01.
2005
Damen NLA: Caps im punktemässigen Januarloch
Desolates Startdrittel
Dass die Schützenmatt in der Vergangenheit selten ein gutes Pflaster war, ist
hinlänglich bekannt. Nichtsdestotrotz mussten drei Punkte her, wollte man den
Kontakt zum vierten Tabellenrang nicht verlieren. In den ersten 20 Minuten
traten die Caps freilich nicht wie eine Mannschaft auf, die in die PlayOff
gehört. Die Angriffe wurden ohne Entschlossenheit brav vorgetragen,
Defensivzweikämpfe waren Seltenheit und im Passspiel offenbarte die Spicher/Gerber/Huber-Truppe
eklatante Schwächen. Die Wizards nahmen die Einladung zum Toreschiessen, die
ihnen die Caps auf dem Silbertablett servierten, gerne an und markierten zwei
Treffer - jeweils nach absolut unerzwungenen Abspielfehlern seitens der Caps in
der eigenen Hälfte.
Leistungssteigerung im zweiten Drittel
Statt Pausentee gab's in der ersten Pause auf Seiten der Gäste eine Standpauke.
Diese verfehlte ihre Wirkung nicht, wurden plötzlich doch jene Vorsätze, die man
sich vor dem Spiel vorgenommen hatte, endlich auch umgesetzt. Es folgten die
stärksten 10 Minuten der Stadtbernerinnen, in denen folgerichtig aufgrund der
Anzahl Chancen auch verdient zwei Tore verbucht werden konnten. Burgdorf fing
sich allerdings wieder und erzielte postwendend den erneuten Führungstreffer.
Das Spielgeschehen glich sich in der Folge aus, wobei die Partie mehr von der
Spannung als von der Klasse lebte.
Ein Punkt gewonnen....
Auch im letzten Drittel waren die Stadtbernerinnen sichtlich bemüht, den
Ausgleich zu erzielen. Dass dieser jedoch selten in der Luft lag, war der
fehlenden spielerischen Klasse zuzuschreiben, die die Caps in der Schützenmatt
an den Tag legten. Trotz Einsatz und Wille war nicht zu übersehen, dass in der
gegnerischen Hälfte zu wenig Eigeninitiative und Kreativität vertreten war.
Burgdorf musste nach einer ungestümen Aktion den Ausfall Mätzeners verkraften
und war versucht, den Vorsprung zu verwalten, was bis in die 60. Minute trotz
der einen oder anderen guten Chance der Caps auch gelang. In der Schlussminute
überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst kassierten die Caps aufgrund eines
Wechselfehlers eine ärgerliche Zweiminutenstrafe, um dann wenige Sekunden später
in Unterzahl den Ausgleich zu erzielen. Heusser wurde dabei ideal im Slot
angespielt und verwertete völlig freistehend eiskalt zum 3:3. Besonders
ärgerlich für Burgdorf und vielleicht symptomatisch für das doch sehr
bescheidene spielerische Niveau der Partie war der Umstand, dass das Zuspiel
nicht von einer Stadtbernerin kam, sondern ein haarsträubender Abspielfehler der
Wizards war.
So resultierte wenigstens ein Punktgewinn. Dass es nicht zwei Punkte wurden, lag daran, dass Burgdorf im Powerplay in der Verlängerung traf, bevor die Caps sich überhaupt daran schicken konnten, mit 6 Feldspielerinnen den Extrapunkt anzustreben.
Ganz klar: Wer in die PlayOff will, muss gegen Zug und Burgdorf mehr als nur den einen Punkt holen, den sich die Caps in den vergangenen beiden Partien gutschreiben lassen konnten. Ob die Spielerinnen nach wie vor an Rang 4 glauben, wird sich nächstes Wochenende zeigen, wenn die Red Ants im Wankdorf zu Gast sein werden.
Burgdorf Wizards - Bern Capitals 4:3 n.V. (2:0, 1:2, 0:1, 1:0)
Schützenmatt, Burgdorf - 105 Zuschauer
SR: Spori / Wälti
Tore: 11:08 König (Rossel) 1:0, 15:58 Rossel 2:0, 24:50 Meyer (Heusser) 2:1, 28:29 Elsinger (U. Müller) 2:2, 30:14 Schüpbach (Mätzener) 3:2, 59:23 Heusser (Ausschluss Fahrni, Capitals ohne Torhüterin) 3:3, 61:01 König (Meier, Ausschluss Fahrni) 4:3
Strafen: Burgdorf keine, Bern Capitals 2x2'
Burgdorf Wizards: Gantner; B. Müller, Meier; Rindlisbacher, Glauser; Stooss, Mätzener, Schüpbach; König, Rossel, Frischknecht; Ritter, Burkhalter
Bern Capitals: Roux; Krähenbühl, Hofer; Meyer, Schmid; K. Stettler; Schällibaum, Pfister, D. Stettler; U. Müller, Heusser, Elsinger; Fahrni
Bemerkungen: Bern Capitals ohne Brunner (verletzt), Juker, Andrey (krank), Khuu, Arteva (rekonvaleszent) und Koller (nicht eingesetzt); 5. Pfostenschuss Stooss, 29. Time-out Burgdorf, 46. Mätzener mit Schulterverletzung ausgeschieden, Capitals von 59:12 bis 59:23 ohne Torhüterin, Letztes Spiel von Karin König
Best Players: B. Müller / U. Müller