11.
2014
Piranha Chur mit Überstunden
Dramatik in Chur: Meister Piranha Chur gewann nach einer Aufholjagd im Schlussdrittel mit 5:4 in der Verlängerung gegen die Winterthurer Red Ants. Diese führten nach 40 Minuten noch 4:1. Piranha bleibt so Leader während die Winterthurerinnen auf dem 6. Rang feststecken.
Nach Katrin Zwinggis wuchtigem 5:4 Siegestreffer 17 Sekunden nach Beginn der Verlängerung, war Piranha Churs Welt wieder in Ordnung. Kräfte sparen für den Cup-Viertelfinal am Sonntag, trotzdem gegen den alten Rivalen Red Ants Winterthur gewinnen - die Churer Taktik ging (beinahe) voll auf. Trotz dem Punktverlust - dem ersten in dieser Saison - führen die Piranhas die NLA-Tabelle trotz eines Spiels weniger an.
Späte Piranha-Tore
40 Minuten trauten die 185 Zuschauer in Chur aber ihren Augen nicht. Die teilnahmslosen Piranhas liessen die dringendst auf Punkte angewiesenen Gäste aus Winterthur gewähren bis es 1:4 stand. Erst im Schlussabschnitt, als die Churer Trainerinnen ihre besten Kräfte auf zwei Blöcke bündelten, spielte der Leader auch wieder meisterlich auf. Lange schien das Zürcher Tor vernagelt, nur Seraina Ulber gelang der Anschlusstreffer (51.). Es brauchte einen umstrittenen Churer Ausschluss, um den Bann zu brechen. Mit Ablauf der Strafe verkürzte wiederum Ulber auf 3:4, zwei Minuten später glich Hanka Lackova im Gewühl vor dem Tor aus. Sekunden vor Schluss war sogar noch der Siegestreffer möglich - Red-Ants-Hüterin Linnea Lexe rettete mit dem Kopf.
Lange Magerkost
So gross die Freude der Churerinnen, so gross der Frust bei den Red Ants. Optimisten würden sagen, ein Punkt gegen den Leader ist nach fünf Niederlagen in Serie ein Schritt in die richtige Richtung. Pessimisten halten entgegen, dass nach einer 4:1-Führung nur ein Punkt zu wenig ist. Wie auch immer: Wer ohne Kenntnis der Tabelle und der letzten Resultate das Spiel gesehen hätte, der wäre wohl nicht im Geringsten darauf gekommen, wer da der souveräne Tabellenführer und wer der gebeutelte Sechstplatzierte gewesen wäre. Das mag ein Kompliment für die Red Ants sein, sicherlich keines für Piranha und vor allem keines für die Partie, welche lange Jahre zu den (wenigen) Klassikern im Schweizer Frauen-Unihockey gehörte. Rennen, schiessen, hoffen - so lautete beidseitig lange die «Taktik». Immerhin entschädigte das Schlussdrittel für die Magerkost zu Beginn.
Red Ants zahlt den Preis
Die 2:1-Führung nach den ersten 20 Minuten - Claudia Kunz egalisierte Tiia Ukkonens Führungstreffer innert 13 Sekunden (4.) und kurz vor der Sirene traf Margrit Scheidegger nach einem Freischlag - war Balsam für die Winterthurerinnen. Mit einem Doppelschlag durch Scheidegger (29.) und Alexandra Frick (32.) erhöhten sie verdient auf 4:1. Im Schlussabschnitt machte sich der Kräfteverschleiss der nur mit zwei Linien spielenden Zürcherinnen bemerkbar. Als Piranha aufdrehte, kamen die Red Ants immer mehr ins Schwimmen. Und frei nach Fussballer Andy Brehme: «Haste Scheisse am Stock, haste Scheisse am Stock» - ein Red Ants in Normalform würde beim Stand von 4:2 in Überzahl in der 56. Minute die Partie entscheiden. Normal heisst in dieser Saison für die Winterthurerinnen aber: Rang 6.
Piranha Chur - Red Ants Winterthur 5:4 n.V. (1:2, 0:2, 3:0, 1:0)
GBC. - 185 Zuschauer. - SR Lehmann/Manser.
Tore: 4. (3:10) Ukkonen 1:0. 4. (3:24) Kunz (Bühler) 1:1. 20. Scheidegger (Kälin) 1:2. 29. Scheidegger (Kälin) 1:3. 32. Frick (Maurer-Gut) 1:4. 51. Ulber (Zwinggi) 2:4. 56. Ulber (Zwinggi/Ausschluss Gredig!) 3:4. 58. Lackova 4:4. 65. Zwinggi (Ulber) 5:4.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Chur, keine gegen Winterthur.
Piranha Chur: Heini; Marti, Sgier; Karjalainen, Girelli; Ukkonen, Handl; Zwinggi, Ulber, Degiovanna; Paschoud, Lackova, Buchli; Dominioni, Gredig, Fausch.
Red Ants Winterthur: Lexe; Rasmussen, Maurer-Gut; Koller, Bühler; Chalverat, Frick, Leone; Kunz, Kälin, Scheidegger; Mattle, Baumgarten.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Putzi, Ludwig, Red Ants Winterthur ohne Kaltenrieder, Kern und Suter, - 42. Pfostenschuss Fausch, 58. (57:28) Timeout Red Ants Winterthur. - Ulber (Chur) und Scheidegger (Winterthur) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.