06.
2018
Enttäuschung, Frust und Freude
Für Livia Danuser waren die letzten zwei Monate eine Achterbahn der Gefühle. Zuerst der bittere fünfte Platz an der U19-Weltmeisterschaft in St. Gallen. Danach die definitive Berufung in das Fanionteam von Meister Piranha Chur.
Zurzeit verfolgen viele Schweizer mit grosser Freude die Fussball-WM. Ebenfalls erfreulich für Schweizer Sportinteressierte war das Erreichen des zweiten Ranges der Eishockey-Nati Ende Mai. Bei der 18-jährigen Livia Danuser erzeugen diese Grossereignisse jedoch gemischte Emotionen. Denn auch die Unihockey U19-Weltmeisterschaft in St. Gallen Anfang Mai hätte eine Art Schweizer Volksfest werden sollen. Heraus kam für die jungen Schweizerinnen die schlechteste Platzierung der Geschichte. Um die richtigen Schlüsse zu ziehen, haben die Spielerinnen im Anschluss ein ausführliches Feedback an die Coaches geschrieben. Anfang Juli folgt ein Wochenende im Tessin. Ein Zeichen dafür, dass der Teamspirit trotz Frust intakt geblieben ist.
Bekanntlich liegen im Sport Freud und Leid nahe beieinander. Für die Churer Verteidigerin Danuser bewahrheitete sich dieses Sprichwort während der letzten Wochen. Seit Anfang Juni befindet sie sich im Sommertraining der NLA von Piranha. Danuser ist keine Spielerin, die mit Skorerpunkten glänzt. In 15 Länderspielen für die Juniorinnen-Nationalmannschaft hat sie keine Skorerpunkte erzielt, trotzdem gehörte sie zu den Stammspielerinnen. Dies vor allem auch dank ihrem Ehrgeiz sowie ihrer ruhigen und souveränen Spielweise. Genau diese Attribute verhalfen ihr nun zum Sprung in die NLA.
Auf Anfrage bestätigt uns die in Chur wohnhafte Danuser, dass das laufende Sommertraining im Vergleich zu ihren früheren bei den U21-Juniorinnen um einiges intensiver sei. Nebst drei Teamtrainings stehen jede Woche zusätzlich ein bis zwei individuelle Krafteinheiten sowie ein Lauftraining auf dem Programm. Ein happiges Programm, das ein gutes Zeitmanagement erfordert, damit auch die Erholung nicht zu kurz kommt. Danuser, die nächstes Jahr in Landquart das Physiotherapie-Studium beginnen wird, kann hierbei auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen. Diese würden meist für sie kochen und sie in weiteren Belangen entlasten.
Somit liegt der Fokus für Danuser nun voll auf dem Sommertraining. Und wer weiss, vielleicht gelingt es ihr ja, bis zum 15. Juli 2018 die Enttäuschung über die WM abzulegen. Denn dann steht nämlich der Fussball WM-Final an. Am besten mit Schweizer Beteiligung.