03.
2007
1:0-Führung des UHC Dietlikon
Die Dietliker Unihockeyanerinnen starteten am Freitag mit einer Viertelstunde Verspätung gegen Piranha Chur in die Playoffs. Dass als Austragungsort des Spiels nicht Dietlikon, sondern Wallisellen gewählt worden war, hatte damit aber nichts zu tun; die Zuschauer sassen um 20 Uhr bereits auf ihren Plätzen. Die Churerinnen ebenso wie die beiden Schiedsrichter hatten aber offenbar den Zürcher Abendverkehr unterschätzt – sie waren auf jeden Fall im Stau stecken geblieben, was eine Verschiebung der Anspielzeit nötig machte.
Überzeugendes Mitteldrittel
Für Dietlikon war das erste Playoff-Halbfinalspiel auch eine Gelegenheit zur
Rehabilitierung für den am letzten Samstag überraschend gegen Zug United
verlorenen Cupfinal. Besonders enttäuscht hatte damals Natalie Stadelmann
gewirkt. «Ich hatte selber extrem Mühe mit dieser Niederlage», sagte sie am
Freitag dazu. Und gab die Antwort auf dem Feld. Stadelmann eröffnete in der 11.
Minute das Score – zu einem Zeitpunkt, zu dem Dietlikon zwar mehr vom Spiel,
aber nur wenig zwingende Chancen hatte. «Das erste Drittel war nicht so gut»,
meinte auch die Mittelstürmerin des ersten Blocks. Symptomatisch war der
Ausgleich der Churerinnen: Keine von ihnen konnte sich in die Torschützenliste
eintragen; Dietlikon schoss ein Eigentor. «Wir waren wahrscheinlich etwas nervös
und haben unser Glück zu sehr in Einzelaktionen gesucht.» In der Folge, so
Stadelmann, habe man sich aber gefangen und sehr gut gespielt. Tatsächlich
trifft dies vor allem für Stadelmann selber zu. Sie schoss bis zur 30. Minute
zwei weitere Tore und war damit für eine Vorentscheidung besorgt. Piranha konnte
zwar noch einmal den Anschlusstreffer realisieren, doch danach hielt die
Dietliker Schlussfrau Laura Tomatis alles, was auf ihr Tor geflogen kam –
obschon das Spiel gegen die Bündnerinnen für sie eher undankbar war. Die
Internationale musste öfter Phasen notorischer Unterbeschäftigung überbrücken,
als ihr dies lieb sein konnte. Kalt erwischt wurde sie trotzdem nie.
Morfs Comeback mit Tor gekrönt
Im Schlussabschnitt sorgte auch Daniela Morf für Furore. Sie kam nach
längerer Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz – und krönte ihr Comeback
mit dem Tor zum 6:2. Matchwinnerin dieser ersten Playoff-Partie war allerdings
Stadelmann. Sie hat die Bündnerinnen mit vier Toren praktisch im Alleingang
besiegt. «Als ich heute Morgen aufgestanden bin, habe ich nicht mehr an die
Niederlage in Bern gedacht», sagte sie. Die Winnermentalität zahlte sich aus.
«Wann ich letztmals in einem Spiel vier Tore geschossen habe, weiss ich nicht
mehr.» Wahrscheinlich sei es in jener Saison gewesen, die sie auf dem Kleinfeld
in der Nationalliga B in Winterthur gespielt habe. So oder so: Mit dem Sieg über
Chur dürfte die einzige Dietliker Niederlage der laufenden Saison endgültig
vergessen sein. Die Glatttalerinnen müssen allerdings vor den Piranhas auf der
Hut sein. «Sie haben heute auch überzeugt», so Stadelmann. Am Sonntag geht es in
Chur mit der Halbfinalserie weiter.
Dietlikon - Piranha Chur 6:2 (1:1, 3:1, 2:0)
MZH, Wallisellen - 179 Zuschauer
SR: Stähli / Bebié
Tore: 11. Stadelmann (Berner) 1:0, 16. Eigentor Dietlikon 1:1, 26. Stadelmann (Översveen) 2:1, 30. Stadelmann (Översveen) 3:1, 36. Dubacher (Arpagaus) 3:2, 40. Suomalainen (Anderegg) 4:2, 55. Stadelmann 5:2, 56. Morf (Suomalainen) 6:2
Strafen: keine
Dietlikon: Tomatis (Schwendener); Berner, Bürgi; Klein, Heusser; Pescador, Zollinger; Burkard; Stadelmann, Översveen, Schäfer; Anderegg, Suomalainen, Vögeli; Morf; Mesot, Stella, Strässle; Meier
Piranha Chur: Boner; Arpagaus, Simona Streiff; Buff, Casutt; Dubacher, Gabathuler, Russi; Kaufmann, Wegmann, Moser; Bless.