08.
03.
2008
NLA Frauen | Autor: Voneschen Reto

Dietlikon erneut im Penaltyschiessen

Das Frauen Cupfinale endete mit der knappsten aller Möglichkeiten. Erst nach Penaltyschiessen musste sich Piranha Chur dem Europacupsieger Dietlikon mit 5:4 geschlagen geben.
Dietlikon erneut im Penaltyschiessen
Eine enge Partie war im Vorfeld des Frauen Cupfinals erwartet worden. Dreimal standen sich Dietlikon und Piranha Chur in dieser Saison gegenüber - einmal gewannen die Zürcherinnen, einmal die Churerinnen und einmal trennten sie sich unentschieden. Eng war denn auch das Partie, welche mit fünfzehn Minuten Verspätung begann, nachdem der Ligacupfinal der Männer mit 38 Toren (29:9 für Gossau) etwas länger dauerte als erwartet. Während der gesamten Spielzeit waren die Unterschiede zwischen den beiden besten Schweizer Frauen Equipen marginal. Beide Coaches waren sich nach Spielschluss einig: Entschieden hatte heute das Glück.

Trotz der Verzögerung agierten aber beide Teams von Beginn weg hochkonzentiert. Piranha machte die Räume in der Abwehr eng und hinderte die Zürcher Abwehrspielerinnen mit einem cleveren Forechecking früh im Spielaufbau. Entgegen kam den Bündnerinnen auch die frühe Führung - „Miss Cup" Sonja Putzi (bereits sechs Tore im Halbfinal) traf bereits in der 9. Minute zum 1:0. Daniela Morf glich diese aber nur zwei Minuten später nach einem von Simone Berner abgefangenen Fehlpass wieder aus.

Im zweiten Drittel taten die Churerinnen mehr fürs Spiel. Prompt gingen sie wieder in Führung. Michelle Russi vollendete einen langen Slalomlauf zum 2:1 (32.). Erneut gelang Dietlikon aber wieder der Ausgleich, diesmal traf Violetta Vögeli mit einem schönen Schuss ins Lattendreieck. Russi hatte aber noch nicht genug. In der 37. Minute erzielte sie die dritte Churer Führung nach einem schönen Zuspiel von Captain Martha Dubacher.

Die Freude war aber erneut nicht von langer Dauer. Simone Berner glich in der 45. Minute mittels Weitschuss erneut aus. Langsam schienen die Zürcherinnen den Weg durch das Churer Dickicht gefunden zu haben, mehr und mehr kamen sie zu Torchancen. Churs Trainer Aldo Casanova reagierte und stellte wie Antipode Marco Moser auf zwei Sturmreihen um. Bereits zu Spielbeginn war er nach dem im Abschlusstraining erlittenen Kreuzbandriss von Brigitta Wegmann zu Umstellungen gezwungen.

Nach 55 Minuten schien gar ein vorzeitiger Dietliker Finalsieg in Reichweite - Michelle Wiki traf mit einem Billardtor. Doch diesmal reagierten die Churerinnen in der Person von Seraina Kaufmann, welche genau zwei Minuten vor der Sirene ausglich. In der Verlängerung hatten die Zürcherinnen ein Chancenplus, mussten aber froh sein, dass Ramona Gabathuler in der 64. Minute noch in letzter Sekunde an einem Sololauf auf Tomatis gehindert werden konnte. Im Penaltyschiessen - dem ersten im übrigen in einem Frauen Cupfinal - spielte dann Dietlikon die gesamte Routine aus - Morf und Berner verwerteten ihre beiden ersten Versuche souverän, während die Piranhas entweder an ihren Nerven oder an Goalie Tomatis scheiterten.


Dietlikon - Piranha Chur 5:4 n.P.(1:1, 1:2, 2:1, 0:0)
Wankdorfhalle Bern. - 1548 Zuschauer. - SR Ruh/Siegfried.
Tore: 9. Putzi 0:1. 12. Morf (Berner) 1:1. 32. Russi (Holmbom) 1:2. 35. Vögeli (Heusser) 2:2. 37. Russi (Dubacher) 2:3. 46. Berner 3:3. 55. Wiki (Klein) 4:3. 59. Kaufmann (Simona Streiff) 4:4.
Penaltyschiessen: Dubacher -, Morf 1:0; Kujala -, Berner 2:0; Kälin -, Hjelm -; Gabathuler - .
Strafen: keine.
Dietlikon: Tomatis; Berner, Rhöös; Heusser, Klein; Stadelmann, Morf, Anderegg; Hjelm, Meier (21. Wiki), Vögeli;
Piranha Chur: Boner; Holmbom, Simona Streiff; Casutt, Arpagaus; Wohlgemuth, Buff; Russi, Ulber, Dubacher; Gabathuler, Kujala, Putzi; Kälin, Kaufmann, Moser.
Bemerkungen: Dietlikon ohne Bürgi, Burkhard, Schäfer, Zollinger; Piranha Chur ohne Frölich, Leiser, Wegmann (alle verletzt). - Pfostenschüsse: 53. Holmbom und 56. Heusser.

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