01.
04.
2012
NLA Frauen | Autor: Voneschen Reto

Piranha Chur gleicht aus

Piranha Chur hat das zweite Finalspiel am Sonntag in Zürich gegen Dietlikon mit 6:5 gewonnen. Die Churerinnen mussten den Ausgleich in der Best-of-5-Serie hart erkämpfen. Nach der roten Karte gegen Sonja Putzi kippte das Momentum aber auf Churer Seite.

Piranha Chur gleicht aus Die Schlüsselszene: Sona Putzi erhält die rote Karte, Dietlikon kann die Strafe aber nicht ausnützen

Nach der packenden Ouvertüre am Samstag standen sich nur 18 Stunden später gestern in der Zürcher Saalsporthalle wieder gegenüber. Es entwickelte erneut eine hart umkämpfte Partie, welche bis zur letzten Sekunde spannend blieb. Diesmal aber mit dem glücklicheren Ende für Chur. 6:5 gewannen die Churerinnen und glichen die Serie auf 1:1 aus.

Putzis Matchstrafe als Weckruf
Die Schlüsselszene ereignete sich in der 45. Minute. Beim Spielstand von 4:5 für Chur wurde Sonja Putzi nach einem Nachschlagen mit der roten Karte unter die Dusche geschickt. Dietlikon hatte die Möglichkeit fünf Minuten in Überzahl zu spielen und das Spiel erneut zu kehren. Doch die Stöcke der Zürcherinnen zitterten, es wollte ihnen kein vernünftiges Überzahlspiel gelingen. Ganz im Gegenteil hatte Piranha Chur die besseren Chancen in Unterzahl. Die Churerinnen überstanden die Strafe schadlos und erhöhten in der 52. Minute durch Katrin Zwinggi gar auf 4:6. Doch mit geruhsamen „Nach-Hause-Schaukeln" war nichts. Mit sechs Feldspielerinnen verkürzte Dietlikon in der 59. Minute auf 5:6. Mit Händen und Füssen brachten die Bündnerinnen den Vorsprung aber über die Zeit.

Drei unterschiedliche Drittel
Die ersten zwei Drittel zeigten ganz unterschiedliche Bilder. Im Startdrittel kamen die Churerinnen viel besser aus den Startpflöcken. Nach zwei Toren der aufgerückten Verteidigerin Sabrina Arpagaus führten die Piranhas nach zwölf Minuten 0:2. Die Chancen zu mehr Toren wären da gewesen, die Dietliker Spielerinnen schienen Leim an den Schuhen zu haben. Doch kurz vor Drittelsende verkürzte Nina Bärtschi auf 1:2.
Der zweite Abschnitt gehörte dann vorerst den Zürcherinnen. In den „Dietlikon-Fünf-Minuten" kehrten sie die Partie mit drei Toren auf 4:2. Die Churerinnen schienen angezählt, doch Ramona Gabathuler - nach dem erneuten Ausfall von Mirca Anderegg wieder als Stürmerin aufgestellt - verkürzte bei Spielhälfte auf 4:3. Der Treffer brachte die Hoffnung zurück ins Churer Lager. Zu Beginn des dritten Drittels kehrten Eija Pasanen (42.) und Putzi (43.) mit zwei tollen Toren das Spiel erneut. Es war Putzis zweitletzte Aktion - der Rest ist Geschichte.

„Ruck durch die Mannschaft"
„In der zweiten Pause hielt Trainer Fabian Disch eine sehr gute Ansprache, danach ging wieder ein Ruck durch die Mannschaft", freute sich Piranha-Captain Sabrina Arpagaus nach Spielschluss. „Wir brauchen Emotionen für unser Spiel, im letzten Drittel waren die da", so die zweifache Torschützin. Für Spannung vor dem nächsten Spiel am Samstag in Chur ist gesorgt. Nach dem Fehlstart holten sich die Churerinnen den Heimvorteil wieder zurück.


Dietlikon - Piranha Chur 5:6 (1:2; 3:1; 0:3)
Saalsporthalle Zürich. - 513 Zuschauer. - SR Brändle/Niedermann.
Tore: 7. Arpagaus (Rüttimann) 0:1. 12. Arpagaus (Putzi) 0:2. 19. Bärtschi (Berner) 1:2. 22. (21:10) Rittmeyer (Bärtschi) 2:2. 23. (22:24) Suter (Bärtschi) 3:2. 26. Bärtschi (Rittmeyer) 4:2. 30. Gabathuler (Putzi) 4:3. 42. (41:44) Pasanen (Zwinggi) 4:4. 43. (42:06) Putzi (Rüttimann) 4:5. 52. Zwinggi (Rüttimann) 4:6. 59. Vögeli (Bärtschi) 5:6 (Dietlikon mit sechs Feldspielerinnen).
Strafen: Keine gegen Dietlikon, 1-mal 2 Minuten und 1-mal Matchstrafe (Putzi) gegen Piranha Chur.
Dietlikon: Schwendener; Berner, Hollenstein; Wüthrich, Meier; Andrea Streiff, Zimmermann; Ressing, Vögeli, Wiki; Chalverat, Suter, Ertürk; Bärtschi, Bickel, Rittmeyer
Piranha Chur: Vitetti; Arpagaus, Simona Streiff; Marti, Ukkonen; Gabathuler, Putzi, Rüttimann; Pasanen, Ulber, Zwinggi; Frank, Rossier, Russi; Kornberger.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Anderegg (krank), Beer, Zulji, (überzählig) - 42:06 Time-out Dietlikon. - Suter (Dietlikon) und Gabathuler (Piranha Chur) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.

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