25.
02.
2007
NLA Frauen | Autor: Bern Capitals

Frauen NLA: Das Aus gegen Chur

Wollten die Caps noch weiter im Kampf um den letzten Playoff Platz verbleiben, mussten sie die direkten Konkurrentinnen aus Chur unbedingt bezwingen. Doch das Unterfangen miss-lang. Nach einem schwachen Startdrittel, fanden die Caps zur Spielhälfte den fighting spirit und kämpften sich zurück ins Spiel. Doch es sollte nicht mehr reichen, die Hypothek von zwei Verlusttreffern wett zu machen. Die Caps verloren ihr Heimspiel gegen Piranha Chur mit 5:6 Toren.

Zu Beginn der Partie der letzten Hoffnung konnten die Caps die Verunsicherung von drei Niederlagen aus den letzten drei Spielen nicht verbergen. Vor allem die Defensivabteilung hinterliess nicht den solidesten Eindruck. Dennoch gelang es, die Churer Verteidigerinnen immer wieder unter Druck zu setzen, und so den einen oder anderen Abspielfehler zu provo-zieren. In der dritten Minute landete ein solcher bei Meyer, die im zweiten Versuch volley reüssierte und die Caps in Führung schoss. Der Treffer machte den Bernerinnen zwar Mut, brachte aber nicht die nötige Abgeklärtheit in der Defensivarbeit. Mit unentschlossenem Einsteigen und beinahe ohne Körperspiel waren die Angriffe der Bündnerinnen, die durch ihr zielstrebiges, direktes Spiel auffielen, nicht zu stoppen. Und nachdem zwei Mal (5. und 20. Minute) eine Churerin aus aussichtsreichster Position ungehindert abschliessen konnte und ein Mal (11.) der Ball von einer Berner Verteidigerin ins eigene Tor abgelenkt worden war, lagen die Caps bereits mit zwei Längen hinten.

Trotz diesem Tiefschlag gaben die Bernerinnen zu keinem Zeitpunkt auf und versuchten sich ins Spiel zurück zu kämpfen. Doch es dauerte bis zur Spielhälfte bis die Caps ihr Tempo gefunden und die Härte der Churerinnen angenommen hatten. Die eingewechselte Sonja Schori brachte mit dem Anschlusstor wieder Hoffnung zurück. Doch diese währte nicht lan-ge; antworteten die Piranhas postwendend und stellten den alten Zweitoreunterschied wie-der her. Im letzten Drittel nahmen die Caps nochmals Fahrt auf und setzten die Piranhas teils mächtig unter Druck. Doch zu viele gute Tormöglichkeiten wurden nicht ausgenutzt. Eine Ausnahme machte Schällibaum, indem ihr der wichtige frühe Anschlusstreffer gelang. Doch erneut hielt die Freude nicht lange an. Einen Aussetzer in der Defensive nutzten die Bündnerinnen resolut aus. Doch auch von diesem Schlag liessen sich die Caps nicht unter-kriegen und powerten weiter. In der Folge hatten sie ihre beste Phase des Spiels und erar-beiteten sich Chance um Chance. Wiederum war es Schällibaum, die einen Laserpass von Meier herrlich vollendete. Die Zeit wurde knapp und 90 Sekunden vor Schluss ersetzten Krebs/Wohlfender/Utiger Keeper Koller für eine zusätzliche Feldspielerin. Nach weiteren zwei vergebenen Chancen brachte ein empty-netter der Churerinnen die vermeintliche Ent-scheidung. Doch noch stand eine knappe Minute auf der Uhr. Und die Hoffnung begann wie-der zu keimen, als Regula Schori die Kugel unter die Latte hämmerte und erneut verkürzen konnte. Und nochmals versuchten die Caps alles, doch es reichte nicht mehr.

Das Spiel und somit auch die letzte Hoffnung auf einen Playoff Platz wurden verloren, auch wenn die Halbfinals rein rechnerisch noch möglich sind. Die Art und Weise der Niederlage gegen Chur ist nicht ganz untypisch für den Auftritt der Caps-Ausgabe 06/07. Es lassen sich einige Parallelen ziehen zwischen dem gestrigen Spielverlauf und dem Verlauf der gesamten Saison: Zu Beginn agierten die Caps angriffig, doch ein wenig ungestüm und ohne die nötige defensive Stabilität. Einmal im Rückstand und mit dem Rücken zur Wand, vermochte sich das Team zu steigern, betrieb einen grossen Aufwand, spielte beherzt und mit Engagement. Doch mit teils krassen Aussetzern brachten sich die Caps immer wieder selber um den Lohn für die harte Arbeit. So waren die Matches immer eng und umstritten, die Capitals an ihren Gegnerinnen dran, doch der Exploit gegen ein stärker eingestuftes Team gelang nie. Kein Wunder, setzten die knappen Niederlagen der Moral zu, staute sich Frust an, was schliesslich mit ein Grund war, dass in den entscheidenden Momenten die Spielerinnen den Kopf nicht frei hatten. Es bleibt die (vorläufige) Einsicht, dass dieses Team einiges an spielerischem Potential aufweist, doch physisch und mental noch nicht bereit ist für den grossen Coup.


Bern Capitals – Piranha Chur 5:6 (1:3, 1:1, 3:2)
Schul- und Sportanlagen Allenlüften, Mühleberg – 110 Zuschauer
SR: Gafner / Hedinger
Tore: 3. Meyer 1:0, 5. Dubacher (Bless) 1:1, 12. Eigentor 1:2, 19. Russi (Dubacher) 1:3, 28. S. Schori (R. Schori) 2:3, 33. Kaufmann (Moser) 2:4, 43. Schällibaum (Meier) 3:4, 46. Wegmann (Kaufmann) 3:5, 56. Schällibaum (D. Stettler) 4:5, 59. Kaufmann 4:6, 59. R. Schori (D. Stettler) 5:6.
Strafen: Keine
Bern Capitals: Koller; Schmid, Meier; Krähenbühl, Dunkel; Pfister, Müller; D. Stettler, Juker, Schällibaum; Hofer, Fahrni, Meyer; Burkhalter, R. Schori, K. Stettler; S. Schori.
Piranha Chur: Boner; Buff, S. Streiff; Wegmann, Kaufmann, Moser, Arpagaus, Casutt, Russi, Dubacher, Bless
Bemerkungen: Bern Capitals ohne Schüpbach (verletzt), Spycher, Bertolotti, Weibel und Roux (nicht eingesetzt); Piranha Chur ohne Gabathuler (verletzt), A. Streiff (Weisheitszähne) und Frölich (1. Liga). - Pfostenschüsse: 10. D. Stettler, 21. S. Streiff, 37. S. Arpagaus, 41. Hofer, 43. R. Schori. – 48. Time-Out Piranha Chur, 58. Time-Out Bern Capitals.

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