Bündnerinnen positiv aus. Davor standen sie seit 2010 auch fünfmal in einem Playoff-Final, wobei sie auch dort die Zürcher Unterländerinnen dreimal bezwangen. 2019 holten die Jets in den letzten zehn Minuten ein 1:4 auf und sicherten sich durch ein umstrittenes Tor von Julia Suter in der Overtime den Kübel.

Es war der Anfang der Wende der Kräfteverhältnisse im Schweizer Frauen-Unihockey. Chur konnte sich im Folgejahr aufgrund der abgebrochenen Meisterschaft trotz dem Qualifikationssieg nicht für die Finalniederlage revanchieren. Im Sommer erfolgte nach den Rücktritten von Leistungsträgerinnen wie Seraina Ulber und Katrin Zwinggi der grosse Umbruch, die letzte Saison endete mit einem enttäuschenden Viertelfinal-Aus gegen die Red Ants. Erstmals nach zwölf Saisons war Chur nicht in einem Final vertreten.

Die fünf Internationalen
Auch in der neuen Spielzeit blieben die Piranhas nicht von Turbulenzen verschont. Die Qualifikation verlief harzig, Ende Februar wurde die Reissleine gezogen. Jani Westerlund und Mikael Fernström, die erst in der Sommerpause ihr Amt angetreten hatten, wurden freigestellt - wegen «unüberwindbaren Differenzen». Sportchef Daniel Darms und Simon Zopf übernahmen. Viel Zeit blieb dem neuen Trainerduo nicht, doch irgendwie schafften sie es, aus dem bröckelnden ehemaligen Serienmeister (2012 - 2016) wieder eine Einheit zu formen. Just auf den Playoff-Start trat er wieder in alter Stärke auf, kegelte im Viertelfinal BEO und eine Runde später die aufkommenden Skorps aus der Meisterschaft.

«Zurück zu den Basics» hiess es für die Piranhas unter dem neuen Trainergespann. Aus einer soliden Defensive ein schnelles Umschaltspiel betreiben und so dem Gegner den Todesstoss geben. Allen voran gelang es Zopf und Darms, wieder eine Struktur und Hierarchie ins Mannschaftsgefüge zu bringen. Die jüngeren, talentierten Akteurinnen wie Marcia Wick, Gentiana Behluli und Rahel Wyss durften in der zweiten und dritten Linie befreit aufspielen.

Die Last wurde wieder auf die Schultern der fünf Internationalen gelegt, die das Vertrauen prompt zurückbezahlten. In der Halbfinal-Serie gegen die Skorps erzielte Chur in sechs Spielen insgesamt 24 Tore. Alleine deren 20 gingen auf das Konto der ersten Linie mit Katarina Klapitova (Slowakei), Nela Jirakova, Martina Repkova (beide Tschechien), Corin Rüttimann und Julia Suter. Zusammen bringt es das Quartett übrigens auf 24 WM-Teilnahmen.

Durch die Playoffs marschiert, trotz Umbruch
Ganz anders verlief die Saison für die Kloten-Dietlikon Jets. Die Zürcher Unterländerinnen sahen sich nach dem Titelgewinn im letzten Frühjahr zwar auch mit einem Umbruch konfrontiert (u.a. verliessen Michelle Wiki, Tanja Stella und Isabelle Gerig den Verein), bewältigten diesen aber überraschend souverän. Nachdem im Februar in der Wankdorfhalle der Cupsieg errungen wurde, bekämpften sich die Jets mit den Skorps auch in der Meisterschaft um den Qualifikationssieg. Und zogen am letzten Spieltag ein rückblickend entscheidendes und cleveres As aus dem Ärmel. Sie verlängerten die Drittelspausen ihres Spiels gegen die Riders kurzerhand, um in den letzten Minuten über den Spielstand der Emmentalerinnen, die punktemässig gleichauf lagen, aber das bessere Torverhältnis hatten, informiert zu sein. Der Plan ging auf, mit einem 22:1 holte sich Kloten-Dietlikon noch den Qualisieg und wich damit im Halbfinal den Piranhas aus dem Weg.

Stattdessen warteten dort die Red Ants, die ihren Kontrahentinnen nur in zwei Spielen Paroli bieten konnten. Die Jets marschierten durch die Playoffs, haben vier Spiele weniger in den Beinen und konnten sich ganze 13 Tage auf den Superfinal vorbereiten. Die kniffligste Frage, mit der sich die Trainercrew in dieser Zeitspanne auseinandergesetzt haben wird, lautete wohl: wie können wir Piranhas Top-Linie unter Kontrolle bringen?

