09.
2010
Kanterniederlage gegen den Meister
So lange die Reise ins Graubünden war, so schnell ist die Geschichte der ersten Partie der neuen Saison erzählt: Piranha Chur dominierte die Bern Capitals über 60 Minuten nach Belieben und stellte dabei vor allem seine Torgefahr eindrücklich unter Beweis. Die Capitals stiegen mit dem Vorsatz, anders als in früheren Begegnungen mit Chur den Start bei der Meisterschaftspremiere nicht zu verschlafen, in die Partie. Trotzdem eröffneten die Gastgeberinnen bereits nach knapp einer Minute das Skore: Geburtstagskind Seraina Ulber brachte ihre Farben mit 1:0 in Führung - die 20-Jährige beschenkte sich bis zum Ende der Partie mit zwei weiteren Toren und zwei Assists noch mehrmals selbst und wurde verdienterweise zur besten Spielerin ausgezeichnet. Ihr zweites Tor markierte Ulber in der 8. Minute und es war bereits das dritte Gegentor, das die Capitals hinnehmen mussten. Piranha nutzte jeden Fehler der Hauptstädterinnen gnadenlos aus und gewährte den Gästen kaum Raum, sodass diese nur selten aus der eigenen Platzhälfte heraus kamen. Zur ersten Drittelspause war die Partie bereits entschieden: 5:0 lag Piranha Chur in Front, was in Anbetracht des Spielverlaufs und der Kräfteverhältnisse für die Capitals ein zu grosses Kapital darstellte.
Der zweite Spielabschnitt begann für die Bernerinnen gut: Ausgerechnet der Bündnerin in ihren Reihen, Andrea Streiff, gelang der erste Treffer zum 1:5. Die Antwort Piranhas folgte jedoch postwendend in Form des sechsten Tors. Auch nachdem der ungemütliche Spielstand die Trainercrew der Capitals zu einem frühen Timeout zwang, vermochten sich diese ein wenig zu erholen. Es folgte eine torlose Phase, in der die Bernerinnen nun auch vermehrt vor dem Churer Tor auftauchten. Sogar eine Unterzahl-Situation schien schadlos überstanden, bis Sabrina Arpagaus nach einem Freistoss - eine Sekunde vor Ablauf des Churer Powerplays - freistehend zum 7:1 einschob. 8:1 stand es schliesslich zum Ende des Mitteldrittels und nach einer weiteren Unachtsamkeit in der Berner Defensive.
Diese kam auch im Schlussabschnitt nicht zur Ruhe. Piranha Chur hatte nicht nur das Spieldiktat in der Hand, sondern auch das Glück auf seiner Seite und brachte die Bälle aus praktisch jeder Spielsituation gefährlich vors Berner Tor. In letzterem schlug es denn noch sechs weitere Male ein, während die Capitals bei ihren Offensiv-Aktionen meist nicht von Fortuna gesegnet waren. Einzig Fabienne Walther gelang noch Resultatkosmetik: Sehenswert wurde sie von Simone Wyss auf der rechten Seite lanciert, zog solo vors gegnerische Tor und erzielte in abgebrühter Manier den zweiten Berner Treffer. Für die Capitals gilt es nun, sich von der 14:2-Kanterniederlage so schnell wie möglich zu rehabilitieren. Gelegenheit haben die Bernerinnen bereits am kommenden Sonntag, wenn sie im ersten Heimspiel der Saison die Floorball Riders empfangen.
Piranha Chur - Bern Capitals 14:2 (5:0/3:1/6:1)
Gewerbliche Berufsschule, Chur. - 185 Zuschauer. - SR: Aebersold / Manser.
Tore: 1. (00:52) Pasanen (Kujala) 1:0. 4. Rüttimann (Ulber) 2:0. 8. (07:08) Ulber (S. Streiff) 3:0. 8. (07:34) Gabathuler (Pasanen) 4:0. 13. Kujala (Pasanen) 5:0. 22. A. Streiff (Locher) 5:1. 24. Kujala (Gabathuler) 6:1. 29. Ulber (Anderegg) 7:1. 36. Arpagaus (Ulber) 8:1. 44. Kornberger (Bürgi) 9:1. 45. Ulber 10:1. 49. Walther (Wyss) 10:2. 53. Dominioni (Gabathuler) 11:2. 54. Zwinggi 12:2. 56. Anderegg (Rüttimann) 13:2. 59. Rüttimann (Anderegg) 14:2
Strafen: Bern Capitals 1-mal 2 Minuten; Piranha Chur 1-mal 2 Minuten.
Piranha Chur: Vitetti; Kessler; Arpagaus, Gabathuler, Rossier, Dominioni, Putzi, Anderegg, Fausch, Russi, Kujala, Streiff, Ulber, Kindschi, Sgier, Pasanen, Bürgi, Zwinggi, Kornberger, Rüttimann.
Bern Capitals: Hess; Aebi; Meier, Bertolotti; Stettler, Locher; Svrckova; Moser, Bärtschi, Schori; Flückiger, Sura, Streiff; Walther, Wyss.