09.
2017
Keine Fussballresultate mehr
Nach zwei Runden haben die Red Ants 18 Tore erzielt - dafür brauchten sie letzte Saison noch sechs Runden. Die neue offensive Spielweise bringt auch Captain Céline Chalverat, die im Sommer fast zurückgetreten wäre, wieder zum Lachen.
Sagen wir mal, dass beim 12:3 gegen BEO am letzten Samstag nicht alle Tore der Red Ants zwingend waren. Dennoch ein schönes Gefühl, so oft zu treffen? Du hast in diesem Spiel mehr gelacht als während der ganzen letzten Saison.
Céline Chalverat: Das stimmt wahrscheinlich. Die letzte Saison machte keinen Spass und ich habe mir ernsthaft den Rücktritt überlegt. Ich sagte mir dann aber, dass ich mit so einer Saison nicht aufhören kann. Jetzt bin ich froh, weiter dabei zu sein.
Wer sorgt für den erhöhten Spassfaktor - Trainer Lukas Eggli, der das Team offensiver laufen lässt oder die neuen Mitspielerinnen?
Mir gefällt Egglis Stil. Ich bin, wie die letzten Jahre gezeigt haben, keine herausragende Taktikerin oder Technikerin. Mir liegt das Laufspiel, ich fühle mich wohl, wenn ich die Bälle holen kann. Aber es ist die ganze Konstellation, die nun passt. Dazu gehören auch die neuen Spielerinnen.
Macht es den Abschluss einfacher, wenn man in einem „Hurra-Stil" auftritt, wenn man das so nennen darf?
Auf das BEO-Spiel bezogen machte es mir Ellenor Bengtsson einfach, die mir dreimal den Ball perfekt hingelegt hat. Ich musste ihn vor dem Tor ja nur noch einschieben...
... wobei in den letzten Saisons eben meistens niemand dort stand, wo du jetzt warst. Das ist die offensivere Ausrichtung?
Ja, und damit wird auch die Verantwortung auf mehr Schultern verteilt, wenn wir mit drei Blöcken offensiv auftreten.
Die Gretchenfrage lautet: Ist dieser Stil unter dem Strich auch erfolgreicher? Gegen die Wizards setzte es in der ersten Runde noch eine 6:7-Niederlage ab und am Sonntag kommt Piranha Chur nach Oberseen.
Lukas Eggli hat uns vorgewarnt, dass es erstens streng wird für uns, dass wir viel laufen müssen. Aber auch, dass wir zumindest am Anfang wohl mehr Gegentreffer kassieren werden, da wir den Gegnern mehr Platz bieten als früher.
Das Motto lautet also: Um zu gewinnen, müsst Ihr ein Tore mehr schiessen als der Gegner?
So ungefähr. Wir wollen keine Fussballresultate mehr. Das macht es sicher auch für die Zuschauer unterhaltsamer.
Teamneuling Géraldine Rossier gelangen wie dir gegen BEO drei Tore, darunter der Treffer zum „Stängeli". Was muss sie liefern?
Offiziell einen Kuchen. Inoffiziell werde ich ihr nahe legen, ein Bier zu bringen (lacht).