12.
2010
Hofstetter in Adventsstimmung
Die meisten Partien der Red Ants in der laufenden Saison waren von zwei Merkmalen geprägt. Erstens von einem zurückhaltenden Beginn im Startdrittel. Auch gegen die Bern Capitals kamen die Winterthurerinnen in den ersten Minuten nicht in Schwung, und es brauchte den Weckruf in Form des 0:1 durch die U19-Internationale Nina Bärtschi in der 4. Minute. Zweitens von Toren Natalie Stadelmanns auf Vorarbeit Andrea Hofstetters, wenn die Maschinerie einmal ins Laufen gekommen ist. Diesmal war es anders. Hofstetter legte die Rolle der Assistentin vom Dienst ab und betätigte sich selber als Torschützin - zweimal auf Zuspiel von Linienkollegin Stadelmann. Am Ende standen vier Treffer auf dem Matchblatt. „Das passt irgendwie perfekt zum vierten Advent", freute sich Hofstetter nach der Partie. „Manchmal steht man eben einfach richtig", übte sie sich in Bescheidenheit. Noch im Startdrittel hatte sie für den Umschwung gesorgt und mit dem sehenswerten 4:1 in der 33. Minute die Entscheidung herbeigeführt. „Irgendwann klappts dann hoffentlich auch mal von Beginn weg und ohne Weckruf durch den Gegner", sagte die Matchwinnerin.
Willkommene Pause
Vor allem im Mitteldrittel spielten die Winterthurerinnen so auf, wie sie sich das vorgenommen hatten. Mit aggresivem Forechecking, oft mit zwei Stürmerinnen hinter dem gegnerischen Tor, setzten sie die in dieser Phase vom Tempo überforderten Bernerinnen unter Druck. Sobald schnell, sicher und direkt gespielt wurde, konnten die Gäste nicht mehr mithalten. Und natürlich helfen Geniestreiche im Abschluss. So Hofstetters angesprochener Volleytreffer, Alexandra Fricks Vorarbeit zum 3:1, als sie eine Gegenspielerin tunnelte, oder Andrea Eberles Pass quer durch den Slot auf Silvana Nötzli beim 5:1. Über solche Qualitäten verfügten die fleissigen Bernerinnen nicht. Sie kamen zwar zu Konterchancen, blieben jedoch damit häufig in der zweikampfstarken Abwehr der Red Ants hängen oder zeigten zu wenig Geschick im Abschluss.
Das Schlussdrittel hätte man sich schenken können, zu deutlich lagen die Red Ants bereits voran. Sie kontrollierten das Geschehen, ohne noch um jeden Preis weitere Treffer erzielen zu wollen. „Es wird Zeit für die Weihnachtspause, es herrscht eine gewisse Müdigkeit nach den anstrengenden Monaten seit Saisonbeginn", stellte Andrea Hofstetter fest. Nur Ausspannen liegt aber nicht drin, folgt doch schon am 9. Januar der vorweggenommene Cupfinal gegen Piranha Chur. Wie man die Bündnerinnen schlägt, machte am Wochenende ausgerechnet der Tabellenletzte Höfen vor - die Bernerinnen fügten Piranha sensationell die erste Saisonniederlage zu.
Red Ants Rychenberg - Bern Capitals 6:2 (2:1, 3:0, 1:1)
Oberseen - 200 Zuschauer. - SR: Aebersold/Manser.
Tore: 4. Bärtschi (Walther) 0:1. 8. Hofstetter (Nötzli) 1:1. 18. Hofstetter (Stadelmann) 2:1. 31. Kathriner (Frick) 3:1. 33. Hofstetter (Stadelmann) 4:1. 36. Nötzli (Eberle) 5:1. 49. Flückiger 5:2. 53. Hofstetter 6:2.
Strafen: keine Strafen gegen R.A. Rychenberg, keine Strafen gegen Bern Capitals.
Red Ants: Lexe: Nötzli, Kunz; Eberle, Ordell; Casutt, Savolainen; Auer; Hofstetter, Stadelmann, Scheidegger; Frick, Piotrowska, Meienhofer; Stettler, Dirksen, Kathriner.
Bern Capitals: Aebi; Stettler, Meier; Svrckova, Halter; Locher; Bärtschi, Walther, Schori; Streiff, Flückiger, Sura; Wyss, Moser.