04.
Von Arx: "Es zählte nur noch die Willenskraft"
Lisa von Arx erzielte mit einem Weitschuss im Powerplay den Ausgleich für die Wizards. Ihr sechstes Saisontor war wahrscheinlich das wichtigste in einer Saison, in der die Wizards über sich hinauswuchsen und sich mit dem ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte gleich selber die Krone aufsetzten. Die 21-Jährige führt dies auch auf einen guten Saisonstart zurück.
Die ersten sieben bis zehn Minuten merkte man den Wizards die Nervosität an. Stimmts du zu?
Ja, wir brauchten eine gewisse Zeit, um ins Spiel zu kommen. Es war für alle eine neue Situation, aber wir konnten uns ziemlich schnell fangen. Danach verging das Spiel für mich wie ein Wimpernschlag.
Im letzten Drittel wart ihr die bessere Mannschaft und hattet zwei, drei gute Möglichkeiten. Hast du da gedacht: verdammt, wieso nützen wir die nicht oder eher, jetzt fehlt nicht mehr viel?
Eher das Zweite. Wir spielten uns in einen Flow und ich glaubte fest daran, dass wir das nächste Tor schiessen werden. Die vergebenen Chancen gaben uns eher Auftrieb.
Und dann kam das dritte Tor. Aber es standen noch 189 Sekunden auf der Uhr.
Ich hatte eine riesige Freude, zugleich aber auch im Hinterkopf, dass es noch fast vier Minuten geht. Da war es trotz der Euphorie wichtig, nicht den Kopf zu verlieren und fokussiert zu bleiben.
Habt ihr das 6vs5 von den Jets im Vorfeld der Partie noch speziell angeschaut?
Nicht spezifisch, das haben wir auch gegen andere Teams nicht wirklich gemacht. In dieser Situation zählte nur noch die Willenskraft, sich in die Schüsse zu werfen und die Passwege zu schliessen.
Euer einziges Powerplay der Partie verlief ziemlich harzig. Bis du gedacht hast: jetzt zieh ich einfach mal ab.
Etwa so, ja. Ich habe die Lücke gesehen, aber dass er so reingeht war natürlich nicht geplant. Für uns war es aber super, mit einem 2:2 ins letzte Drittel zu gehen.
Trotz deines jungen Alters gehörst du schon fünf Saisons zum UPL-Team. Die Wizards waren noch nie nahe an einem Superfinal. Und jetzt das: Qualisieg und Meistertiel! Was war in dieser Saison anders, was hat Mirco Torri neu reingebracht?
Sehr viel hat sich eigentlich gar nicht geändert. Wir befanden uns einfach von Anfang Saison in einem Schwung. Mit den Trainern arbeiteten wir intensiv an unserer Defensive. Der Staff hat eine coole Lockerheit reingebracht und uns die Freude am Spiel vermittelt.
Und jetzt was läuft noch? Weiss überhaupt Jemand bei den Wizards, wie man feiert?
Das werden wir jetzt herausfinden. (lacht) Sicher mal hier in der Garderobe feiern und dann wird in Burgdorf sicher auch noch etwas laufen.