Höchstwahrscheinlich wird es auf ein Linien-Coaching mit zwei Formationen hinauslaufen, zumal Thomas «Api» Appenzeller schon am Cupfinal und im Halbfinal so agieren liess. Auch sein Vorgänger René Jaunin griff ein Jahr zuvor beim Superfinal in Winterthur bereits (erfolgreich) auf diese Massnahme zurück. Im Gegensatz zu den Piranhas finden sich bei den Jets auch in der zweiten und dritten Reihe Internationale oder gestandene NLA-Spielerinnen. Das könnte Samstag in der stimo Arena, in der am Mittwoch ein rauschendes Aufstiegsfest des EHC Kloten abgehalten wurde, das Zünglein an der Waage spielen.


NLA Frauen, Superfinal

Samstag, 23. April
Piranha Chur - Kloten-Dietlikon Jets
12:30 Uhr - stimo Arena, Kloten

 

Die letzten Superfinals zwischen Kloten-Dietlikon und Chur:

Saison 2018/2019: Piranha Chur - Kloten Dietlikon Jets 4:5 n.V.
Saison 2017/2018: Piranha Chur - UHC Dietlikon 5:3
Saison 2016/2017: UHC Dietlikon - Piranha Chur 7:2
Saison 2015/2016: UHC Dietlikon - Piranha Chur 4:5 n.P.
Saison 2014/2015: Piranha Chur - UHC Dietlikon 5:3

 

Die 20-jährige tschechische Stürmerin Veronika Kopecka spielt neu für die Kloten-Dietlikon Jets. Sie stösst von Tatran zum amtierenden Schweizer Meister. Junge Tschechin für die Jets
Der UHC Laupen kann auch in der nächsten Saison auf die Dienste der erfahrenen Tschechin Hanka Lackova zählen. Die Stürmerin wird ihre dritte Saison bei den Zürcherinnen... Lackova bleibt bei Laupen
Im Update der Silly Season gibt es vor allem bei Laupen und den Jets Veränderungen. Während einige Teams ihre Kaderplanung bereits offiziell abgeschlossen haben, sind andere... Silly Season Women 2.0
Die tschechische Verteidigerin Nela Jirakova verlässt Piranha Chur und wechselt in die SSL zu Endre IF, wo sie unter anderem Teamkollegin der Bündnerin Chiara Gredig wird. Nela Jirakova von Piranha zu Endre

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Tabellen

1.Grasshopper Club Zürich+7154.000
2.Floorball Köniz+4047.000
3.SV Wiler-Ersigen+3847.000
4.Zug United+1238.000
5.HC Rychenberg Winterthur+834.000
6.UHC Alligator Malans+2132.000
7.UHC Uster-1031.000
8.Waldkirch-St. Gallen-1130.000
9.Chur Unihockey+529.000
10.Tigers Langnau-1028.000
11.Ad Astra Sarnen-6711.000
12.UHC Thun-979.000
1.Kloten-Dietlikon Jets+9448.000
2.Skorpion Emmental Zollbrück+9248.000
3.piranha chur+5744.000
4.Red Ants Winterthur-1027.000
5.Wizards Bern Burgdorf+723.000
6.Unihockey Berner Oberland-522.000
7.Zug United-1822.000
8.UHC Laupen ZH-2320.000
9.FB Riders DBR-7313.000
10.UH Red Lions Frauenfeld-1213.000
1.Floorball Thurgau+10056.000
2.Unihockey Basel Regio+4944.000
3.Kloten-Dietlikon Jets+2641.000
4.Regazzi Verbano UH Gordola+036.000
5.Ticino Unihockey-337.000
6.UHC Grünenmatt+331.000
7.UHT Eggiwil-1931.000
8.UHC Sarganserland-2330.000
9.Floorball Fribourg-1328.000
10.I. M. Davos-Klosters-3223.000
11.Unihockey Langenthal Aarwangen-3423.000
12.RD March-Höfe Altendorf-5410.000
1.Waldkirch-St. Gallen+6352.000
2.UH Appenzell+3541.000
3.Hot Chilis Rümlang-Regensdorf+2839.000
4.Aergera Giffers+2232.000
5.UH Lejon Zäziwil+726.000
6.Nesslau Sharks-1323.000
7.Unihockey Basel Regio-1422.000
8.UC Yverdon-2917.000
9.Floorball Uri-3610.000
10.Visper Lions-638.000

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