02.
2005
Damen NLA: Die Wende im zweiten Drittel
Gegen die Bern Capitals hat der UHC Dietlikon stets Mühe bekundet. In den letzten Jahren konnte man die Bernerinnen zwar immer schlagen, allerdings fiel das Endergebnis oft knapp aus. In dieser Saison scheint sich dies vor allem resultatmässig geändert zu haben: 7:2 am 31. Oktober in Muri - 7:1 am Samstag in der heimischen Hüenerweid-Halle. Allerdings sah es nach zwanzig Minuten gar nicht gut aus für den UHC Dietlikon. Eliane Juker brachte in der 12. Minute den Gast aus Bern, mit einem der seltenen Schüsse, auf das von der erneut stark spielenden Nicole Giezendanner gehütete Dietliker Tor, in Führung. Dabei hatte der UHCD für einmal einen fast optimalen Start erwischt. Das Team wirkte konzentriert und engagiert wie schon lange nicht mehr im ersten Drittel. Dank eines aggressiven Pressings erarbeitete man sich Chance um Chance. Die Tormöglichkeiten wurden aber vorerst alle ausgelassen, zumal auch Bern-Goalie Andreia Koller einen bis dahin starken Start erwischt hatte. Sie schien an diesem Abend unbezwingbar zu sein.
Starker Goalie - starker Teamspirit
Der UHC Dietlikon spielte aggressiv und abgeklärt. Trotzdem war es einer der an
diesem Abend seltenen Fehlern in der Defensive, der zum Gegentreffer führte. Der
UHCD kam leicht ins Wanken, fing sich aber wieder und wollte im mittleren
Abschitt die Partie drehen. Dies gelang tatsächlich. Die Offensiv-Bemühungen
wurden in der 33. Minute belohnt: Topskorerin Suvi Saukko glich zum 1:1 aus.
Drei Minuten später war es Daniela Morf, welche den UHCD im Powerplay in Führung
schoss. Die Wende war geschafft und die Führung war mehr als unverdient. Nun
schalte der UHCD einen weiteren Gang hinauf. Goalie Nicole Giezendanner hielt
alles was es zu halten gab und verlieh ihren Vorderleuten Sicherheit. Der UHCD
strotzte nun so richtig vor Spielfreude. Die Mannschaft feuerte sich selber an,
das Team schien wie beflügelt zu sein.
Starkes letztes Drittel mit schönen Toren
Sarah Schäfer brachte den UHC Dietlikon mit einem sehenswerten Schuss in der
42. Minute 3:1 in Führung. Nun war der Bann definitiv gebrochen. Violetta Vögeli
erhöhte in der 43. Minute bereits auf 4:1. Dies war den Bernern zuviel. Nach dem
vierten Gegentreffer nahm Capitals-Coach Pascal Huber ein Time out. Man wollte
so den Rhythmus des UHCD brechen....doch der Schuss ging wortwortlich in die
falsche Richtung. Time out-Ende....Bully...Pass von Sarah Schäfer auf Suvi
Saukko- Tor!!! Ganze fünf Sekunden waren nach dem Bully verstrichen. Der UHC
Dietlikon führte nun mit 5:1 und liess sich die Butter nicht mehr vom Brot
nehmen. Der UHCD spielte im letzten Drittel fehlerlos und fand phasenweise zu
seinem starken, schnellen Kombinationsspiel zurück. In der 47. Minute war es
dann für Isabelle Strässle soweit. Die 17-jährige Elite-Juniorin des UHC
Dietlikon debütierte in der ersten Mannschaft. Sie spielte in der ersten
Sturmreihe mit Violetta Vögeli und Daniela Morf für die bis dahin ausgezeichnet
spielende Aurelia Pescador. Zu einem Torerfolg hat es ihr nicht gereicht." Es
war eine tolle Erfahrung. Ich hatte vor der Einwechslung mächtig Herzklopfen",
gestand die 17-jährige. Der UHC Dietlikon erhöhte das Skore in der 53. durch
Mirca Anderegg und in der 60. durch Fabienne Mesot und gewann am Ende verdient
mit 7:1.
Am Samstag gegen möglichen Playoff-Gegner
Die Mannschaft hat also bewiesen, dass sie eindeutig mehr kann, als sie
zuletzt gezeigt hat. Gerade nach der Niederlage gegen die Red Ants hat man viel
über den Formstand und die Spielweise des UHCD gesprochen. Sogar das Wort
"Krise" wurde genannt. Das Team hat allerdings gegen Bern bewiesen, dass man
keineswegs in einer Krise steckt. Zwar gilt es immer noch hart zu arbeiten im
Hinblick auf die Playoffs. Der UHCD hat sich aber zurückgemeldet. Am Samstag
kommt mit Piranha Chur der nächste "Brocken" in die Hüenerweid. Es wird eine Art
Hauptprobe für die Playoff sein, denn Chur scheint zur Zeit der Gegner des UHCD
im Halbfinal zu werden.
UHC Dietlikon - Bern Capitals 7:1 (0:1, 2:0, 5:0)
Hüenerweid, Dietlikon - 80 Zuschauer
SR: Vogel / Fischer
Tore: 12. Juker 0:1, 33. Saukko 1:1, 36. Morf (Saukko, Ausschluss Heusser) 2:1, 42. Schäfer 3:1, 43. (42:50) Vögeli 4:1, 43. (42:55) 5:1, 53. Anderegg 6:1, 60. Mesot (Saukko) 7:1
Strafen: Bern 1x2', Dietlikon keine
Dietlikon: Giezendanner (Schwendener); Bürgi, Walder; Klein, Tanja Heusser; Pescador, Vögeli, Morf; Mesot, Schäfer, Saukko; Stadelmann, Anderegg, Schmidlin; Strässle
Bern Capitals: Koller; Schmid, Pfister; Hofer, Krähenbühl; Brunner, Meyer; Juker, Fahrni, Stettler; Müller, N. Heusser, Schällibaum; Andrey, Arteva
Bemerkungen: Dietlikon ohne Iderheim und Muster (verletzt); Capitals ohne Elsinger, Khuu (verletzt) und Roux (nicht eingesetzt); 9. Pfostenschuss Schäfer, 42:50 Time-out Bern Capitals, 49. Pfostenschuss Schäfer
Best Players: Giezendanner / Koller