04.
2007
Der UHC Dietlikon steht im Playoff-Final
Die Churer Piranhas hatten gestern im Klotener Ruebisbach nichts mehr zu verlieren. Dietlikon lag in der Halbfinalserie über maximal fünf Spiele mit 2:0 in Führung und befand sich somit in der wesentlich komfortableren Ausgangslage: mit einem Sieg konnte man die 7. Finalteilnahme in Serie sicherstellen. Vielleicht wiegten sich die Dietlikerinnen im Klotener Playoff-Exil aber auch ein wenig sehr in Sicherheit. Auf jeden Fall neutralisierte Piranha, dem der Mut der Verzweiflung Beine machte, die Qualifikationssiegerinnen im Startdrittel weitgehend. Noch besser aus Sicht der Gäste: Sabrina Arpagaus schoss in der 18. Minute sogar den Führungstreffer.
20 starke Minuten reichten
Das Mitteldrittel begann für Dietlikon ideal. 39 Sekunden nach
Wiederaufnahme der Partie traf die ehemalige Piranha-Topscorerin in Dietliker
Diensten, Mirca Anderegg, zum Ausgleich. Allerdings blieben die Mängel im Spiel
der Gastgeberinnen bestehen; die Angriffe wurden zu wenig phantasievoll
vorgetragen, als dass sie die Churerinnen hätten beunruhigen können. Auch in der
Defensive wurden klare Mängel offenbar. So erstaunte es denn nicht, dass Piranha
mit einem Doppelschlag durch Samira Bless und Seraina Kaufmann (35./36.) zwei
Tore vorlegen konnte. «Wir haben zwei Minuten lang den Kopf verloren – das
müssen wir abstellen. Vor allem mit Blick auf den Final», kommentierte Anderegg.
Doch Dietlikon zeigte in den letzten 20 Minuten eindrücklich, weshalb es das gegenwärtig wohl beste Team in der Schweiz ist: Den Glatttalerinnen reicht ein starkes Drittel, um selbst gegen eine Equipe wie Piranha Chur – das die Qualifikation immerhin auf dem vierten Platz abgeschlossen hatte – bestehen zu können. Die Pausenansprache von Trainer Marco Moser trug Früchte und dazu bei, dass Dietlikon nun deutlich aggressiver auftrat- Sara Schäfer traf noch Schneller als Anderegg nach der ersten Pause: 33 Sekunden nach dem Anspiel schoss sie zum 2:3 ein. Und Daniela Morf, die erstmals nach ihrer Verletzungspause über die volle Dauer von 60 Minuten spielte, glich aus (44.).
Danach machte sich bei den Churerinnen der Kräfteverschleiss bemerkbar. Die Gäste spielten im Gegensatz zu Dietlikon nicht mit drei kompletten Linien und wirkten nach ihrem generösen Umgang mit den Kräften in den ersten beiden Dritteln zunehmend müde. Dietlikon nutzte das aus, und Simone Berner sowie Anne Suomalainen (ins leere Tor) waren für das Schlussresultat von 5:3 besorgt. Piranha Chur ist damit wie bereits vor Jahresfrist in drei Spielen an Dietlikon gescheitert. Und wie – mit einer Ausnahme – immer in den letzten sieben Jahren treffen sich im Final Dietlikon und die Red Ants Rychenberg Winterthur. Die Eulachstädterinnen setzten sich gegen Cupsieger Zug United in der anderen Halbfinal-Serie ebenfalls mit 3:0 durch und sorgten dafür, dass das eintraf, was alle erwartet hatten. Auch Mirca Anderegg. «Wir sind heiss auf dieses Spiel», freute sie sich schon gestern nach verrichteter Arbeit. «Gegen die Red Ants – das ist der Inbegriff von einem Final.» Ausserdem habe man gegen die Erzrivalinnen in dieser Saison ein Rezept gefunden.
Noch sechs Tage bis zum Final
Eine Woche bleibt, um sich von den Anstrengungen des Halbfinals zu erholen.
Am nächsten Mittwoch beginnt dann die Best-of-Five-Serie um den Meistertitel.
«Jetzt erholen wir uns erst einmal», antwortete Anderegg auf die Frage nach dem
letzten Schliff. Zwei Trainings stehen noch auf dem Programm; man wird das
Augenmerk wohl auf eine bessere Chancenauswertung legen.
UHC Dietlikon - Pirana Chur 5:3 (0:1, 1:2, 4:0)
Ruebisbach, Kloten - 234 Zuschauer
SR: Elmer/Schellenberg
Tore: 18. Arpagaus (Kornberger) 0:1. 21. Anderegg (Heusser) 1:1. 35. Bless (Kornberger) 1:2. 36. Kaufmann (Moser) 1:3. 41. (40:33) Schäfer (Berner) 2:3. 44. Morf (Anderegg) 3:3. 59. (58:00) Berner (Bürgi) 4:3. 60. Suomalainen (Morf/ins leere Tor) 5:3
Strafen: Dietlikon keine, Piranha Chur 1x2'
Dietlikon: Schwendener (Tomatis); Berner, Bürgi; Klein, Heusser; Zollinger, Pescador; Burkard; Översveen, Stadelmann, Schäfer; Anderegg, Suomalainen, Morf; Mesot, Stella, Vögeli; Strässle, Meier