10.
2017
Schmerzfrei bei 80 Prozent
Piranha-Stürmerin Katrin Zwinggi ist nach einer fast zweijährigen Leidensgeschichte wieder auf dem Damm. Zumindest fast. Geht es mit der 28-jährigen Ostschweizerin weiter aufwärts, dürfte sie an der WM im Dezember dabei sein.
Die grossen Probleme begannen nach der WM 2015 in Tampere. Entzündete Lendenwirbel setzten Katrin Zwinggi praktisch schachmatt. Sie spielte kaum noch und bestritt auch die Playoffs nur, „um gespielt zu haben", wie sie es formuliert. Die Ärzte stellten per MRI Bandscheibenprobleme fest, die allerdings keine Operation nötig machten. Mit Hilfe der Physiotherapeuten nahm Zwinggi einen sauberen Aufbau in Angriff, bekam die Entzündungen in den Griff und stieg stark in die letzte Saison ein - um aber gleich von einem Ermüdungsbruch im Fuss gebremst zu werden. Als dieser nach mehreren Wochen verheilt war, setzte sie eine Oberschenkelzerrung ausser Gefecht. Durch diese Probleme kam es durch andere Belastungen des Bewegungsapparats letztlich auch wieder zu Schmerzen im Rücken. Kurz: Die letzte Saison war für Katrin Zwinggi eine zum Vergessen.
In der aktuellen Spielzeit aber hat sie nach vier Partien bereits halb so viele Skorerpunkte gesammelt wie in der ganzen letzten Saison. Alles wieder im Lot? unihockey.ch hat nachgefragt.
Wie gehts? Alles im grünen Bereich, was die Gesundheit anbelangt?
Katrin Zwinggi: Danke, ja. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell wieder so gut läuft.
Wie weit entfernt bist du von deinem besten Level vor der WM 2015, als du regelmässig 40 bis 50 Skorerpunkte pro Saison abgeliefert hast?
Etwa bei 80 Prozent. Das Unihockeyspielen habe ich in der Zwischenzeit ja nicht verlernt, ich bin einfach noch nicht ganz fit - aber nach dem sauberen Aufbau im Sommer auf gutem Weg. In den Spielen bin ich jetzt ohne Beschwerden, was mich natürlich sehr freut.
Das kriegst du bis zur Weltmeisterschaft im Dezember noch auf 100 Prozent und bist dabei, oder? Nati-Trainer Rolf Kern hat dich jedenfalls zum letzten Zusammenzug aufgeboten.
In der letzten Saison dachte ich angesichts all der Probleme an Rücktritt - aber so konnte ich nicht aufhören, ich wollte ein faires Ende der Karriere. Jetzt ist es natürlich mein Ziel, noch einmal eine WM bestreiten zu können.
Das heisst, wenn du diese Saison gesund bleibst, trittst du im kommenden Frühling zurück?
Das müssen wir nicht hier und jetzt diskutieren (lacht). Klar ist, dass für mich die Gesundheit im Vordergrund steht. Ich muss auf meinen Körper hören, schliesslich gehöre ich zur älteren Garde. Derzeit macht es aber richtig Spass - die nachgerückten Jungen motivieren und pushen die älteren Semester. Das gilt auch für Corin Rüttimann. Ihre Disziplin in den Trainings und was sie nebenbei noch individuell trainiert: Sie ist ein Vorbild für uns alle, nicht nur für die Jungen.