03.
2018
Jael Koller: „Sind abgeklärter geworden“
Letzte Saison mussten die Red Ants im Viertelfinal gegen die Skorps noch über die volle Distanz, diesmal waren sie nach drei Duellen durch. Verteidigerin Jael Koller steuerte zum abschliessenden 5:3 einen Treffer bei und blickt auf den Halbfinal gegen Piranha voraus.
In den letzten 15 Begegnungen zwischen den Red Ants und den Skorps entschied 13 Mal ein einziges Tor - warum ging diese Viertelfinalserie trotzdem 3:0 für die Red Ants aus?
Jael Koller: Wir hatten auch letztes Jahr im Viertelfinal gegen die Skorps die Chance, im dritten Spiel alles zu beenden, kassierten aber wenige Sekunden vor Schluss noch ein Tor und mussten dann über fünf Spiele. Diesmal waren wir ruhiger, abgeklärter - wir liessen uns nicht nervös machen, wenn die Skorps unsere Führungen wieder aufholten. Die Partien waren zwar alle knapp, aber ich hatte nie das Gefühl, dass wir die Serie verlieren könnten.
Aber du hast die Führungen angesprochen - die könnte man ja auch einmal verwalten oder gar noch ausbauen, um ein Spiel vorzeitig zu entscheiden?
Für die Nerven wäre das wohl besser (lacht). Aber knappe Siege gegen ein gleichwertiges Team wie die Skorps sind dann umso geiler und geben uns ein gutes Gefühl.
Nun wartet im Halbfinal Piranha Chur. In den drei Quali-Partien und vor allem im Cupfinal haben die Red Ants gegen die Bündnerinnen schlecht ausgesehen.
Wir haben jetzt sehr viel Zeit, diese vier Partien zu analysieren. Was klar ist: Wir müssen im Passspiel mehr Geduld zeigen und dürfen uns in der Mittelzone keine Fehler erlauben. Da haben sich gegen die Skorps noch zu viele eingeschlichen - und gegen Piranha mag es das erst recht nicht leiden.
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Anja Dellagiovanna vs. Jael Koller heisst es in den Playoff-Halbfinals. (Bild: Damian Keller)
A propos viel Zeit: Kommt bei diesem Playoff-Modus mit einem Spiel pro Wochenende - jetzt steht sogar ein ganz freies Weekend bevor - überhaupt Playoffstimmung auf?
Natürlich schon nicht so wie bei Doppelrunden und Schlag auf Schlag stattfindenden Spielen. Aber wir merken schon, dass die Anspannung höher ist als in der Quali, die Tore mehr bejubelt werden. Und bei der aktuellen Grippewelle - mich erwischte es letzte Woche - tut das freie Wochenende wohl allen Halbfinalisten gut. Die Ausgangslage ist jedenfalls für alle gleich.
Du bist vor fünf Jahren von WaSa zu den Red Ants gestossen. Ab nächster Saison fahren mit Nina Metzger und Natalie Schürpf zwei St. Gallerinnen an Winterthur vorbei und spielen für Dietlikon. Bist nach so langer Zeit in der Fremde keine Transfer-Botschafterin mehr?
Ich habe schon noch gute Kontakte in den Verein und wohne auch immer noch in St. Gallen. Aber als ich noch für WaSa spielte, war Metzger noch bei den Juniorinnen - und ins Transferwesen bin ich nicht involviert.
Du hast damals extra ein Auto gekauft, um zwischen St. Gallen und Winterthur zu pendeln. Gibt es die Karre noch?
Das war ein Occasions-Auto mit bereits 100'000 Kilometern auf dem Tacho. Mittlerweile habe ich ein neues Gefährt. Grün, mit weissen Streifen und St. Galler Nummernschild. Kannst du auf dem Parkplatz nicht übersehen.