10.
2007
Frauen NLA: Piranha rückt weiter vor
„Wir haben noch eine Rechnung mit Zug offen", meinte Piranha Coach Aldo Casanova bereits vor Wochenfrist. Seit vier Spielen konnten die Churerinnen gegen die Innerschweizerinnen nicht mehr gewinnen, die letzte datiert vom Cup-Halbfinale im Januar. So erstaunte die giftige Atmosphäre gestern Abend in der Gewerbeschule überhaupt nicht. Die Churerinnen konnten dabei physische Vorteile für sich behaupten, vor allem im eigenen Slot räumten die Piranhas - unter der Leitung von Matilda Holmbom und Sabrina Arpagaus - rigoros auf. Neben der Physis konnten die Churerinnen auch ein Plus in der Vorwärtsbewegung notieren. Die Zugerinnen blieben - ausser in der Schlussphase - meist nur mit Kontern gefährlich. Piranha zeigte da bedeutend mehr Kultur im Angriffsspiel.
Churer Abwehr widersteht Pressing
Mit 2:0 führten die Churerinnen verdient nach zwei schnellen und engagiert geführten Dritteln. Holmbom mit einem Weitschuss (16.) und Samira Bless mit einem „Buabatrickli" (oder „Meitlatrickli"?) in der 24. Minute erzielten die beiden Treffer. Nach seinem Timeout in der 34. Minute versuchten der Zuger Trainer Thomas von Känel mit einem aggressiven Forechecking die Churer Verteidigerinnen unter Druck zu setzen. Diese waren aber routiniert genug, um dies zu umgehen. Glück hatten die Piranhas, als die Zugerinnen kurz vor der zweiten Pause in Überzahl mehrere gute Möglichkeiten vergaben. Priska von Rickenbach traf nur den Pfosten, das Tor von Dana Nesmerakova wurde wegen hohen Stocks nicht anerkannt.
Holmbom mit doppelter Torpremiere
Der Anschlusstreffer gelang Zug trotzdem noch. Nach einer flüssigen Kombination stand Nesmerakova plötzlich allein vor Alexandra Boner (51.). Nun nahm der Druck der Zugerinnen zu, Boner und ihre Vorderleute hatten alle Hände und Beine voll zu tun, um die Schüsse abzublocken. Mit vereinten Kräften überstanden sie die kritische Phase, ehe Holmbom 12 Sekunden vor der Sirene mit einem Lobball übers ganze Feld das leere Tor traf. Es waren die beiden ersten Treffer der Schwedin im Piranha-Dress. Mit diesem wichtigen Erfolg machen die Churerinnen einen weiteren Schritt vorwärts. Erstmals seit langer Zeit stehen sie wieder auf dem zweiten Tabellenplatz. Bereits am Samstag gewannen sie zuvor das Cupviertelfinale gegen Waldkirch-St. Gallen mit 6:0.
Piranha Chur - Zug United 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)
Gewerbeschule. - 251 Zuschauer. - SR Güpfert/Servodio.
Tore: 15. Holmbom (Gabathuler) 1:0. 24. Bless (Kaufmann) 2:0. 51. Nesmerakova (von Rickenbach) 2:1. 60. (59.48) Holmbom (ins leere Tor) 3:1.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Piranha Chur, keine gegen Zug United.
Piranha Chur: Boner; Holmbom, Buff; Casutt, Arpagaus; Wegmann (ab 27. Collenberg), Kujala, Moser; Russi, Dubacher, Gabathuler; Kälin, Bless, Kaufmann.
Zug United: Koller; Huber, Walder; Timmel, Limacher; Nesmerakova, Arnold, von Rickenbach; Rothenfluh, Wüst, Corinne Nussbaumer; Hofer, Hadorn, Künzli; Kiser.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Frölich (überzählig), Ulber, Dominioni, Rossier (U21), Zug United ohne Mathis, M. Nussbaumer, Bäckström (alle verletzt). - 34. Timeout Piranha Chur. - 39. Tor von Nesmerakova aberkannt (hoher Stock).