01.
2007
Frauen NLA: Shutout gegen die Jets
1, 2, 3, 4 – CAPS
Die Caps starteten gut in die Partie und spätestens ab dem zweiten Einsatz
vermochten alle drei Formationen Akzente zu setzen. Die Jets wurden früh unter
Druck gesetzt, so dass ihnen kaum eine vernünftige Auslösung gelang. In
Ballbesitz setzten sich die Hauptstädterinnen in der Offensivzone fest und
liessen den Ball in ihren Reihen zirkulieren. Bereits in der vierten Minute
knallte Müller die Kugel aus der zweiten Reihe unter die Latte und schoss so
ihre Farben verdient in Front. Auch nach der Berner Führung änderte sich nichts
am Spielgeschehen. Die Caps waren bemüht das Tempo anzugeben, den Gegner nicht
ins Spiel kommen zu lassen und offensiv geduldig zu bleiben, um so das
Jets-Abwehrdispositiv zu knacken. Die vereinzelten, überfallsartig vorgetragenen
Fliegerinnenattacken konnten meist schon von den Berner Verteidigerinnen
abgefangen werden. Und was dennoch den Weg aufs Caps-Tor fand, war eine sichere
Beute der einmal mehr fehlerfrei spielenden Koller im Kasten der Capitals. Dem
überzeugenden Start der Bernerinnen war einzig die mangelnde Chancenauswertung
anzukreiden. So wurden teils günstigste Einschussmöglichkeiten kläglich
vergeben. Mit dem letzten Angriff vor der ersten Pause gelang Captain Krähenbühl
doch noch das so wichtige zweite Tor. Nach einem Blick auf die Uhr verzögerte
sie den Angriff geschickt und fand drei Sekunden vor der Sirene mit einem
Distanzschuss die Lücke. Forster im Jets-Tor blieb ohne Abwehrchance, da die
Berner Stürmerinnen für regen Verkehr im Zürcher Slot gesorgt hatten.
Stark abgebaut
Nach dem Tee kamen die Caps mit dem Willen zurück aus der Kabine, das Spiel für
sich zu entscheiden. Die Bernerinnen waren zwar bemüht und erspielten sich auch
weiterhin gute Tormöglichkeiten, scheiterten aber immer wieder am eigenen
Unvermögen im Abschluss. So dauerte es bis zur Spielmitte, bis sich Pfister ein
Herz fasste, mit dem Ball am Stock Druck aufs Tor entwickelte und abdrückte.
Durch die Beine von Freund und Feind hindurch fand die Kugel den Weg ins Tor.
Der entscheidende Ablenker kam von der sehr engagiert spielenden und nimmermüde
kämpfenden Meyer, die im Slot präsent war und sich so für die letzte
Richtungsänderung verantwortlich zeichnete. Kloten versuchte zwar auf diesen
Rückstand zu reagieren, blieb aber weitgehend harmlos. Mit dem Dreitorevorsprung
im Rücken schalteten die Bernerinnen unbegründeterweise mindestens zwei Gänge
zurück und so ergab sich ein Spiel auf bescheidenem Niveau ohne Höhepunkte. Die
Caps liefen zwar nie Gefahr, die Kontrolle übers Geschehen zu verlieren, taten
aber nicht mehr als nötig.
Ohne Mühe zum Sieg
Auch im Schlussdrittel änderte sich wenig. Die Caps wollten nicht mehr, die Jets
konnten nicht mehr fürs Spiel tun. So versuchte die Bank der Capitals mit
einigen Einwechslungen für neuen Schwung zu sorgen. Als besonders erfreulich
gilt sicherlich das lang ersehnte und geglückte Comeback von Damaris Dunkel, die
sich von ihrer zweiten schweren Knieverletzung erholt hat und sich mit einem
erfrischenden Auftritt im Caps-Dress zurückmeldete. In der Folge nahmen die
Bernerinnen nochmals Fahrt auf und kamen mehrere Male gefährlich vors Jets-Tor.
Doch sündigten die Caps-Stürmerinnen weiterhin im Abschluss, die sich heute „schüch
u brav wie Schaf schön fönfrisiert (frei nach Büne Huber)“ präsentierten. So
überrascht es nicht, dass alle drei Treffer von Verteidigerinnen erzielt wurden.
Erst in der Schlussphase kamen die Flughafenstädterinnen ein wenig auf, doch
scheiterten sie allesamt an der glänzend disponierten Caps-Hüterin Koller, die
ihr Level über die gesamte Spielzeit halten konnte, das Nachlassen ihrer
Vorderleute kompensierte und nach dem Spiel einen verdienten Shutout feiern
durfte. Sie zeigte einmal mehr wie eminent wichtig sie für dieses Team ist und
wurde nach dem Match völlig zu Recht zur besten Spielerin des Abends
ausgezeichnet.
Mit einem soliden Arbeitssieg brachten die Caps die so wichtigen drei Punkte ins Trockene und bleiben mittendrin im Kampf um die begehrten Playoff-Plätze. Doch um einen Schritt vorwärts zu machen, müssen auch in den nächsten schwierigen Partien gegen Europacupsieger Dietlikon und die Red Ants Punkte her. Dazu muss in den kommenden zwei Wochen auf der (ganzen) Linie hart gearbeitet und auf hohem Niveau trainiert werden. Denn nur so verdienen sich die Caps die Chance, weitere Punkte zu erkämpfen.
Bern Capitals - Kloten-Bülach Jets 3:0 (2:0, 1:0, 0:0)
Mooshalle, Gümligen - 121 Zuschauer
SR: Keller, Stalder
Tore: 03:23 Müller (Meyer) 1:0, 19:57 Krähenbühl 2:0, 31:04 Pfister 3:0
Strafen: Bern Capitals 1x2', Kloten keine
Bern Capitals: Koller; Schmid, Meier; Müller, Pfister; Krähenbühl, K. Stettler; D. Stettler, Juker, Burkhalter; Schällibaum, Fahrni, Meyer; Hofer, R. Schori, S. Schori; Spycher, Dunkel, Bertolotti
Bemerkungen: 47. Lattenschuss Mutter, 52. Time-out Bern Capitals, 59. Time-out Kloten
Beste Spielerinnen: Koller / Saukko