20.
11.
2005
NLA Frauen | Autor: UHC Dietlikon

Frauen NLA: Klarer Sieg im Derby

Dietlikon besiegte im Unterländer Derby die Kloten-Bülach Jets mit 8:2. Die Gäste verloren dabei nicht nur das Spiel, sondern auch die beiden Finninnen.

Im Unterländer Unihockey-Derby mussten in der 7. Meisterschaftsrunde die Kloten-Bülach Jets in der Dietliker Hüenerweid antreten. Für Suvi Saukko und Suvi Mannonen war es eine Rückkehr – die beiden Finninnen hatten im Sommer vor Jahresfrist zu Dietlikon gewechselt, waren nach der Saison aber in die Flughafenstadt weitergezogen. Mit ihnen kam auch die Hoffung auf einen Playoff-Platz nach Kloten, obschon sich die Offiziellen im Verein nicht als Meisterschaftsfavorit deklarieren.

Die Formkurve der beiden Unterländer Teams zeigt denn auch in unterschiedliche Richtungen. Während Dietlikon wie gehabt an der Spitze mitspielt, konnten die Jets noch nicht richtig abheben. Einzige Gemeinsamkeit: vor Wochenfrist hatte sowohl das Team des Trainer-Trios Urs Gartmann, Marco Moser und Lars Viridén als auch jenes des Ex-Dietlikers Claude Bolliger und seinem Coaching-Kollegen Neil Anderes verloren.

Hoher Sieg nach zähem Beginn
Beide Teams schienen die Niederlage in der letzten Woche verdaut zu haben und gingen mit frischer Moral in die Partie. Dietlikon allerdings mit mehr Erfolg. Zwar schienen die ersten Minuten etwas harzig, und die Jets konnten Nicole Vogts frühen Führungstreffer (3.) in der 11. Minute ausgleichen. Doch zum Schluss des Startdrittels war Dietlikon optisch überlegen und das 2:1 zur ersten Pause die logische Folge. „Es war eben ein Derby“, sagte Trainer Marco Moser nach dem Spiel. „Wir wussen, dass es zäh werden würde, aber mein Team hat den Kampf aufgenommen.“ Tatsächlich: der mittlere Abschnitt brachte drei weitere – schön herausgespielte – Tore für Dietlikon und damit die Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen. Besonders Nicoler Giezendanner im Tor der Dietlikerinnen konnte sich auszeichnen. Allein Suvi Saukko kam zu mehreren guten Abschlussgelegenheiten, sah ihre Schüsse allerdings allesamt von ihrer letztjährigen Teamkollegin abgewehrt. Das Sahnehäubchen setzte indes Natalie Stadelmann drei Minuten vor Schluss auf die Dietliker Leistung. Sie liess ein weites Zuspiel von Simone Berner via Körper auf ihren Stock tropfen und schoss den Ball dann direkt an Hathalie Häfelfinger im Jets-Tor vorbei zum 8:2 ein. Dietlikons Coach Marco Moser schlug aber moderate Töne an. «Wir waren nicht so souverän, dass die Jets keine Chance gehabt hätten», lautete sein Fazit. Immerhin spielten Mosers beiden Linien aber während der ganzen Partie ausgeglichen und erarbeiteten sich aus einer soliden Defensive regelmässig gute Chancen. Und: «Wir haben mit einer gewissen Härte gespielt. Das müssen wir, wenn wir in den Spitzenspielen gegen die Red Ants Winterhtur, Piranha Chur oder die Zuger Highlands bestehen wollen.» Für Dietlikon waren die Jets so etwas wie eine Zwischenstation. Am nächsten Freitag warten die Red Ants im Schweizer Cup. «Für das Selbstvertrauen», so Moser, «war der Sieg sicher gut. Es ist immer schön, wenn man mit einem Sieg in die nächste Woche gehen kann.»

Verletzungssorgen hier wie dort
Für die Jets wird die Lage in der Tabelle langsam ungemütlich. Sie drohen gar unter den Strich zu fallen – war für Anderes freilich kein Thema ist. «Der Strich interessiert mich nicht», macht er deutlich. Die Lage könnte sich allerdings noch zuspitzen, denn der Auftritt der beiden Kloten-Finninnen Mannonen und Saukko in Dietlikon war äusserst unglücklich. Mannonen verdrehte sich ein Knie, und Saukko konnte die Partie nach einem Sturz aufs Knie ebenfalls nicht beenden. Ihr Gelenk schwoll an. Diagnosen müssen zeigen, wie schlimm die Verletzungen sind. Vor Verletzungssorgen gefeit sind auch die Dietlikerinnen nicht. Nach dem Ausfall der Nationalspielerin Aurelia Pescador sind sie auf der Such nach Verstärkung. «Am liebsten wären mir zusätzliche Offensivkräfte», beantwortete Trainer Moser die entsprechende Frage. Sein Kader sei zwar stark, aber wenn es durch Verletzungen dezimiert werde, gebe es Schwierigkeiten. Das zweitplatzierte NLA-Team ist also nicht sorgenfrei. Doch sind die Sorgen auf einem schon fast luxuriös hohen Niveau: die Startformation bestand am Sonntag in der Hüenerweid – wie gewohnt – aus fünf Weltmeisterinnen.


UHC Dietlikon - Kloten-Bülach Jets 8:2 (2:1, 3:0, 3:1)
Hüenerweid, Dietlikon - 130 Zuschauer
SR: Siegfried / Ruh
Tore: 3. Vogt (Klein) 1:0, 11. Wetzel (Möhl) 1:1, 13. Morf (Schäfer) 2:1, 32. Stadelmann (Schäfer, Ausschluss Ammann) 3:1, 37. Vögeli (Mesot) 4:1, 39. Berner 5:1, 50. Ammann (Jaunin-Nydahl, Ausschluss Heusser) 5:2, 51. (50:32) Berner (Bürgi) 6:2, 51. (50:47) Klein 7:2, 57. Stadelmann (Berner) 8:2
Strafen: Dietlikon 4x2', Jets 2x2'
Dietlikon: Giezendanner (Giezendanner); Berner, Bürgi; Klein, Heusser; Schäfer, Stadelmann, Morf; Vögeli, Mesot, Vogt
Jets: Häfelfinger; Schäpper, Alder; Jaunin-Nydahl, Ammannn; Furrer; Dirksen, Collenberg, Timmel; Saukko, Möhl, Wetzel
Bemerkungen: 51. Time-out Jets
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